Las Vegas – Eine hyperaktive Insel in der Wüste

von | 12.08.2015 | 2 Kommentare

Aus 50 Meilen Entfernung könnte man meinen, das Licht in der Ferne sei der Mond, wenn man sich abends, nach Einbruch der Dämmerung Las Vegas nähert. Aber Mond und Sterne sieht man in Las Vegas wohl nur bei komplettem Stromausfall, dafür leuchten, blitzen und blinken die unzähligen Lichter bei Tag und Nacht viel zu hell.

Icon_city_256Wenn du, so wie wir, Las Vegas mit dem Auto besuchst, solltest du deine Route so planen, dass du abends, wenn es schon dunkel geworden bist, in Las Vegas ankommst. Denn dann zeigt sich Las Vegas von seiner beeindruckendsten und spektakulärsten Seite. Meilenweit entfernt mit dem Mondschein zu verwechseln, taucht die Stadt auf einmal mit all seinen Lichtern aus der Wüste auf. Die Hotelgebäude, Einkaufszentren, Leuchtreklamen, die Fahrgeschäfte, die vielen, vielen Menschen geben insgesamt ein bizarres, aber auch sehr faszinierendes Bild ab.

Das Venetian Las Vegas
Las Vegas liegt mitten in der Wüste und ist mit rund 600.000 Einwohnern die größte Stadt des US-Bundesstaats Nevada.

Vdara Hotel

Hoover Dam, Lake Mead

Stratosphere Tower

Premium Outlet North

Premium Outlet South

Welches Hotel in Las Vegas?

Vergleichsweise günstige Unterkünfte

Übernachten ist im absoluten Gegensatz zu nahezu allem anderen (wie z.B. essen, trinken, Eintritte, Bus, Taxi …) in Las Vegas unschlagbar günstig. So kann man sich auch dann, wenn man mit einem durchschnittlichen Budget reist und ein bisschen aufs Geld achtet, schon mal eine stattliche Suite in einem 5-Sterne-Hotel gönnen. Und es hat schon was, wenn man nach einer Nacht auf dem Campingplatz in eine wunderschöne Suite mit großem gemütlichen Bett, allen Annehmlichkeiten, einem tollen Blick über den Strip kommt und sich dort erstmal entspannen kann. Wir haben das sehr genossen!

Auf welches Hotel die Wahl fällt, hängt aber auch davon ab, ob du Lust auf Casino hast oder nicht. Die meisten Hotels – und gerade auch die berühmten Themenhotels wie Venetian, Bellagio, Caesars Palace – beherbergen große, weitläufige Casinos mit viel Trubel. Klar, um Casinos kann und will man in Las Vegas schlicht und einfach keinen Bogen machen. Aber die Frage ist, ob du das in deinem Hotel brauchst. Es gibt eine Reihe guter Non-Gaming-Hotels in Las Vegas.

Icon_Farm-House_256Wir waren z.B. im 5-Sterne-Hotel Vdara Las Vegas und können das sehr empfehlen: ein wenig abseits des ganz großen Rummels, aber dennoch so zentral, dass man schnell auf dem Strip ist (das ist die zentrale Straße mit den großen Hotels). Und mit unserer geräumigen Standard-Suite („Deluxe Suite“) waren wir sehr zufrieden. Für etwas mehr Geld bekommt man bei den „Corner Suiten“ eine bessere Aussicht und noch mehr Platz. Das Vdara liegt direkt hinter dem Bellagio, wer möchte gelangt über einen Durchgang direkt zu dessen Casino.

Zimmer im Vdara Buchen

Zimmer im Vdara Hotel
Unser Zimmer im Vdara Hotel

Parkplatz-Situation

Ein Vorteil von Vegas ist, dass viele Hotels über kostenlose oder kostengünstige Parkplätze verfügen. Beim Vdara und vielen anderen handelt es sich um Valet Parking, das bedeutet, dass ein Hotelangestellter das Auto parkt und bei Bedarf wieder aus der Garage holt. Es gibt keine Parkgebühr, der Angestellte darf aber zu Recht ein Trinkgeld erwarten (3-5 $ Tip beim Abholen des Wagens).

Wir buchten das Vdara (und auch schon andere Unterkünfte) übrigens über booking.com und haben gute Erfahrung damit gemacht. Manchmal gibt es auch Sonderangebote. Die Unterkünfte können meist bis 24 Stunden vor Anreise kostenlos storniert werden.

