Mietwagen oder Wohnmobil? Unser Ratgeber für USA und Kanada

von | 09.03.2017 | 8 Kommentare

Planst du einen Roadtrip in den USA oder Kanada und fragst dich, ob du ganz klassisch mit Mietwagen und Hotelübernachtungen oder mit einem Mietcamper (RV, Wohnmobil) unterwegs sein willst? Wir haben Roadtrip und Camping mit dem Wohnmobil in den USA und Kanada lieben gelernt, können uns aber nach wie vor auch für die Variante mit Mietwagen begeistern. Damit du es mit deiner Entscheidung leichter hast, folgt hier unser großer Vergleich.

Spätestens vor Ort wird man auf die Wohnmobile aufmerksam

Früher oder später fragen sich wahrscheinlich die meisten Roadtrip-Fans, ob sie mit Mietwagen oder vielleicht auch mal mit Wohnmobil unterwegs sein wollen, und zwar ganz unabhängig davon, ob sie schon Camping-Erfahrung mitbringen oder nicht.

„Früher“, das kann schon ganz zu Anfang der Überlegungen zur Reise sein, z.B. weil man beim Stöbern im Internet (so wie hier) oder beim Schmökern in einem Reiseführer auf das Thema aufmerksam wird. So ist auch im Klassiker, dem „Grundmann“ (USA – der ganze Westen) der Thematik Mietwagen und Camping ein ganzes Kapitel gewidmet und der beliebte Reiseführer „Nationalparkroute Kanada“ ist zwar für beide Reisearten geeignet, bietet sich aber besonders für Camping-Roadtrips an.

„Später“ wäre beim intensiveren Befassen mit der Reiseplanung und vielleicht auch erst vor Ort, wenn man in einem Nationalpark unterwegs ist und mit eigenen Augen sieht, wie schön ein nordamerikanischer Campingplatz sein kann.

Wohnmobil oder Mietwagen?

Vergleich von Mietwagen und Wohnmobil – Vor- und Nachteile

Die meisten sind ganz klassisch mit einem Mietwagen in den USA und Kanada unterwegs und es macht auch einfach Spaß, entspannt über die Highways zu cruisen – v.a. in den Weststaaten. Hier bietet sich die Miete eines SUV an, damit fühlt man sich landestypisch motorisiert und evtl. wird auch das Befahren von Schotterstraßen möglich. Spaß kann aber auch das Fahren mit dem offenen Roadster machen, meist sind es Ford Mustang und Chevy Camaro als Cabrio, die auch gar nicht so viel teurer sind.

Mit dem Camaro Cabrio auf Maui unterwegs
Mit dem Camaro Cabrio auf Maui unterwegs

Ein Wohnmobil verspricht einen Reisestil, wie ihn viele Amerikaner und Kanadier selbst mit großer Vorliebe praktizieren. Auch hier macht das Cruisen Spaß (und man gewöhnt sich auch ziemlich schnell an die Dimensionen des Gefährts) und wer die Natur Nordamerikas liebt, der wird wunderbare Stellplätze für die Nacht finden.

Für beide Varianten ist es von Vorteil, dass das Benzin in Nordamerika nach wie vor ziemlich günstig ist. Wobei wir beim ersten Vergleichspunkt sind:

Die Kosten

Hochsaison:

Keine Illusionen: Wenn es rein um’s Finanzielle geht und du in der Hauptsaison (Sommermonate von Juni bis einschl. September) unterwegs sein willst, wird der Wohnmobil-Roadtrip teurer sein als das Pendant mit dem Auto und je nachdem, wie genügsam du mit Unterkünften bist, sogar deutlich teurer. In diesem Zeitraum musst du leider mit satten Aufschlägen für die Wohnmobilmiete rechnen, selbst wenn du Monate vorher buchst (was ich raten würde, es gibt Frühbucherrabatt).

Ein Midsize-SUV ist vergleichsweise günstig, für 3 Wochen in der Hauptsaison im Sommer kann man von 1000 Euro ausgehen. Die Unterkünfte sind in den letzten Jahren etwas teurer geworden, einfache Motels und günstige Hotelketten gibt es zwar schon deutlich unter 100 Dollar pro Nacht, für schöne B&Bs und stilechte Unterkünfte in den Nationalparks muss man aber mehr ausgeben, teilweise nicht nur über 100, sondern sogar über 150 Dollar die Nacht. Städte wie San Francisco oder Vancouver sind außerdem besonders teuer.

