Die besten Reiseführer für den Westen der USA

von | 23.07.2016 | 2 Kommentare

Die individuelle Rundreise durch den Westen der USA im Flashpacker-Stil beginnt meiner Meinung nach mit einer guten Planung – und dafür eignet sich neben dem Internet ein Reiseführer in Buchform besonders gut. Ich will dir sowohl die „Allrounder“ als auch einige besonders empfehlenswerte Reiseführer für die Detailplanung vorstellen.

Die „Allrounder“ für die Grob- und Routenplanung

Die beiden Reiseführer aus dem Reise-Know-How-Verlag solltest du dir bereits ganz zu Beginn deiner Überlegungen, einen Roadtrip durch den Westen der Vereinigten Staaten zu machen, zulegen. Man erhält einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Einreisemodalitäten, Kosten, Unterkunftsarten, Fortbewegungsmittel und Vorschläge für individuell zusammenzustellende Routen!

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Der Grundmann, das Standardwerk für den Westen

Das Buch USA – der ganze Westen aus dem Reise-Know-How-Verlag ist für mich das Standardwerk für die individuelle Planung einer Reise in die US-amerikanischen Weststaaten – teilweise wird das Buch einfach nur „der Grundmann“ genannt. Gerade für den Neuling, aber auch, wenn man die USA schon bereist hat, bietet dieser Reiseführer eine Fülle an Informationen, z.B. zur Reise mit dem Mietwagen oder Wohnmobil und auch viele Routenvorschläge! Was ich besonders schätze, sind die Informationen zu Unterkünften und Campgrounds, die bei der Planung sehr hilfreich sind. Hervorheben möchte ich auch die (natürlich durchaus subjektive) Einschätzung der Autoren zu besonders schönen Streckenabschnitten und Sehenswürdigkeiten. Dies vermisse ich bei den meisten anderen Reiseführern – nicht jeder mag solch eine Wertung der Autoren, aber ich empfinde sie als gut und hilfreich.

Hervorheben möchte ich auch, dass im Grundmann keine fest vorgegebene Reiseroute beschrieben wird! Der Reiseteil ist zwar nach Streckenabschnitten eingeteilt, diese können jedoch nach eigenen Wünschen kombiniert werden und es werden auch Alternativen beschrieben.

Allerdings sollte klar sein, dass selbst 830 Seiten nicht ausreichen, um alle Sehenswürdigkeiten detailliert darzustellen – deshalb sind die Bücher der „Photographing…“-Reihe eine super Ergänzung!

USA Südwesten

Bei der Variante USA Südwesten – Autoren sind ebenfalls Isabel Synnatschke und Hans-R. Grundmann – fehlen die Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho, Montana und Wyoming und damit die National Parks Yellowstone, Grand Teton, Wind Cave, Badlands, Rocky Mountain, Olympic, Mount Rainier, North Cascades und Glacier. Dafür werden die interessanten Landschaften, Parks und Städte des Südwestens etwas detaillierter beleuchtet, weshalb dieser Reiseführer noch empfehlenswerter als „der ganze Westen“ ist, wenn du wirklich nur den Südwesten bereist.

Willst du dir offen halten – vielleicht in einer weiteren zukünftigen Reise – auch den Nordwesten der USA kennenzulernen, dann würde ich eher den Kauf der Ausgabe „der ganze Westen“ empfehlen und für die Feinplanung die weiter unten beschriebenen Bücher in Erwägung ziehen.

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Deutschsprachige Reiseführer mit festgelegten Routen

Eine mögliche Alternative – oder auch Ergänzung! – zu den Büchern aus dem Reise-Know-How-Verlag sind die Reiseführer „Nationalparkroute USA“ von Marion Landwehr, erschienen im Conbook-Verlag. Sie sind besonders für den „Ersttäter“ interessant, der sich um eine konkrete Routenplanung kaum kümmern muss, denn wie der Name schon sagt, wird eine feste Route zu den beliebtesten Nationalparks beschrieben.

Vorteil: Diese Bücher gehen mehr in die Tiefe als der Grundmann. Alles, was entlang der beschriebenen Route liegt, wird ausführlicher behandelt und die Planung wird vereinfacht.

Nachteil: Man ist mit der Route eben ziemlich festgelegt! Kann man sich mit der beschriebenen Route anfreunden, so fährt man gut mit den Büchern. Damit sie sich lohnen, sollte man zumindest einen größeren Teil der Route auch fahren.

Hast du Freude an der individuellen Planung deines USA-Roadtrips, dann empfehle ich dir eher die Anschaffung des zuvor beschriebenen Grundmanns und der Informationsbeschaffung im Internet, z.B. hier auf dem Blog. Die Anschaffung von „Photographing the Southwest“, siehe Beschreibung unten, wäre dann noch eine sinnvolle Ergänzung.

