Somewhere beyond the Sea – Wie wir mit Meeresschildkröten geschwommen sind

von | 18.12.2015 | 2 Kommentare

Ellenlange Sandstrände, badewannenwarmes Pazifikwasser und eine faszinierende Unterwasserwelt – die Inseln von Hawaii gelten nicht umsonst als Paradies für Schnorchler. Eigentlich machen wir ja eher selten Bade-Urlaub und so hatten wir beide bisher eigentlich keine Erfahrung mit dem Schnorcheln. Umso mehr hat uns die Unterwasserwelt auf Hawaii begeistert und ganz besonders unser Zusammentreffen mit den großen Meeresschildkröten.

Honus – Begegnungen mit den sanften Riesen

Auf Hawaii kommen die Grünen Meeresschildkröten in großer Zahl vor und werden von den Hawaiianern Honu genannt. Sie werden ca. 40 bis 50 Jahre alt und erreichen eine Panzergröße von bis zu 140 cm bei einem Gewicht bis 180 kg (Quelle).

Icon_Beach_256Unsere erste Begegnung mit einer Honu machen wir gleich bei einem unserer ersten Strandbesuche auf Maui. Unser Vermieter Chuck empfiehlt uns den Makena Beach, denn dort soll man fantastisch schnorcheln können. In unserem B&B kann man kostenlos Schnorchel-Sets bestehend aus Schnorchel, Taucherbrille und Flossen ausleihen, also packen wir unsere Sachen und gehen los.

Honu Meeresschildkröte, Maui, HawaiiWir bleiben im seichten Wasser, wo man noch gut stehen kann und erkunden ein wenig das Riff, das hier gerade beginnt, als Klaus bemerkt, dass ihm etwas Hartes gegen die Beine stößt. Wir tauchen unter und sehen, dass es tatsächlich eine stattliche Meeresschildkröte ist. Das jagt uns im ersten Moment einen ganz schönen Schrecken ein, denn die Honu ist mit einer Panzerlänge von 80 cm recht imposant! Kurze Zeit später schwimmt sie direkt unter mir. Wir bleiben auf respektvollem Abstand, denn so ein großes wildes Tier begegnet einem ja nicht alle Tage. Beeindruckend! Nach dem ersten Schrecken freuen wir uns über diese Begegnung!  Leider kommt im Anschluss eine ordentliche Welle und wirbelt Sand auf, so dass man die Schildkröte auf dem Bild nur erahnen kann. Aber unser Hawaii-Urlaub hat ja gerade erst begonnen…

Mahaiula Beach, Hawaii Big Island

Eine weitere schöne Begegnung mit einer Honu haben wir an Land, und zwar auf Big Island. Wir fahren von Kona aus an den Mahaiula Beach, dieser Strand ist im Big Island Revealed als „Gem“, also als besonders schöner Strand ausgewiesen. Die Strecke geht über eine mit Schlaglöchern übersäte Straße und wir sind froh über unseren Allrad-Jeep. Am Mahaiula Beach sollte einst ein Luxus-Resort gebaut werden, zu dem es aber letztendlich doch keine Baugenehmigung gab. Übrig geblieben ist der Parkplatz und mitten in der Lava-Wüste findet sich sogar bereits ein ausgewiesener Behindertenparkplatz neben einer kleinen Bauruine. Vom Parkplatz aus geht es noch ein Stück über Lava-Gestein (festes Schuhwerk empfohlen) zum Strand, der in einer idyllischen Bucht liegt.

Hier sind nur wenige Menschen und man hat den Strand fast für sich alleine. Außerdem gibt es sehr viele rote Kardinäle, einige freilaufende wilde Ziegen und am Strand liegt dösend eine mittelgroße Honu. Sie ist etwa 80 cm groß und hat es sich am Strand gemütlich gemacht. Ab und zu riskiert sie mal einen Blick, um dann gleich wieder weiter zu schlafen. Die Menschen an diesem Strand begegnen ihr mit großem Respekt, niemand nähert sich ihr weiter als bis auf ca. 4-5 m, um sie nicht zu stören. Mit dem Teleobjektiv können wir die Honu trotzdem hautnah einfangen. Als wir am späten Nachmittag aufbrechen, liegt sie immer noch friedlich-dösend am Strand.

Honu am Mahaiula Beach

Unser Lieblingsstrand auf Kauai

Unser schönstes Honu-Erlebnis haben wir aber am Hideaways Beach auf Kauai. Auch dieser Strand ist, wie der Name vermuten lässt, ein verstecktes Juwel. Um zu ihm zu gelangen, muss man zunächst einen steilen Trampelpfad heruntersteigen. Am Anfang des Weges gibt es noch ein Geländer, später kann man sich nur noch an dicken Seilen festhalten und vorsichtig herunter hangeln. Doch dieser beschwerliche Weg lohnt sich: Man gelangt zu einer kleinen geschützten Bucht mit weißem Sandstrand, türkisblauem Wasser und einer tollen Riff-Landschaft. Unter einem großen Baum kann man im Schatten liegen. Aufgrund des beschwerlichen Weges sind hier auch relativ wenige Strandbesucher.