Ein kleines bis mittleres Wohnmobil (z.B. Kategorie 21-25 Fuß) von einem guten Anbieter liegt demgegenüber bei 150-200 Euro pro Tag (inkl. Meilenpauschale, Versicherungen und Ausstattung). Das sind bei 3 Wochen also bereits über 3000 Euro und auch hier kommen (geringe) Übernachtungskosten hinzu, wenn man auf schönen staatlichen Campgrounds stehen möchte (ca. 10-40 $ pro Nacht).

Was auch ins Gewicht fallen kann, sind die Verpflegungskosten, wobei auch hier die Unterschiede enorm sind. Mit Family Restaurants und tagsüber ein bisschen Selbstverpflegung lässt sich auch mit dem Mietwagen eine Menge Geld sparen. Mit dem Wohnmobil sind die Kosten niedriger, da man sich mit Herd und Kühlschrank komplett selbst verpflegen kann, ab und zu will man aber auch hier mal Essen gehen.

Die Spritkosten sind mit einem Wohnmobil höher, da es einfach viel mehr verbraucht. Selbst ein Dieselmodell, das es manchmal als Truck Camper in Kanada gibt, verbraucht 15-20 Liter pro 100 Kilometer, die meisten Standard-RVs sind jedoch Benziner und verbrauchen über 20, teils sogar über 25 Liter! Damit verdoppeln (oder verdreifachen) sich die Benzinkosten gegenüber einem SUV.

Nebensaison:

In der Nebensaison macht es auch rein kostenmäßig Sinn, Mietwagen und Camper miteinander zu vergleichen. Viele Anbieter geben in dieser Zeit teils deutliche Rabatte auf die Wohnmobil-Miete, sodass – je nach persönlichem Reisestil – der Wohnmobil-Urlaub nun finanziell mit dem Mietwagen mithalten oder sogar günstiger sein kann!

Reizvolle Übernachtungen im Bed & Breakfast
Reizvolle Übernachtungen im Bed & Breakfast

Übernachten in der Natur – oder in Hotel & B&B

Dieser Punkt geht meines Erachtens ans Wohnmobil, denn es ist oft einfach traumhaft schön, den Abend und die Nacht mitten in der Natur Nordamerikas zu verbringen. Noch näher dran ist man allerdings mit dem Zelt, was ja auch eine Möglichkeit sein kann, wenn man mit dem Mietwagen reist. Nachteil: Bei schlechtem Wetter merkt man, wie nah man dran ist!

Demgegenüber haben wir aber auch schon wunderbare Unterkünfte kennengelernt, die mit tollen Gastgebern, leckerem Frühstück oder authentischem Flair glänzten.

Abendessen im Devil's Garden Campground
Abendessen auf dem Campground

Die amerikanischen Campgrounds sind ein Erlebnis

Wer Wohnmobile und v.a. Campingplätze nur von Europa kennt bzw. das Bild einer „Parkplatzatmosphäre“ auf der Wiese vor Augen hat, sollte sich unbedingt Fotos und Berichte von Kanada und den USA anschauen. Gerade die staatlichen Campgrounds in National Parks, State Parks (bzw. Provincial Parks in Kanada) und National Forests sind oft wunderschön angelegt, mit viel Platz für jeden Stellplatz und mitten drin in der Natur. Teilweise sogar mit tollem Ausblick auf die beeindruckende Landschaft. Meist gehört zu jedem Stellplatz eine Feuerstelle (Fire pit) mit Grillrost und ein Picknicktisch.

Unsere Site am Two Jack Lakeside Campground, Banff
Campground mit Stellplatz direkt am See!
Wir grillen schon zu Hause gerne und lieben es, in Nordamerika am Ende eines Roadtrip-Tages Würstchen oder Fleisch auszupacken, am Feuer zu sitzen und später am Abend den prächtigen Sternenhimmel anzuschauen, bevor es zum Schlafen in den Camper oder ins Zelt geht.
Feuerstelle (Fire Pit) am Campground
Feuerstelle (Fire Pit) mit Grillrost am Campground

Mehr Flexibilität und Spontanität mit dem Auto

Ein Wohnmobil bietet viel mehr Platz, ist dafür aber auch viel größer als ein Auto, und das hat natürlich auch Nachteile. Es fängt beim Wenden und Rückwärtsfahren an – das bekommt man zwar auch mit dem Camper hin, braucht aber mehr Platz zum Rangieren.

