American Breakfast – über die nordamerikanische Frühstückskultur

von | 25.08.2016 | 2 Kommentare

Frühstück im Whalecity Restaurant

Frühstück im Whalecity Restaurant

Obwohl wir zu Hause im Alltag wenig bis gar nicht frühstücken, ist uns ein gutes Frühstück auf Reisen umso wichtiger. Im Idealfall macht es satt für den Tag und mit einem kleinen Snack zwischendurch kommen wir so locker bis zum Abend.

Für diese Bedürfnisse ist das Frühstück in den USA besonders gut geeignet. Wenn man im Restaurant oder B&B frühstückt, erhält man in der Regel ein sehr reichhaltiges warmes Frühstück bestehend aus z.B. Schinken, Speck oder Würstchen, „Hashbrowns“ (eine Art Kartoffelrösti), Eiern, Süßspeisen wie Pancakes, Waffeln oder French Toast, beliebt sind außerdem Quarkspeisen, warmer Haferbrei („Oat-meal“), Obstsalat oder Jogurt. Dazu trinkt man Filterkaffee, den es meist „free refill“ – also soviel man mag – gibt. Der Filterkaffee in den USA ist häufig etwas wässriger und dünner, als wir es in Deutschland gewohnt sind.

Etwas ungewohnt für europäische Gaumen werden auf einem Teller gern süße und herzhafte Speisen kombiniert, so hatte ich z.B. drei Pancakes mit Butter und Ahornsirup, eine halbe Papaya, dazu Schinken, Speck und Eier auf einem einzigen großen Teller.

Auf der Frühstückskarte im Restaurant sind aber auch Speisen zu finden, die wir eher als Mittag- oder Abendessen bezeichnen würden, z.B. hat Klaus einmal eine Bauernpfanne gegessen mit Bratkartoffeln, Hackfleisch, Gemüse und Eiern.

Ein weiterer Vorteil des vormittäglichen Restaurantbesuchs sind die Preise. Je später am Tag, desto teurer wird es im Restaurant. In den Weststaaten haben wir für ein reichhaltiges warmes Frühstück durchschnittlich ca. 5-12 $, für ein Mittagessen ca. 15 $ und für ein Abendessen je nach Location auch schon mal 20 $ und mehr bezahlt. Es lohnt sich also, den Tag mit einem guten Frühstück zu beginnen.

Frühstück im Restaurant

Im folgenden haben wir ein paar Frühstücks-Empfehlungen in besonders schönen Restaurants für dich zusammengestellt. Natürlich haben wir auf unserer Rundreise auch in diversen Family-Restaurant-Ketten gegessen, wie z.B. Denny´s oder IHOP. Das ist schon ganz in Ordnung und wir gehen dort immer mal gern hin, aber es sind eben Ketten, die sich – egal ob du in Alaska, Honolulu oder Moab bist – nicht groß unterscheiden.

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Utah

Kiva Koffeehouse: Das Restaurant ist nicht nur ein Highlight für den Gaumen, sondern auch fürs Auge. Es handelt sich um ein Holzhaus, das mitten im Escalante Grand Staircase National Monument liegt. Zwischen den einzelnen Holzsäulen gibt es bodentiefe Panoramafenster, so dass man rundherum einen fantastischen Ausblick auf Berge und Täler des National Monuments hat.

Wir hatten hier wunderbare Haferflocken-Pfannkuchen und sehr guten espressobasierten Kaffee, was eher selten ist, denn in den Frühstücksrestaurants dominiert der Filterkaffee. Definitiv eines unserer Frühstücks-Highlights.

