Was ist denn eigentlich ein Flashpacker?

von | 15.07.2015 | 4 Kommentare

Wahrscheinlich bist du schon mehrfach über den Begriff „Flashpacker“ gestolpert und fragst dich vielleicht, was damit eigentlich gemeint ist.

Man kann ja über moderne Wortneuschöpfungen – und dann meistens auch noch auf englisch – geteilter Meinung sein. Wir persönlich stehen eigentlich auch nicht auf Anglizismen, benutzen nun aber hier trotzdem das tolle neue Wort „Flashpacking“, ganz einfach, weil es kein anderes Wort gibt, das unsere Art zu verreisen besser beschreibt. Selbst entdeckt haben wir das Wort übrigens auf Melanies Blog „Good Morning World“.

Aber was ist denn nun damit gemeint?

Der Begriff Backpacker oder zu deutsch Rucksacktourist dürfte den meisten Menschen besser bekannt sein. Damit verbindet man Individualreisen mit geringem Budget, wenig komfortablen Fortbewegungsmitteln, Unterkünften in Schlafsälen und eben dem klassischen großen Backpacker (Rucksack) auf dem Rücken. Wir müssen ehrlich zugeben, dass diese Art zu reisen auch mit Anfang 20 nicht unsere war, ein bisschen Komfort braucht es unserer Meinung nach auf Reisen schon – es ist ja schließlich Urlaub.

Individualreisende mit Ansprüchen

Jetzt gibt es ein neues Wort für die neue Generation der Individualreisenden, die meist über ein größeres Budget verfügen, mehr Geld als Zeit und gehobenere Ansprüche als Backpacker haben. Gemeinsam haben sie, gern abseits der ausgetretenen Pauschaltouristenpfade, fern der Clubs und All-inclusive-Angebote Urlaub zu machen. Also Leute, die ihre Reisen selbst planen, individuell buchen und viel erleben wollen. Damit müssen keine Abenteuer gemeint sein, sondern einfach Erkundungen auf eigene Faust, die dem Pauschaltourist meist vorenthalten bleiben.

Weitere Merkmale sind:

  • Mietwagen statt unklimatisierter, vollgestopfter Linienbus;
  • Bed & Breakfast (B&B) oder Ferienwohnung statt Mehrbettzimmer in der Jugendherberge;
  • Restaurant statt Schnellimbiss –
  • und in unserem Fall auch Trolley statt Backpacker-Rucksack.

Auch wenn einige, z.B. Feli von Travelicia, da anderer Meinung sind. Wir glauben, dass die Wahl des Reisegepäckstücks zweitrangig und nicht geeignet ist, zwischen Flashpacking und „Nicht-Flashpacking“ zu unterscheiden.

Flashpacking als Lebensgefühl und Reisestil

Wir lieben Roadtrips und reisen daher häufiger mit dem Mietwagen von Ort zu Ort, was nebenbei bemerkt eine Menge zusätzlicher Freiheit für uns bedeutet. Und da ist ein Koffer oder Trolley einfach viel übersichtlicher und praktischer als ein Backpacker-Rucksack – finden wir zumindest! Aber darauf kommt es eigentlich gar nicht an.

[…] ist keine Frage des Alters, der Reisedestination oder des Geldes. Es geht um den Sinn für Ästhetik, die sich beim Reisen selbst, aber auf diesem Reiseblog widerspiegelt. Mit schönen Bildern und inspirierenden Emotionen, mit gehaltvollen Texten und tiefgründigen Geschichten. Das Echte im Leben suchen und finden.

Jeanette Fuchs, Follow Your Trolley

Das was Jeanette auf ihrem Blog zum Flashpacking schreibt, trifft es für uns schon ziemlich gut! Warum sollte man sich auch durch Definitionen einengen lassen, die sich auf das Alter, Reiseziele oder die Wahl des Gepäckstücks beziehen? Eben, das empfinden wir als Quatsch.

Auf Glamour kommt es uns – anders als Jeanette – in der Regel zwar überhaupt nicht an, aber das ist ja auch egal. Zum Glück sind die Menschen verschieden – Flashpacking ist nur ein Sammelbegriff für Reisende, die selbstverständlich auch noch unterschiedliche Vorlieben haben.

Warum wir uns als Flashpacker bezeichnen

Uns ist es wichtig, etwas von der Welt zu entdecken. Wir lieben das Herumreisen, fremde Länder, Menschen und Küchen kennenzulernen. Aber obwohl wir schon sehr viel gereist sind, kennen wir vergleichsweise wenige Hotels von innen. Natürlich darf es, wenn es sich anbietet, auch mal die schicke Suite in Las Vegas sein oder ein uriges Motel auf der Strecke. Viel lieber haben wir aber eigentlich:

  • die kleinen B&Bs, mit wenigen Zimmern und Selbstgebackenem zum Frühstück;
  • kleine privat geführte Pensionen;
  • abgelegene Campgrounds (wir haben für uns das Campen in Nordamerika entdeckt) und Zeltplätze mitten in der Natur (nein, nein – bloß nicht diese 3-Sterne-Zeltplätze mit allem Schnick-Schnack und zig Dauercampern mit Fernsehantenne auf’m Camper);
  • AirBnBs;
  • Blockhütten;
  • Ferienhäuschen und Ferienwohnungen;
  • Übernachtungen in einem alten Schloss oder in einem stillgelegten Schlafwagenabteil –

sprich: individuelle Unterkünfte mit viel Charme. Dort, wo hunderte von Touristen Schlange stehen, treten wir eher die Flucht an, auch wenn es die Attraktion ist. Wir suchen uns lieber unsere eigenen Wege.

Und zu guter letzt macht uns auch unsere technische Ausstattung zu typischen Flashpackern: wir fotografieren sehr gerne, führen mal digital, mal analog Reisetagebuch und füttern mit all unseren Fotos, Geschichten und Eindrücken dieses Blog.

Flashpacker, Backpacker oder ganz was anderes? Letztlich ist eine Einteilung in Schubladen auch nicht wirklich wichtig!

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