Wer kleine Nebenstraßen und Dirt Roads bzw. Gravel Roads befahren will (die Versicherungsfrage lassen wir mal außen vor), der hat es mit einem SUV als Mietwagen viel leichter. In Kanada sind wir mit unserem Truck Camper mit zuschaltbarem Allradantrieb zwar auch auf Schotterstraßen unterwegs gewesen und sogar eine Art Waldweg den Berg hinaufgefahren (im Wells Gray Park), man muss aber definitiv mit Einschränkungen leben. Außerdem sind Truck Camper zwar in Kanada, aber nicht in den USA üblich.

Gravelroad Burr Trail, Utah
Allradabenteuer, Kauai
Auch ein Allrad-Jeep ist relativ günstig zu mieten und erlaubt Touren, die mit Wohnmobil nicht möglich wären

Auch hinsichtlich Campgrounds tut man gut daran, auf die Größe des Wohnmobils zu achten, denn manche (oft die besonders schönen) Stellplätze lassen sich nicht mit großen Campern ansteuern. Hier hat man es mit einem kleineren Wohnmobil unter 25 Fuß oder natürlich Mietwagen und Zelt leichter.

Hat man das Wohnmobil mal auf dem Campground abgestellt, so ist man weniger spontan unterwegs als mit dem Auto, bei dem man jederzeit einfach einsteigt und losfährt. Im Wohnmobil muss zunächst der Innenraum kontrolliert werden, sind alle Utensilien sicher verstaut, Türen und Fenster verschlossen? Morgens und abends mal schnell losfahren und z.B. nach Tieren Ausschau halten, fällt mit dem Mietwagen leichter.

Freiheit der spontanen Routenwahl mit dem Wohnmobil

Viele Camper sehen es als großen Vorteil und genießen es, sich bei der Gestaltung der Route treiben zu lassen und diese nur grob vorzuplanen. Schließlich hat man seine Unterkunft immer dabei und v.a. dann, wenn man keine Campgrounds vorreserviert hat, fällt es leicht, an einem schönen Ort länger zu verweilen oder von dort, wo es einem weniger gefällt oder das Wetter schlecht ist, früher abzureisen.

Ist man mit dem Mietwagen unterwegs, so hängen spontane Routenänderungen davon ab, ob man Unterkünfte vorreserviert hat oder nicht. Und selbst wenn nicht, dann fällt es leichter, einen Stellplatz für ein Wohnmobil zu finden als ein ordentliches Zimmer für die Nacht.

Ich gebe jedoch zu, dass wir – unabhängig von der Reiseart – die meisten Unterkünfte oder Stellplätze vorreservieren und habe damit in der Sommersaison auch gute Erfahrung gemacht (viele Campgrounds waren voll belegt), insofern ist dieses Argument für uns nicht ganz so wichtig wie für andere.

„Bärenstau“ auf dem Bow Valley Parkway
„Bärenstau“ auf dem Bow Valley Parkway

Alles im Camper dabei

Bei einem langen Roadtrip hatten wir schon mit dem Mietwagen das Gefühl, dass er eine Art von „Home Base“ für uns ist, denn die Quartiere wechseln, das Fahrzeug aber nicht. Mit dem Wohnmobil verstärkt sich das noch deutlich, denn es ist sozusagen die kleine Wohnung, die man immer dabei hat. Und das empfinden wir als großen Vorteil.

Denk mal an die Toilette – ja, man findet auch ohne eigenes Klo immer eine Gelegenheit, aber man gewöhnt sich schnell daran und weiß es bald sehr zu schätzen, sich überall – auch dort, wo öffentlich nur ein Plumpsklo vorhanden ist – erleichtern zu können. Und zwar problemlos mit Hinsetzen!

Und dann natürlich der eigene, geräumige Kühlschrank, ein Herd zum Kochen, eine Dusche und ein erstaunlich geräumiges und gemütliches Bett, das alles ist immer dabei! Im Mietwagen benutzen wir eine Kühlbox, die täglich mit Eiswürfeln aufgefüllt wird und so auch das Kühlen von ein paar wenigen Getränken und Lebensmitteln ermöglicht. Eine gute Sache, aber es kommt nicht an ein Wohnmobil heran.