Nationalparkroute USA Südwest

Marion Landwehr beschreibt im Reiseführer „Nationalparkroute USA – Südwest“ eine typische und gut ausgearbeitete Route entlang der „Roten-Steine-Parks“ von Utah und Arizona. Start und Ziel ist Las Vegas, dann geht es über Zion und Bryce zum Capitol Reef und weiter sogar zum Mesa Verde National Park, auf der Rückfahrt natürlich auch zum Grand Canyon.

Bedauerlich ist, dass Moab und v.a. der Arches National Park völlig fehlen! Leider wird auch das Valley of Fire (Nevada) ausgelassen. Kalifornien wird in einem anderen Teil der Serie behandelt!

Ich halte diesen Reiseführer v.a. dann für empfehlenswert, wenn er mit dem Grundmann kombiniert wird, denn dann kann man kleine Änderungen einbauen bzw. auch von Kalifornien aus starten.

Bei einer Kombination von Grundmann mit den „Photographing Southwest“ Büchern würde ich von der Anschaffung der „Nationalparkroute Südwest“ eher absehen!

USA Südwesten – „zum Nachreisen“

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Frank Rösner mit seinem Routen-Reiseführer „USA Südwesten“, der den USA-Urlauber noch mehr an die Hand nimmt und ihm eine tagesgenau beschriebene Route vorgibt. Der Autor spricht im Vorwort selbst von „pauschale Individualreise“. Start und Ziel ist ebenfalls Las Vegas, in einer dreiwöchigen Rundreise werden Death Valley und Joshua Tree zunächst mit dem Mietwagen bereist, im Anschluss folgt eine größere Runde mit dem Wohnmobil, die Grand Canyon, Antelope Canyon, Monument Valley und die Nationalparks Arches, Capitol Reef, Bryce, Zion sowie das Valley of Fire einschließt.

Der Vorteil dieser dezidierten Vorgabe einer Reise liegt in dem geringeren Planungsbedarf für alle Reisenden, die sich mit einer zeitaufwendigen Vorbereitung nicht beschäftigen wollen. Gehörst du zu dieser Gruppe, dann ist das Buch auch eine Empfehlung wert!

Der Nachteil liegt aber auch auf der Hand, der „Blick über den Tellerrand“ geht etwas verloren, siehe meine Einschätzung zu den Routenreiseführern oben. So werden beispielsweise Unterkünfte und Campgrounds weniger beschrieben und der Canyonlands NP wird ausgelassen.

Dieses Buch wurde mir vom Autor kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies beeinträchtigt jedoch weder, ob ich ein Buch empfehle, noch meine Bewertung und Kritik.

Nationalparkroute USA Nordwest

Bei der „Nationalparkroute USA – Nordwest“ wird das Hauptaugenmerk auf den Yellowstone gelegt, der ja nicht ganz einfach in einen Roadtrip einzubauen ist, weil er ziemlich weit entfernt von anderen Sehenswürdigkeiten der Weststaaten liegt – aber es lohnt sich! (Wer Willkommen Fernweh verfolgt, der weiß, das wir große Yellowstone-Fans sind.)

Die beschriebene Route startet in Seattle, führt zunächst zur Olympic Halbinsel und dem Mount Ranier, dann über den North Cascades National Park (der sonst meist stiefmütterlich behandelt wird) und den Glacier zum Yellowstone. Der weitere Verlauf: Grand Teton, Salt Lake City und über Oregon (Portland) wieder nach Seattle.

Für eine Nordwest-Tour würde ich zwar eher einen Gabelflug empfehlen, aber man kann die Rückfahrt nach Salt Lake City ja auch auslassen oder vom Grand Teton weiter bis Denver fahren.

Da sich die meisten Reiseführer mit dem Südwesten beschäftigen, besetzt dieses Buch eine interessante Nische. Er könnte sich selbst dann lohnen, wenn man die Route nicht fahren, aber dennoch den Yellowstone (und Grand Teton) besuchen will, z.B. auch in Kombination mit den Parks von Utah – denn Yellowstone und Grand Teton werden auf fast 80 Seiten beschrieben! Das ist ein Vielfaches gegenüber dem Grundmann.

Tiefergehende Reise- und Fotoführer für bestimmte Regionen

Ich gebe zu, dass ich gerne plane – nicht nur weil ich mich dann optimal vorbereitet fühle und während der Reise kaum noch Zeit zum Nachlesen aufwenden muss, sondern auch, weil es mir Spaß macht und Teil meiner Vorfreude ist! Daher schaue ich mich im Zuge unserer Reisen auch immer nach Büchern um, die bei der Feinplanung helfen. So gut wie z.B. „USA – der ganze Westen“ ist, viele Details zu Nationalparks und anderen Sehenswürdigkeiten können dort aus Platzmangel nicht beschrieben werden.

Allerdings sieht es bei der deutschsprachigen Literatur eher mau aus – für die Weststaaten bin ich bei den Büchern der „Photographing …“-Reihe fündig geworden und kann sie jedem empfehlen, der einigermaßen englisch versteht (was ja auch ein Vorteil bei einer USA-Reise ist…)!

