Camping Roadtrip Packliste und Einkaufsliste

Die Vorbereitung deines Wohnmobil-Roadtrips mit Packliste für USA & Kanada

von | 14.05.2017 | 7 Kommentare

Camper gebucht – und dann?

Ein Roadtrip mit dem Wohnmobil, Camping in den USA und auch in Kanada, das kann zu einer unvergesslichen Reise werden. Wir haben uns letztes Jahr ins „Roadtrippen“ mit dem Camper verliebt und wollen dich an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.

Das Wohnmobil ist gebucht, die Vorfreude groß und die Planung und Vorbereitung kann beginnen? Großartig! Doch an was solltest du vor Reiseantritt noch denken, wenn du einen Roadtrip mit dem Camper planst? Worum solltest du dich noch zu Hause kümmern, welche Dinge mitnehmen? Und was vor Ort kaufen?

Mit diesem Artikel will ich das klären und dich mit Camper-spezifischen Tipps für deine (vielleicht erste?) Wohnmobil-Reise in den USA bzw. in Kanada versorgen.

Roadtrip- und Camping-Idylle im Arches Nationalpark, USA
Roadtrip- und Camping-Idylle im Arches Nationalpark, USA

Sollte ich Campgrounds vorbuchen?

Nachdem der Camper gebucht ist, wirst du dich wahrscheinlich an die Ausarbeitung einer Reiseroute machen. In diesem Zuge stellt sich die Frage, ob man Campgrounds reservieren sollte – und manchmal habe ich das Gefühl, dass es hier regelrecht zwei Lager gibt, die ihre Argumente vehement verfechten.

Ich persönlich habe gute Erfahrung mit dem Vorbuchen von staatlichen Campingplätzen gemacht, muss aber auch erwähnen, dass wir im Sommer, also der Hochsaison unterwegs waren und ich einfach gerne plane. Außerdem ist es uns wichtig, innerhalb von Nationalparks zu übernachten und einen schönen Stellplatz zu haben – das gehört für uns zum Camping-Erlebnis in Nordamerika einfach dazu.

Route und Übernachtungsplätze spontaner zu wählen gibt einem natürlich mehr Freiheit, und gerade das schätzen viele Camper und Wohnmobil-Freunde.

Aus eigener Erfahrung würde ich aber zumindest im Juli und August bei beliebten Campgrounds bzw. in Nationalparks dazu raten, rechtzeitig zu reservieren. Für das Wochenende kann das auch in der Nebensaison gelten. Einige besonderes schöne Stellplätze konnte ich nur ergattern, weil ich minutengenau am Computer saß, als sich das Reservierungs-Zeitfenster öffnete.

Unsere Site am Two Jack Lakeside Campground, Banff
Unsere Site am Two Jack Lakeside Campground, Banff

Was du nicht vergessen solltest – unsere Wohnmobil-Packliste

Für eine Wohnmobilreise ist es von Vorteil, schon zu Hause, also noch vor dem Abflug, verschiedene Dinge zu besorgen und einzupacken, die hilfreich sind. Es handelt sich v.a. um Utensilien, die man nicht erst vor Ort in Kanada oder in den USA kaufen kann oder will oder die man sowieso schon hat und nicht vergessen sollte.

Schnelles Trocknen von Handtüchern mit der Camping-Wäscheleine
Schnelles Trocknen von Handtüchern mit der Camping-Wäscheleine

Dementsprechend habe ich für unseren Camping-Roadtrip eine spezielle Wohnmobil-Packliste erstellt, die ich hier zur Verfügung stelle. Sollte sich zukünftig daran etwas ändern, so werde ich diese Liste entsprechend aktualisieren.

  • Steckdosenadapter (siehe auch unten)
  • Mehrfachsteckdosenleiste (so kann man mehrere Geräte gleichzeitig laden, ohne mehrere Adapter zu benötigen)
  • USB-Autoladegerät (12 V) für Smartphones, Tablets …
  • Solarladegerät, am besten in Verbindung mit einer Powerbank (s.u.)
  • Reisehandtücher (sind sehr platzsparend; können eine gute Ergänzung sein, auch wenn ein Satz Handtücher gestellt wird)
  • Travel Blanket (Reisedecke), besonders platzsparend und vielseitig verwendbar (Flugzeug, Camping usw.)
  • Solar-Laterne – Die „Sonnenglas“ Camping-Laterne war ein Geschenk von Kerstin und sie macht schönes Licht. Andenken bewahrt man im Inneren auf (siehe Foto). Fair-Trade-Produkt aus Südafrika!
  • Spültuch
  • Für Kaffee-Fans: Mit der Minipresso und einem kleinen Milchaufschäumer auch unterwegs perfekten Espresso oder Cappuccino genießen! Mehr Infos im Minipresso-Beitrag.
  • Reisekissen (je nach Bedarf, u.U. ist das vorhandene Kissen im Wohnmobil etwas dünn)
  • Camping-Wäscheleine (hat sich bei uns zum Trocknen der Hand- und Spültücher oder auch von Badebekleidung bewährt, siehe Foto)
  • Robuste Haushaltshandschuhe (für das Dumpen, s.u.)
  • Evtl. auch Einmalhandschuhe
  • Evtl. zusätzliches Handtuch (z.B. als Duschabtreter oder Fußabtreter)
  • Schraubendreher oder Multifunktionstool, am besten mit verschiedenen Bits (für kleinere Reparaturen)
  • Evtl. eine beschichtete Pfanne, falls sie noch ins Gepäck passt (die im Wohnmobil vorhandene, unbeschichtete Pfanne konnte man zwar auch für’s Grillen verwenden, ansonsten war sie nicht so toll).