Das zeigt sich auch beim Einkaufen: Anfangs ist es schon ein komisches Gefühl, mit dem Einkaufswagen zum Wohnmobil zu gehen und dort alles direkt einzuräumen, quasi vom Supermarkt direkt in die Küche/Wohnung. Der Vorteil ist, dass man kaum Platzprobleme hat und sich um die Kühlung von Lebensmitteln keine Gedanken machen muss.

Unsere Packliste und Tipps zum Einkaufen, Dumpen usw. findest du übrigens hier: Die Vorbereitung deines Wohnmobil-Roadtrips mit Packliste für USA & Kanada

Mit dem Mietwagen räumt man bei jedem Unterkunftswechsel sein Gepäck ein und aus, und das können bei einem typischen Roadtrip ja viele Male sein. Dieses Be- und Entladen fällt bei einem Wohnmobil weg, man räumt bei Übernahme alles in die Schränke und Schubladen und ist versorgt, muss nicht aus dem Koffer leben!

Geräuschkulisse beim Fahren

Hiermit meine ich nicht Motorgeräusche, die beim Wohnmobil sogar Spaß machen können, sondern das Geklappere von Geschirr etc. aus dem Wohnmobil-Innenraum. Damit muss man leben, was mit einem Mietwagen natürlich nicht der Fall ist.

Übrigens ist dies auch ein Argument für einen Truck Camper, denn hier gibt es keinen Durchgang von Fahrerkabine zur Wohneinheit und deshalb fährt er sich mehr wie ein großer Pickup.

Angst vor dem Fahren

Vielleicht hast du etwas Bammel, ob du ein Wohnmobil fahren kannst, denn die Abmessungen unterscheiden sich doch erheblich von denen eines SUV. Aber keine Angst, es geht besser, als du denkst, wirklich! Auch Kerstin hatte vor der ersten Fahrt feuchte Hände, sich aber schon nach wenigen Minuten ganz gut an alles gewöhnt. Auf amerikanischen Highways unterwegs zu sein, macht das Fahren auch entspannter.

Vor allem beim Rangieren und auf Campgrounds (Fahrzeughöhe, Äste …) muss man etwas aufpassen und benötigt meist den Beifahrer als Einweiser, aber auch daran gewöhnt man sich. Niemand sollte sich nur deshalb gegen ein Wohnmobil entscheiden, weil er/sie Angst vor dem Fahren hat, v.a. nicht in den USA und Kanada!

An diesem Trailhead gibt es (noch) genug Plätze für Wohnmobile
An diesem Trailhead gibt es (noch) genug Plätze für Wohnmobile

Unterschiede bei Anmietung und Rückgabe

Die Buchung eines Wohnmobils ist ein wenig aufwändiger als die eines Autos, denn man muss auf mehr Dinge achten, z.B. die Versicherung, persönliche Ausstattung und wieviele Meilen inklusive sein sollen. Bei einem Mietwagen gibt es in der Regel keine Kilometerbegrenzung.

Ein Mietwagen ist normalerweise kostenlos stornierbar, was eine Buchung erleichtert. Entdeckst du nachträglich ein besseres Angebot, entscheidest dich doch noch für eine andere Fahrzeugklasse oder wirst auf einen Nachteil deines Vermieters aufmerksam, so stornierst du einfach und buchst neu.

Bei einem Wohnmobil bist du hier in der Regel auf die Kulanz des Vermieters angewiesen, denn es ist nicht kostenlos stornierbar. Die meisten Anbieter behalten die Anzahlung in Höhe von 10-20 Prozent des Gesamtpreises ein, und das können mehrere hundert Euro sein (hier lohnt es sich übrigens, das Kleingedruckte zu lesen).

Ein weiterer Nachteil bei der Wohnmobilmiete ist, dass du einen Camper nicht schon direkt bei Ankunft am Flughafen entgegen nehmen kannst, die meisten Vermieter verlangen eine erste Übernachtung nach dem Transatlantikflug. Die Übernahme des Wohnmobils ist an feste Zeiten gebunden, vormittags oder mittags. Auch die Rückgabe kann meist nur bis mittags erfolgen, ansonsten riskiert man eine Nachzahlung. Da das Übernahme- und Rückgabeprozedere bei einem Wohnmobil spürbar mehr Zeit kostet als bei einem Auto und etwas unflexibler ist, lohnt es sich meines Erachtens auch erst ab einer Mietdauer von zwei Wochen aufwärts.