Wenn man so am Strand steht und auf das türkis-blaue Meer schaut, kann man gar nicht erahnen, was unter der Wasseroberfläche los ist. Es lässt sich hier wunderbar schnorcheln. Wir sehen viele bunte Fische, die in großen Schwärmen schwimmen, wunderschöne Korallen, hässliche dicke Seegurken und sogar eine Zebra-Moräne, die unter einem Stein hervorlugt und furchteinflößend ihre Zähne fletscht. Leider haben wir in diesem Moment unsere Kamera nicht parat, aber in unserer Erinnerung sind diese Bilder für immer gespeichert.

Später gehen wir doch noch einmal mit Kamera ins Wasser und das zahlt sich aus: Eine große Honu von bestimmt einem Meter Länge schwimmt ganz in unserer Nähe und ‚grast‘, ohne von uns Notiz zu nehmen, die Korallen ab. Das Wasser ist relativ ruhig und so können wir sie aus etwa zwei Metern Entfernung minutenlang beobachten. Anders als an Land bewegt sie sich im Wasser flink und geschmeidig.

Es ist ein toller Moment, dieses große, wilde und zugleich liebenswerte Tier aus dieser Nähe zu beobachten.
Diese Begegnung ist definitiv eines unserer Urlaubs-Highlights!

Andere Riffbewohner

Aber natürlich hat die Hawaiinische Unterwasserwelt noch viel mehr zu bieten. Noch nirgendwo anders habe ich so viele leuchtend-bunte Fische gesehen. Es gibt Papageienfische, Kofferfische, Doktorfische (wie Dorie aus „Findet Nemo“), Schmetterlingsfische und viele mehr. Einmal schwimmt sogar ein Schwarm Brassen von etwa 40 cm Größe direkt vor meinen Augen vorbei.

Wir haben auf unserer Reise weder Riff-Haie noch die gefährlichen Tiger-Haie gesehen.

Bei diversen Anbietern kann man aber auch geführte Tauchgänge buchen, z.B. um nach Einbruch der Dunkelheit mit Rochen zu schwimmen. Dies haben wir jedoch nicht ausprobiert.

Die schönsten Schnorchelstrände

Icon_Beach_256Nicht nur, dass es allgemein viele schöne Strände gibt (wofür Hawaii ja auch bekannt ist), man findet auch viele gute Stellen zum Schnorcheln und tauchen. Ich möchte mich hier auf die Strände beschränken, die wir selbst besucht haben, wo uns das Unterwasserleben gut gefallen hat und wo wir Honus gesehen haben!

Viele weitere Möglichkeiten sind sehr gut in den Revealed-Reiseführern beschrieben, siehe auch unser Tipp am Ende des Artikels!

Oahu

  • Erste Anlaufstelle für alle Schildkröten-Fans: Laniakea Beach (auch Turtle Beach genannt, aber nicht mit Turtle Bay zu verwechseln!); im Inselnorden, wenig Parkplätze am Straßenrand; meist Honus im Wasser, manchmal auch am Strand.
  • Hanauma Bay: Sehr beliebt und schön, aber leider auch hoch frequentiert.

Maui

  • Poolenalena Beach: Bereich Kihei; hier konnten wir eine große Honu beim Schwimmen im Meer beobachten. Gutes Schnorcheln an den Seiten des Strands. Wenig besucht.
  • Maluaka Beach (Makena Beach): Schöner Strand, auch hier eine Honu im Wasser, direkt in unserer Nähe! Schnorcheln im südlichen Abschnitt.
  • Honu am Hookipa Beach Park, Maui, HawaiiHookipa Beach Park: Unbedingt auf dem Weg nach Hana hier anhalten, zumindest um den Surfern zuzusehen – bei unserem Besuch lagen eine große Honu und eine Mönchsrobbe am Strand, siehe unser Road to Hana-Bericht.

Kauai

  • Tunnels Beach (Makua Beach): An der North Shore; seichtes Wasser mit Korallenriffen, toller Fischreichtum.
  • Pali Ke Kua Beach (Hideaways Beach): Unser Lieblingsstrand von Kauai, an der Northshore; wenig Parkplätze und steiler Pfad, um zum Strand zu gelangen – dafür rel. wenig Besucher und Traum-Südsee-Feeling. Sehr gutes Schnorcheln, unsere schönste Honu-Begegnung!
  • Poipu Beach Park: Im Süden; rel. viel los, aber auch super viele Fische im Wasser! Wegen des klaren Wassers konnten wir die Fische hier am besten fotografieren.