Du solltest natürlich auch immer bedenken, ob alles ins aufzugebende Gepäck passt. Eventuell lohnt sich sogar ein zusätzlicher Koffer, wenn die Zusatzgebühr nicht zu hoch ist. Ansonsten kauft man gewisse Dinge besser erst vor Ort.

Cherry Pie, Espresso und die Solarlaterne lädt auch
Cherry Pie, Espresso und die Solarlaterne lädt auch

Nach der Camper-Übernahme zum ersten Großeinkauf

Und damit kommen wir zum nächsten Kapitel, der Einkaufsliste nach der Übernahme des Wohnmobils. Bei vielen Dingen lohnt es sich schlicht nicht, sie von zu Hause mitzunehmen, da man sie in Nordamerika für kleines Geld genauso gut kaufen kann. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es insbesondere für Lebensmittel Einfuhrbeschränkungen gibt (Details in meinen Beiträgen Einreise USA und Einreise Kanada). Bei anderen Dingen ist es so, dass sie das Fassungsvermögen oder Gewicht des Gepäcks sprengen würden.

Die erste Fahrt mit dem Wohnmobil sollte also zu einem der großen Einkaufsmärkte führen, die neben Lebensmitteln auch Camping-Artikel führen. Für den Neuling kann übrigens alleine der erste Besuch eines riesigen amerikanischen Supermarkts ein Erlebnis sein!

Hier unsere Einkaufsliste:

Camping-Zubehör u.ä.:

  • Fire Starter (Grillanzünder, um das Holz schneller zu entzünden; wir haben auch schon selbst-entzündende Holzkohle verwendet)
  • Picknick-Tischdecke
  • Streichhölzer
  • Grillzange (je nachdem, ob diese schon im Wohnmobil vorhanden ist)
  • Abfallsäcke
  • Toilettenpapier (für die Toilette im Wohnmobil ist spezielles, sich schnell zersetzendes Papier nötig)
  • Toilettenchemie – wird für den Black Water Tank benötigt, damit sich alles zersetzt. Beispiel bei Walmart
  • Klobürste (weil beim Spülen weniger Wasser mit weniger Druck kommt)
  • Küchenrolle
  • Geschirrspülmittel
  • Mückenspray

Hinweis: Sollte es an der Vermietstation des Wohnmobils eine Box mit zurückgelassenen Dingen voriger Mieter geben, die man kostenlos mitnehmen kann, kann sich der Blick auf diese Second-Hand-Artikel durchaus lohnen. Wir haben einen fast neuwertig aussehenden Grillkorb mitgenommen, der im Laden ca. 20 $ gekostet hätte und wirklich hilfreich war, weil viele Feuerstellen an Campgrounds nur über einen Grillrost mit ziemlich weit entfernten Streben verfügen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich Internetbestellungen an das erste Hotel oder den Urlaubsort liefern zu lassen.

Der Ersteinkauf dient darüber hinaus natürlich v.a. dem Bevorraten von Lebensmitteln aller Art (je nach Geschmack und persönlichen Vorlieben, ich will hier keine Liste erstellen, stöbert selbst). Hierbei ist es ein großer Vorteil, im Camper einen vollwertigen Kühlschrank inkl. Gefrierfach zu haben!

Tipp: Nicht zu sparsam beim ersten Großeinkauf sein, was die Mengen betrifft. Ihr seid nun vermutlich noch in Großstadtnähe und habt hier viel mehr Auswahl und günstigere Preise als beim Einkauf auf dem Land oder gar in kleinen General Stores (obwohl auch diese mal einen Besuch wert sind!).

Supermarkt-Einkauf in den USA – durchaus ein Erlebnis
Supermarkt-Einkauf in den USA – durchaus ein Erlebnis

Keine Angst vor dem Dumpen

Wenn du das erste Mal ein Wohnmobil fahren willst, so wirst du dich fast zwangsläufig auch mit dem „Dumpen“ beschäftigen müssen, das heißt mit dem Entleeren der Abwassertanks und dem Befüllen des Frischwassertanks an einer Sanidump-Station.