Abends essen gehen -> Mietwagen

Ja, auf dem Campingplatz zu grillen macht Spaß – aber manchmal Essen zu gehen eben auch. Sich in der Unterkunft zu duschen und frisch zu machen, um danach mit dem Auto ein Restaurant aufzusuchen, fällt leichter, als das Wohnmobil wieder klar zu machen, wenn man sich bereits auf dem Stellplatz eingerichtet hat.

Frühstücken an schönen Plätzen -> Camper

Wir gehen zwar auch gerne mal in ein schönes Café, um ausgiebig zu frühstücken, aber nichts ist besser, als sich unterwegs ein Plätzchen in einer wunderschönen Umgebung zu suchen und das Frühstück zu zelebrieren! 🙂

Das geht zwar grundsätzlich auch mit dem Mietwagen, z.B. wenn man einen Ort mit Picknicktischen findet (und das gibt es gar nicht mal so selten), aber morgens möchten wir uns eigentlich sattessen – und das funktioniert eben viel besser, wenn man seine Küche dabei hat. So kannst du dir dein eigenes American Breakfast zubereiten, z.B. mit Spiegel- oder Rührei, Toast, Speck, Oatmeal usw.

Frühstück in Kanada, Leach Lake
American Breakfast mit Hilfe der Wohnmobil-Küche

Stadtbesuche und Parkplatzprobleme

Ein Roadtrip mit dem Wohnmobil macht besonders viel Spaß, wenn man sich außerhalb der Städte aufhält. Insbesondere die Innenstädte von Großstädten und Megacities wie L.A. können schon mit dem Auto eine Herausforderung sein, mit einem Camper macht dir der Verkehr dann noch mehr zu schaffen. Immerhin gibt es die Möglichkeit, einen stadtnahen Campground aufzusuchen (diese sind meist aber auch nicht so schön) und die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden.

Parkplätze in Städten sind mit dem Auto leichter zu finden – hier: Jasper
Parkplätze in Städten sind mit dem Auto leichter zu finden – hier: Jasper
Ein weiteres Problem kann die Parkplatzsuche mit dem Wohnmobil sein. Während du außerorts, bei Supermärkten und in Kleinstädten selten in Bedrängnis gerätst, weil in Amerika einfach alles größer ist, sieht es in Großstädten und bei viel besuchten Sehenswürdigkeiten mitunter anders aus.
Wildlife-Spotting im Yellowstone
Wildlife-Spotting im Yellowstone – an manchen Stellen wird es schwieriger mit Wohnmobil

Entspannter Cruisen mit Wohnmobil

Schon mit dem Auto macht das Fahren in den USA und Kanada einfach Spaß, mit dem Wohnmobil gefällt es uns – auf freier Strecke – sogar noch besser. Warum? Du sitzt erhöht und hast einen besseren Überblick, kannst z.B. auch wilde Tiere besser entdecken und nach dem Anhalten beobachten. Und der fehlende Innenrückspiegel führt dazu, dass du nachfolgende Fahrzeuge nicht so ständig im Blick hast wie mit dem Auto. Eine Schlange hinter dir, will jemand schneller fahren? Selbst Schuld, erstens bemerkst du es mitunter nicht sofort, zweitens sitzt du im „dicken Brummer“, sollen sie sich nach dir richten oder dich überholen.

So geht entspanntes Cruisen par excellence! 🙂

Autos, Biker und Wohnmobile auf dem Roadtrip in den kanadischen Rockies

Reisen wie die Einheimischen

Einen letzten Punkt möchte ich nicht unerwähnt lassen: Egal ob in Kanada oder den USA, die Amerikaner lieben einfach das Campen und ihre RVs (RV = Recreational Vehicle, bezeichnet alle Campmobile)! Viele sind auch mit Wohnwagen (Trailer) oder Wohnmobilen unterwegs, die schon eher einem Reisebus ähneln …

Mit dem Wohnmobil reisen wir also so, wie es viele Einheimische gerne tun. Und kommen mit ihnen ins Gespräch, v.a. auf den Campgrounds, hier hatten wir schon interessante und herzliche Begegnungen und Gespräche mit überwiegend sympathischen und freundlichen Menschen.