Hawaii Big Island

  • Puuhonua o Honaunau: Selbst beim Besuch des Parks sieht man viele Fische und meist auch Honus im Wasser – nebenan kann man schnorcheln, allerdings gut besucht.
  • Mahaiula Beach: Relativ einsamer Strand im Westen, wohl auch wegen der äußerst holprigen Zufahrt (Kekaha Kai State Park – besser man hat einen Jeep). Gut zum Sonnenbaden, weniger geeignet zum Schwimmen und Schnorcheln, aber hier lag eine mittelgroße Honu am Strand und ruhte sich aus.
Tunnels Beach (Makua Beach), Kauai

Was man beachten sollte

Um die wunderschöne Unterwasserwelt der hawaiianischen Inseln zu erkunden, braucht man eigentlich nicht viel. Uns reichte meist eine Taucherbrille, wir können gut schwimmen und recht lang die Luft anhalten und Schnorchel und Flossen haben uns eher gestört. Man kann die Ausrüstung bei einigen Anbietern (z.B. Snorkel Bob’s) mieten, häufig gehört sie auch zum Inventar von Ferienwohnungen oder kann beim B&B-Gastgeber ausgeliehen werden.

Wir haben uns später im Supermarkt für etwa 10 Dollar pro Stück eine Schwimmbrille gekauft, mit der wir gut klargekommen sind.

Folgendes solltest du aber unbedingt beachten:

  • Beim Schnorcheln ist dein Rücken meist direkt unter der Wasseroberfläche. Es gibt viel zu entdecken und bei den angenehm warmen Temperaturen des Süd-Pazifiks lässt es sich problemlos längere Zeit im Wasser aushalten. Bedenke, dass das Wasser auf deiner Haut bei Sonnenschein zum „Brennglas“ wird. Die UV-Belastung auf Hawaii ist extrem hoch! Benutze ein wasserfestes Sonnenschutzmittel (am besten LSF 50) und creme dich damit nach jedem Bad im Meer erneut ein. Nach dem ersten richtigen Sonnenbrand sind wir dazu übergegangen, beim Schnorcheln ein T-Shirt zu tragen.
  • Vermeide es, Korallen und Meerbewohner zu berühren. Sei vorsichtig, wo du hintrittst, damit du nicht Korallen oder Riffbewohner verletzt oder zerstörst. Außerdem geben manche Tiere (z.B. Seegurken) bei Gefahr ein giftiges Sekret ab, dass deine Haut reizen kann.
  • Schnorchele nicht in trübem Wasser, an Flussmündungen (wo trübes aufgewühltes Wasser ist) und nach Einbruch der Dämmerung, um Begegnungen mit gefährlichen Tigerhaien zu vermeiden.
  • Nimm Rücksicht auf Honus und Mönchsrobben, die sich am Strand ausruhen. Halte genug Abstand (mehrere Meter), um die Tiere nicht zu stören.

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Fazit

Hawaii ist unter Wasser mindestens genauso faszinierend wie an Land.

Die Honus haben es uns besonders angetan. Wir haben diese großen, wilden Tiere während unseres Hawaii-Urlaubs richtig lieb gewonnen. Sie sind so sanftmütig und schön!

Hoffen wir, dass die Unterwasserwelt von Hawaii noch lange erhalten bleibt, denn sie ist durchaus bedroht.

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

Unter Wasser fotografieren

Wenn du beim Schnorcheln Fotos und Videos machen willst, empfehlen wir eine Kompaktkamera mit Schutzhülle. Wir haben mit der Schutzhülle von Dicapac gute Erfahrungen gemacht. Die Kamera lässt sich vollständig wasserdicht sichern und durch die Aussparung fürs Objektiv lassen sich recht gute Fotos machen. Die Schutzhülle hat einen Gurt, so dass du dir die Kamera um den Hals hängen kannst. Da immer auch Luft in der Hülle ist, schwimmt die Kamera aber ohnehin oben auf dem Wasser, so dass sie nicht untergehen kann.

Natürlich gibt es für viele Kameras auch teurere Unterwassergehäuse, wir waren mit unserer „Sparversion“ aber vollkommen zufrieden!

Buchempfehlung

Die besten Reiseführer für Hawaii sind definitiv die der „Revealed“-Reihe. Es gibt für jede Insel ein eigenes Buch mit vielen Tipps zu Aktivitäten, Unterkünften, Stränden und Restaurants und eben auch für „Snorkeling“!
Nur im englischen Original erhältlich.

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