Nicht unterschätzen solltest du die Entfernungen – ich würde eher keine Unterkunft buchen, die weiter vom Strip entfernt ist. Mangels Parkplätzen kommt es nicht in Frage, mit dem Auto zum Strip zu fahren und der öffentliche Nahverkehr verfügt nur über wenige Linien und ist teuer. Auf dem Strip selbst ist man am besten zu Fuß unterwegs, aber um dorthin zu gelangen musst du je nach Distanz schnell mal 30 Minuten einkalkulieren – und im Dunkeln würde ich nicht in jede Seitenstraße gehen wollen…

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„Mal eben schnell“ gibt´s nicht

„Las Vegas ist wuselig wie ein hyperaktiver Teenager.“

Diese Stadt raubt einem geschickt die Zeit – diese Erfahrung kann man schon am ersten Tag machen. Abends noch „mal eben schnell“ einen Bummel über den Strip machen ist nicht möglich, denn „schnell“ geht hier gar nichts: Es dauert lang, bis man sich durch die Casinos geirrt hat, denn diese sind so angelegt, dass man den Ausgang nicht findet. Poker, Blackjack, Roulette – alles bestens ausgeschildert. Nur das Exit-Schild sucht man vergeblich. Keine Uhren an den Wänden, 24-Stunden-Betrieb und permanent wird etwas Sauerstoff unter die Luft gemischt, damit ja keine Müdigkeit aufkommt. Las Vegas tut alles, um dich möglichst lang im Casino zu halten (spätestens jetzt weißt du auch, warum die Hotels günstig sind – das Geld wird in den Casinos verdient).

Die Stadt ist Tag und Nacht rappelvoll mit Menschen: Touristen, die staunend vor den Attraktionen stehen, im Glücksspielfieber vor den Automaten, ‚Girls‘ in High-Heels, knappen Glitzerdessous und mit aufwändigem Federschmuck auf dem Kopf (eine Mischung aus Engel und Indianer in pink), die dich in Nachtclubs und Casinos locken sollen. Und dann die unzähligen illegalen Wasserverkäufer („Icecold bottled water – only one Dollar!“), Crushed-Ice-Anbieter, die aufdringlichen „Zettelverteiler“, die für Bordelle, Casinos und Shows werben.

Las Vegas ist wuselig wie ein hyperaktiver Teenager. Man braucht ewig, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, die Distanzen sind groß und alles ist voller Umwege. Wo man eben noch entlang gehen konnte, haben nun Bauarbeiter plötzlich ein „Durchgang verboten“-Schild aufgestellt und man muss sich einen neuen Weg bahnen. Also wieder rein in irgendein anderes Hotel, durch das Casino-Labyrinth, von Weitem erkennt man sein Ziel, aber es dauert, es zu erreichen. Und so wird aus „mal eben schnell“ nach dem Abendessen ne Runde über den Strip drehen schon mal ein 4-Stunden-Programm und du fragst dich, wenn du dann irgendwann erschöpft ins Bett fällst, wo eigentlich die Zeit geblieben ist.

Eiffelturm Las Vegas

Heiß und kalt

Ohne Witz: Beim Abendessen in Las Vegas habe ich richtig gefroren und mir eine Jacke gewünscht. Du musst dort nämlich mit ziemlichen Temperaturunterschieden zurecht kommen. Tagsüber werden im Sommer locker Temperaturen von 42 Grad Celsius erreicht, und auch abends und nachts kühlt die Stadt im Sommer nur auf etwa 25 Grad Celsius ab. Zwischen den Gebäuden und auf dem Asphalt staut sich die Hitze und wird durch die Kompressoren der unzähligen Klimaanlagen noch verstärkt. Was dazu führt, dass diese in den Innenräumen umso kühler eingestellt werden, so dass man tatsächlich anfängt zu frieren. Auf den Terrassen wird zusätzlich permanent ein feiner Sprühnebel verteilt, um für Abkühlung zu sorgen.

Fahrenheit-Celsius-Umrechnung

Tipp: So merken wir uns die Fahrenheit-Celsius-Umrechnung im Kopf: 50 Grad Fahrenheit entsprechen 10 Grad Celsius, das ist relativ leicht zu merken. Und für jede 5 Grad Celsius kommen 9 Grad Fahrenheit dazu, also:

50 °F ≈ 10 °C
59 °F ≈ 15 °C
68 °F ≈ 20 °C
77 °F ≈ 25 °C
86 °F ≈ 30 °C
95 °F ≈ 35 °C
104 °F ≈ 40 °C

Obwohl Las Vegas langsam anfängt, an Umweltschutz und Schonung der Ressourcen zu denken (die Fontänen am Bellagio werden nun mit Brauchwasser betrieben, es dürfen ohne Genehmigung keine neuen Swimming Pools mehr gebaut werden und Las Vegas hat drei „Water-Waste-Investigators“ eingestellt), droht der Stadt in naher Zukunft eine Wasserknappheit. Und aus Umweltsicht ist diese dekadente und vergnügungssüchtige Stadt in der Wüste schon eine Zumutung! Beim durchaus empfehlenswerten Ausflug zum Hoover Dam (Staudamm des Lake Mead) kann man selbst sehen, wie stark der Wasserstand bereits gesunken ist.
Caesar’s Palace