Photographing the Southwest – südliches Utah

Der erste Teil der Reihe, Photographing the Southwest Vol.1, beschreibt die Sehenswürdigkeiten, Wanderungen und auch kaum bekannte und in den großen Reiseführern unerwähnte Orte inkl. hervorragenden Fototipps im südlichen Utah, also Zion, Bryce, Highway 12, Capitol Reef, Canyonlands, Moab, Arches und Cedar Mesa. Dazu gehören auch Seitenstraßen und Dirt Roads, die teilweise nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahren werden sollten.

Ich muss unbedingt hinzufügen, dass das Buch nicht nur für Fotografen sehr nützlich ist! Das Buch enthält weniger allgemeine Tipps zur Planung und für Reiserouten (dafür gibt es ja den Grundmann), dafür behandelt es die verschiedenen Canyons, Landschaftsformen und etliche Wanderungen und gibt eine Wertung zum fotografischen und visuellen Reiz. Außerdem beschreibt der Autor akribisch die Anfahrt und ob sie mit einem normalen PKW zu bewerkstelligen ist und die beste Tageszeit sowie Einstellungen zum Fotografieren.

Ein kleiner Nachteil mag sein, dass die Bücher dieser Reihe wie erwähnt nur im englischen Original erhältlich sind – wenn dies für dich kein Problem darstellt, dann greif zu! Etwas Vergleichbares gibt es im deutschsprachigen Raum nicht!

Photographing the Southwest – Arizona

Im zweiten Teil der Reihe, Photographing the Southwest Vol.2 dreht sich zunächst alles ausführlich um den Grand Canyon. Sollte dieser und auch das Monument Valley, der Antelope Canyon und das Valley of Fire zu deinen Reisezielen gehören, so ist dieses Buch sehr zu empfehlen!

Des Weiteren werden die Sehenswürdigkeiten rund um Page, der Saguaro und der Petrified Forest National Park uvm. beschrieben.

Weitere Bücher der Reihe

Es gibt weitere Bücher dieser Reihe, die ich nicht besitze und daher nicht selbst rezensieren kann, die laut der Amazon-Rezensionen jedoch ebenfalls zu empfehlen sind (man beachte auch die viel zahlreicheren Rezensionen des amerikanischen amazon.com!):

Photographing Yellowstone

Der Titel klingt zwar ähnlich, aber dieses Buch gehört nicht zur selben Reihe wie die zuvor beschriebenen „Photographing…“-Bücher.

Sowohl zur Planung der Reise als auch für den Aufenthalt vor Ort empfand ich das Guide Book „Photographing Yellowstone National Park“ als sehr hilfreich, wobei ich wieder betonen muss, dass es auch, aber nicht nur für Fotografen interessant ist! Das Buch enthält auch viele Tipps für die Natur- und Tierfotografie und man merkt, dass der Autor Gustav W. Verderber über hervorragende Ortskenntnisse verfügt und sich lange Zeit im Yellowstone Nationalpark aufgehalten hat.

Gegenüber den „Photographing the Southwest“ Büchern könnten manche Fototipps noch etwas präziser sein, dafür gefallen mir die Vorschläge für Routen und Zeiten in den verschiedenen Gebieten Yellowstones.

Wenn du dich länger als nur 2 Tage im Yellowstone aufhältst (und das solltest du unbedingt!) und du kein Problem mit englischen Texten hast, ist dieses Buch eine gute Empfehlung – und zusätzlich unsere Yellowstone-Artikel!

Eine weitere wichtige Informationsquelle für die Detailplanung ist natürlich das Internet – seien es Foren, Bewertungsportale wie TripAdvisor oder eben auch Reiseblogs wie Willkommen Fernweh. Unsere Reiseberichte und Ratgeber-Artikel sollen dir auf eine Weise Inspiration und Tipps geben, die über Bücher nicht zu erreichen ist!

E-Books – Pro und Contra

Die meisten der beschriebenen Reiseführer lassen sich auch als E-Book erwerben. Ich würde zwar nicht ausschließlich E-Books dabei haben wollen, aber zur Gewichtsreduzierung können v.a. die „Photographing…“-Bücher in elektronischer Form Sinn machen! Die Vorteile von E-Books liegen auf der Hand, gegenüber einem Roman gibt es aber auch ein paar zusätzliche Nachteile:

Vorteile:

  • Spart Platz und Gewicht.
  • Geringerer Preis.
  • Möglichkeit für elektronische Notizen und Markierungen, zu denen schnell gesprungen werden kann.
  • Suchfunktion gibt es nur bei E-Books!
  • Übersetzungen und Wörterbücher.

Nachteile:

  • Kein schnelles Hin- und Herblättern.
  • Je nach Reiseführer leidet u.U. die grafische Darstellung (Fotos).
  • E-Books können nicht einfach an Bekannte ausgeliehen werden.

Habe ich noch etwas vergessen, hast du weitere Fragen oder eigene Buchempfehlungen? Dann nur her damit, wir freuen uns über deinen Kommentar! 🙂