Morning has broken – Sonnenaufgang auf dem Haleakala

von | 31.12.2015 | 7 Kommentare

Vor einiger Zeit haben wir bereits über schöne Sonnenuntergänge berichtet. Nun kommt der Bericht über den schönsten, spektakulärsten und beeindruckendsten Sonnenaufgang, den wir je erlebt haben – dem Sonnenaufgang auf dem Haleakalā von Maui, Hawaii.

Das Haus der Sonne

Der Haleakalā auf der hawaiianischen Insel Maui ist ein Vulkan, der mittlerweile in seiner passiven bzw. ‚ruhenden‘ Phase angekommen ist. Der letzte Ausbruch wird vermutlich irgendwann zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert stattgefunden haben. Der hawaiianische Name bedeutet soviel wie ‚Haus der Sonne‘ und da ist auch was dran, denn auf einer Höhe von mehr als 3000 Metern über dem Meeresspiegel ist man zumindest gefühlsmäßig der Sonne schon sehr nah. Der Haleakalā gehört zu den größten Vulkanen unserer Erde, sein Krater hat einen Umfang von 34 km und seine Fläche beträgt 134,6 km².

Aussicht vom Haleakala

Aussicht vom Haleakala

Der Weg nach oben

Auf den Gipfel des Haleakala kann man bequem auf einer gut ausgebauten Straße fahren, man sollte aber unbedingt sehr früh starten, denn der Sonnenaufgang auf dem Haleakala ist berühmt und viele Touristen kommen auf die gleiche Idee. Den Sonnenaufgang auf halber Strecke mitten in einer Auto-Kolonne zu erleben, ist nicht zu empfehlen.

Wir nutzen unseren Jetlag und stehen um 3 Uhr morgens auf, um auf den Vulkan zu fahren. Da es auf 3000 m Höhe vor Sonnenaufgang auch auf Hawaii empfindlich kalt werden kann, haben wir Mütze, Schal, Handschuhe, Windjacke und lange Hosen angezogen. Es empfiehlt sich auch feste Schuhe zu tragen, da man vom Parkplatz bis zu einem guten Aussichtspunkt noch ein paar Schritte gehen muss.

Eingang Haleakala National ParkZunächst ist nicht viel los auf der Straße, je mehr wir uns aber dem Vulkan nähern, desto mehr Fahrzeuge sehen wir. Am Eingang des Haleakala National Park gibt es sogar bereits einen kleinen Rückstau! Wir sind froh, so pünktlich aufgebrochen zu sein, denn als wir um kurz nach fünf am Parkplatz des Visitor Centers ankommen, ist dieser schon etwa dreiviertelvoll. Mitarbeiter des Nationalparks weisen die Fahrzeuge beinahe Stoßstange an Stoßstange ein. Es ist wirklich unglaublich, wieviele Menschen sich in völliger Dunkelheit zu dieser nachtschlafenden Zeit auf dem Vulkan versammelt haben.

Vom Parkplatz aus laufen wir den Pa Ka’oao Trail, auch White Hill Trail genannt, zum Aussichtspunkt. Der Weg (etwa eine Viertelmeile und 10 Minuten für die einfache Strecke) ist teilweise steinig und wir sind froh, den Rat von Angie aus dem Trail-Guide befolgt zu haben und unsere Wanderschuhe und eine Taschenlampe mitgenommen zu haben. Am White Hill angekommen, warten schon einige Touristen auf das Schauspiel, aber wir finden noch ein gutes Plätzchen zum Schauen und Stativ aufbauen.

Zunächst ist es wirklich stockdunkel. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass Sonnenauf- und -untergänge auf Hawaii durch die Nähe zum Äquator ziemlich schnell vonstatten gehen. Eine Dämmerung gibt es fast nicht.

Die Sonne geht auf

Um kurz nach halb sechs zeigt sich am Horizont mit einem Mal eine feine glühende Linie und der Himmel wandelt sich von tiefschwarz zu dunkelblau. Es geht los! Wenig später sieht man, dass wir uns über den Wolken befinden, die werden nämlich langsam von der aufgehenden Sonne angestrahlt. Allmählich erkennt man das Tal und die Vulkanlandschaft.

Der Sonnenaufgang ist wirklich ein berührendes Erlebnis. Aus der völligen Dunkelheit zeigt sich mit dem Aufgang der Sonne diese einzigartige Landschaft in einem ständig wechselnden Farbenspiel.

Sonnenaufgang auf dem Haleakala

Kurz vor den ersten Sonnenstrahlen…

Trotz der großen Masse an Touristen, die sich auf dem Gipfel des Vulkans versammelt haben, ist die Stimmung andächtig, friedlich und fast ein bisschen feierlich. Die Menschen sprechen leise und gedämpft miteinander, hin und wieder hört man jemanden singen.

Es ist aber auch wirklich besonders, in dieser Höhe auf dem Gipfel des Vulkans zu stehen und zuzuschauen, wie aus völliger Dunkelheit die Sonne aufgeht und diese wunderschöne Landschaft bestrahlt. Mir kommt „Morning has broken“ von Cat Stevens in den Sinn. Es erscheint uns wirklich ein bisschen wie ein neuer Morgen, da wir im Dunkeln auf den Berg gefahren sind und sich uns diese atemberaubende Landschaft im Licht der aufgehenden Sonne ganz neu und zum allerersten Mal präsentiert. Bei so einem Anblick muss man auch als wenig religiöser Mensch ein wenig über Schöpfung nachdenken.

Sonnenaufgang auf dem Haleakala

Morning has broken

Gegen 6 Uhr ist es vollbracht: Die Sonne ist aufgegangen, der Tag ist angebrochen und dieser andächtige, feierliche Moment hat dem hawaiianischen Aloha-Urlaubsgefühl Platz gemacht. Wir haben Lust auf Frühstück und freuen uns auf den Tag.
Blick vom White Hill

Blick vom White Hill

Silversword – endemische Pflanzen im Haleakala National Park

Wir schlendern zurück zum Visitor Center und schauen uns noch eine schöne Silversword-Pflanze (hawaiianisch ahinahina) an. Die wächst ausschließlich auf dem Haleakalā (Maui) und Mauna Kea (Big Island) und kann zwischen 3 und 90 (!) Jahre alt werden, sie erblühen nur ein einziges Mal und sterben dann ab (Wikipedia).

Anschließend machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft.

Silversword im Haleakala National Park

Silversword im Haleakala National Park

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Fazit

Sonnenaufgänge haben immer etwas Magisches, aber dieser hier ist ganz besonders. Das Spektakel auf einem solch hohen Berg mitten im Pazifik mitzuerleben, mutet schon fast „außerirdisch“ an und ist ein unvergessliches Erlebnis!

Icon HikingWandern

Der Haleakala Nationalpark eignet sich auch sehr gut zum Wandern, vorausgesetzt man gewöhnt sich an die Höhe.

Eine sehr schöne Tagestour bietet sich mit dem Sliding Sands Trail an, der auf Angies Trail-Seite gut beschrieben ist! Da man sowieso schon oben ist, kann man das Bewundern des Sonnenaufgangs wunderbar mit der Wanderung kombinieren.

Eine weitere schöne Wanderung befindet sich am Fuße des Vulkans und ist nur vom Ostteil des Haleakala National Park aus zugänglich, der Pipiwai Trail.

Hast du Fragen zum Haleakala? Du kannst auch von deinem eigenen schönsten Sonnenaufgang erzählen. Wir freuen uns über jeden Kommentar! 🙂