Shopping

Was tut man nun tagsüber in Las Vegas, wenn es viel zu heiß ist, um sich draußen aufzuhalten? Entweder du suchst dir regelmäßig Abkühlung im Swimming Pool und kommst mit der Hitze klar – oder du gehst in einen der beiden großen Outlet-Center shoppen.

Es gibt in Las Vegas im Wesentlichen zwei Outlet-Shopping-Center: Premium Outlet North oder South. Wenn du etwas Bestimmtes suchst, solltest du dir vorher anschauen, welche Läden in welchem Outlet vertreten sind. Ansonsten ist ein entscheidendes Kriterium der Auswahl, dass das North-Outlet komplett offen ist und nur die Shops und Restaurants klimatisiert sind. Das Premium Outlet South ist komplett geschlossen und klimatisiert. Daher würden wir im Hochsommer auf jeden Fall das Outlet im Süden empfehlen – sonst trübt die große Hitze unter Umständen das Shopping-Vergnügen. Obwohl wir eigentlich gar nicht so shopping-begeistert sind, haben wir es problemlos auf einen ganzen Tag gebracht.

Stratosphere Tower

Unser persönliches Highlight in Las Vegas ist der Stratosphere Tower, mit 350 m der höchste Turm in Las Vegas. Das Stratosphere ist ebenfalls ein Hotel mit Casino und befindet sich am nördlichen Ende vom Strip. Wir sind dorthin gelaufen, haben aber festgestellt, dass dies vom Zentrum aus doch ganz schön weit ist.

Um auf die Aussichtsplattform zu gelangen, müssen wir zunächst vor der Sicherheitskontrolle eine halbe Stunde Schlange stehen, später nochmal etwa so lange vor dem Zugang zum Lift und das, obwohl wir relativ spät dran sind. Eintritt und Fahrt nach oben kosten pro Erwachsenem 20 Dollar. Und trotzdem: Die Aussicht auf dem Stratosphere Tower ist einfach grandios und macht alle Mühe wett: Man kann von hier aus die ganze Stadt überblicken und sieht auch deutlich die Grenzen der Stadt, denn dahinter ist nichts mehr als Dunkelheit und Wüste. Und so wirkt Las Vegas von oben tatsächlich wie eine Insel in der Wüste.

Ganz oben auf dem Stratosphere Tower gibt es übrigens auch noch mehrere spektakuläre Fahrgeschäfte – Big Shot, X-Scream und Insanity Ride – und den „SkyJump“, bei dem man mit einem Seil gesichert fast wie im freien Fall vom Turm springt. Wenn du Interesse daran hast, kannst du Tickets erwerben, die den Eintritt nach oben UND das ein- oder mehrmalige Benutzen der Fahrgeschäfte beinhalten.

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Fazit

Las Vegas ist der helle Wahnsinn! Die Stadt ist sehenswert, faszinierend, aber gleichzeitig auch schrecklich und nervig. Wir waren zwei Nächte und einen Tag dort und am Ende doch froh, die Stadt wieder hinter uns zu lassen. Die Stadt hebt sich einfach sehr von der Natur und Wildnis ab, die sie unmittelbar umgibt.

Wenn du wie die meisten Las Vegas-Besucher einen Roadtrip durch die Weststaaten unternimmst, solltest du Las Vegas vielleicht eher an den Anfang deiner Reise legen. Wenn du zuvor die Weite, Stille und Wildnis der Nationalparks genossen hast, kann es sein, dass Las Vegas dich flasht und regelrecht umhaut.

Wir werden sicher noch mal wiederkommen, aber auch dann reichen ein bis zwei Tage völlig!

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Tipp: Es gibt für die Premium Outlets ein Coupon Book, eine Art Gutscheinbuch, mit dem man noch mal ordentlich Prozente machen kann. Das Buch kostet, wenn man es vor Ort kauft, 5 Dollar. Du kannst dir aber im Vorfeld einen Gutschein ausdrucken, mit dem du das Coupon Book kostenlos bekommst. Erforderlich ist lediglich die Anmeldung beim VIP-Club im Internet (gratis). Hier gelangst du zur entsprechenden Website.

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