Aber mach dich nicht verrückt, die ganze Sache ist entspannter, als es zunächst wirken mag (Kerstin war bezüglich der Hygiene besonders skeptisch und nach dem ersten Dumpen beruhigt). Folgende Tipps will ich mit auf den Weg geben:

  • Ich habe noch zu Hause robuste Haushaltshandschuhe besorgt, die ich vor Ort ausschließlich für den Dumping-Vorgang verwendet habe.
  • Der Mitarbeiter des Wohnmobil-Vermieters erklärt den Vorgang bei der Übergabe (ruhig Fragen stellen).
  • An der Dumpstation: Handschuhe anziehen, Abwasserschlauch entnehmen und am Stutzen des Wohnmobils anschließen (er muss fest sitzen!), dann das andere Ende in den Tankstutzen der Dumpstation legen.
  • Nun als erstes den Black Water Tank (Toilettentank) entleeren (man hört, wenn es nicht mehr fließt), danach den Grey Water Tank (Spül- und Duschwasser).
  • Nicht vergessen, die Ventile der beiden Tanks wieder zu schließen!
  • Den Abwasserschlauch vom Wohnmobil abschrauben, mit Wasser durchspülen (Wasserschlauch der Dumpstation – nur zum Reinigen verwenden, nicht für Fresh Water!), danach den Abwasserschlauch wieder verstauen.
  • Toilettenchemie ins Klo geben, mit einem Eimer Wasser nachspülen.
  • Handschuhe ausziehen und verstauen (ich verwende nun auch noch etwas Desinfektionsgel/Sanitizer für die Hände).
  • Zum Fresh Water Schlauch vorfahren und den Frischwassertank befüllen.
  • Fertig!

Man kann für den gesamten Vorgang ungefähr 20 Minuten veranschlagen.

Wie funktioniert die Stromversorgung im Wohnmobil?

Als letzten Punkt zur Vorbereitung der Wohnmobil-Tour möchte ich noch die Stromversorgung erwähnen, denn ein Wohnmobil ist kein Hotelzimmer.

Grundsätzlich hat der Strom in den USA und Kanada nur eine Spannung von 110 Volt. Ladegeräte z.B. für das Smartphone oder den Rasierer kommen damit meist klar (erkennbar an der Aufschrift 110-230 V), andere Geräte werden jedoch nicht funktionieren. In jedem Fall ist ein Steckdosen-Adapter notwendig.

Stromanschluss am Campground – für uns die Ausnahme
Stromanschluss am Campground – für uns die Ausnahme

Im Wohnmobil gelten außerdem folgende Einschränkungen:

  • Die Steckdosen im Wohnmobil können nur benutzt werden, wenn das Wohnmobil am Campingplatz am Strom angeschlossen ist (solche Stellplätze sind auf staatlichen Plätzen aber nicht die Regel und oft sind die schöneren Sites ohne Stromversorgung!).
  • Alternativ kann zum Wohnmobil auch ein Stromgenerator dazu gemietet werden (oder dieser ist bereits an Bord). Hierbei gilt es zu beachten, dass der Generator Benzin verbraucht, Lärm macht und auf den meisten Campgrounds nur zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden darf.
  • Smartphones, E-Book-Reader etc. lassen sich auch über den 12/24-Volt-Stecker (Zigarettenanzünder) laden, Adapter vorausgesetzt.
  • Wir haben auch gute Erfahrung mit einem faltbaren Solarpanel gemacht, an das wir eine Powerbank angeschlossen und geladen haben (siehe Foto). So lassen sich Smartphones unabhängig vom Fahrzeug oder ohne Landstrom laden.

Persönliche Anmerkung: Wir sind ohne Generator ausgekommen und da wir das Notebook zu Hause lassen und die Steckdose nur zum Laden der Foto-Akkus benötigen, von denen ich gleich zwei besitze, ist es ausreichend gewesen, nur alle paar Tage mal eine Campsite mit Stromanschluss zu haben.

Unser Anker-Solarpanel im Einsatz
Unser Anker-Solarpanel im Einsatz

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Fazit

Ein Roadtrip mit dem Wohnmobil durch Kanada und/oder die USA ist ein großartiges Erlebnis und an das Fahren gewöhnt man sich schnell. Mit der richtigen Vorbereitung, eventuell dem Reservieren von Campgrounds und einer Packliste steht dem Vergnügen nichts mehr im Wege!

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ESTA / eTA nicht vergessen

Für die USA und inzwischen auch für Kanada ist eine elektronische Einreisegenehmigung (ESTA für USA und eTA für Kanada) zwingend notwendig!

Mehr dazu und auch zu allen weiteren Fragen und Bestimmungen zur Einreise hier:

Weitere empfehlenswerte Ratgeber

Weitere Tipps kannst du auch dem Beitrag Mietwagen oder Wohnmobil? entnehmen.

Andere Reiseblogs bieten noch weitere Ratgeber-Artikel zum Reisen mit dem Wohnmobil in Nordamerika. Ich empfehle dir die Folgenden:

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