Foto: Die Umgebung des Kiva Koffeehouse im nördlichen Escalante National Monument mit Highway 12

Kalifornien

Whalecity – Bakery, Bar & Grill: Das Restaurant liegt am berühmten Highway No. 1 im Örtchen Davenport. Es hat mit seiner Holzverkleidung einen rustikalen Charme. Der Service ist gut und die Portionen sind großzügig und sehr lecker. Frühstück gibts für ca. 6-15 $. Wir hatten das Lumberjack Special (knapp 11 $) mit Buttermilch-Pancakes mit Butter und Ahornsirup, pochierten Eiern und gebratenem Schinken. Sehr gut und fast zu viel. (Foto ganz oben)

Wyoming

Das Busy-Bee-Café in Buffalo gehört zum historischen Occidental Hotel und hat viel Western- und Cowboycharme (so wie der ganze Ort). Es ist seit fast 90 Jahren in Betrieb. Die Inhaberin ist in Deutschland geboren und sehr stolz auf ihren Kaffee, der wie „richtiger Kaffee und nicht wie diese dünne amerikanische Brühe“ schmecke. Der Kaffee ist wirklich gut und auch das Frühstück ist nach unserem Geschmack. Für 5-11 $ wird man wirklich satt. Wir können die Quiche sowie die Pancakes empfehlen.

Wie magst du deine Eier?

In der amerikanischen Speisekarte steht häufig „eggs cooked to your liking“, d.h. du kannst bestimmen, wie du sie am liebsten hättest. Das hat mich beim ersten Mal leicht überfordert, zumal ich nachdem ich „fried eggs“ bestellte auch noch gefragt wurde, in welcher Weise ich das Spiegelei denn gern hätte. Daher hier eine kleine Übersetzungshilfe amerikanischer Ei-Variationen:

  • fried egg – Spiegelei
  • sunny side up – Spiegelei, nicht umgedreht, Dotter ist noch leicht glibberig
  • over easy – Spiegelei, das kurz auf der Dotterseite gebraten wurde
  • over medium – Spiegelei, das länger auf der Dotterseite gebraten wurde
  • scrambled eggs – Rührei
  • boiled eggs – gekochte Eier; eher eine Seltenheit beim American Breakfast
  • egg Benedict – pochierte Eier („Verlorene Eier“)

Frühstück im B&B

Icon_Farm-House_256Auf unserem Roadtrip haben wir auch in dem ein oder anderen B&B übernachtet. Auch hier gibt eigentlich immer ein üppiges, warmes American Breakfast.

Folgende B&Bs sind sowohl was die Zimmer, als auch was das Frühstück angeht, wärmstens zu empfehlen:

Mountain Top Bed and Breakfast (Nahe Seqouia National Monument, Kalifornien): Hier gab es zum Frühstück ein kleines Mehr-Gang-Menü: Bananencreme, warmen Apple Pie und schließlich eine Kreation aus Törtchen mit Hackfleischfüllung, Salat mit Blätterteig und Spiegelei, getoppt mit Sauce Hollandaise – Wahnsinn!

Bullberry Inn (Nahe Bryce Canyon, Utah): Hier gab es einen warmen Kuchen aus Haferflocken mit Zimt, Erdbeeren und Bananen; Rührei mit Speck und superleckere Waffeln mit Walnüssen.

Scottsbluff Barn Anew (Nebraska): Hier hatten wir den besten French Toast unserer Reise mit Chokecherry-Sirup.

Castle Marne, Denver: Es gab superleckere Muffins, O-Saft, Cranberry-Saft und tollen French-Toast mit Bratäpfeln und Nüssen, dazu Rosmarintoast. Sehr, sehr lecker!

Die beiden letztgenannten Unterkünfte beschreiben wir ausführlich in unserem Beitrag „Hütte, Scheune oder Schloss“ näher.

Wer schreibt hier?

Wir sind Kerstin und Klaus. Wir lieben es die Welt zu erkunden und dir Anregungen und Tipps für deine eigene Reise zu geben!

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Fazit

Wer gerne ausgiebig frühstückt, wird in den USA auf seine Kosten kommen. Es lohnt sich, ein wenig in Reiseführern, Reiseblogs oder bei TripAdvisor zu stöbern, um nach besonderen Restaurants Ausschau zu halten. Das Vorurteil, dass es in den USA nur Burger- und Family-Restaurant-Ketten gibt, stimmt definitiv nicht. Man kann hier gut und gesund essen!

Welche Erfahrungen hast du mit dem Frühstück auf Reisen gemacht? Hast du weitere Restaurant-Empfehlungen für American Breakfast? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!