Demgegenüber haben wir v.a. in familiär geführten Bed & Breakfasts ebenfalls tolle Begegnungen gehabt, insgesamt sind uns Kontakte zu Einheimischen auf Campingplätzen aber zahlreicher in Erinnerung.

Zusammenfassung – Infografik

Zur besseren Übersichtlichkeit und um den Vergleich einer Mietwagen-Rundreise mit einem Wohnmobil-Roadtrip in den USA und Kanada abzurunden, habe ich die folgende Infografik erstellt (Anklicken zum Vergrößern):

Letztendlich wird natürlich immer auch die persönliche Vorliebe eine Rolle spielen!

Mietwagen oder Wohnmobil in USA und Kanada Infografik
Infografik „Mietwagen oder Wohnmobil“ – Anklicken zum Vergrößern!

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Fazit

Schon während unserer ersten Weststaaten-Rundreise konnten wir uns für das Campen begeistern, da wir zwar mit dem Mietwagen unterwegs waren, aber ein paar einzelne Übernachtungen im Zelt eingestreut hatten. So richtig lieben gelernt haben wir es aber erst durch unsere Wohnmobil-Tour, für uns eine wunderbare Art und Erlebnis, durch die USA und Kanada zu reisen und naturnah zu sein.

Wir kennen aber auch die Nachteile eines Trips mit dem Wohnmobil, die meist die Vorteile einer Tour mit dem Mietwagen sind. Und in der Hochsaison ist rein kostenmäßig ein Roadtrip mit dem Mietwagen nicht zu schlagen, wir würden aber immer ein paar Nächte im Zelt einbauen, um so zumindest ab und zu das Campground-Erlebnis zu haben. Für die anderen Nächte sind schöne B&Bs eine gute Wahl.

Es bleibt festzuhalten: Die Entscheidung für Mietwagen oder Wohnmobil ist auch immer eine Frage der persönlichen Vorliebe!

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

Kein Full Hookup

Ein Vollanschluss auf dem Campingplatz, wodurch das Wohnmobil von außen mit Strom und Wasser versorgt wird, erscheint zunächst attraktiv – wir können dazu aber nur ausnahmsweise raten. Dabei geht es weniger um den etwas höheren Preis, sondern darum, dass Full-Hookup-Stellplätze oft weniger schön sind und/oder sogenannte Pull-Thrus, die auch für Trailer (Anhänger) geeignet sind. Das geht aber oft mit weniger Naturnähe und Privatsphäre einher.

Minipresso

Wenn du beim Campen nicht auf „richtigen“ Espresso und Latte Macchiato verzichten willst, so können wir dir die Minipresso ans Herz legen, eine reisetauglich kleine, handbetriebene Siebträger-Maschine. Damit haben wir unser selbst zubereitetes American Breakfast noch wunderbar ergänzt.

Mehr im Artikel Die Minipresso – leckerer Espresso für Camping und unterwegs.

Mietwagen und Zelten

Wie bereits im Artikel erwähnt halte ich es für eine reizvolle Möglichkeit, grundsätzlich zwar mit dem Mietwagen unterwegs zu sein und die meisten Nächte in einer normalen Unterkunft zu verbringen, einzelne Nächte aber zu zelten und so Naturnähe und Campground-Atmosphäre mit dem Mietwagen zu verbinden.

Zu diesem Zweck haben wir Zelt, Airbed und Zubehör erst vor Ort in Amerika gekauft, allerdings vorbestellt. Wie das geht, erkläre ich im Artikel Gepäck sparen: Wie du im Internet bestellst und an den Urlaubsort liefern lässt.

Übrigens: Eine genaue Kostenaufstellung zu 4 Wochen USA Roadtrip (in der Nebensaison!) hat Tanja vom Blog takly on tour gemacht, allerdings hat sich der Wechselkurs inzwischen verschlechtert.

Hast du Fragen zum Artikel? Und wie ist deine eigene Erfahrung, bevorzugst du den Mietwagen oder das Wohnmobil? Oder sogar Zelt, vielleicht auch Vancamper oder Carcamping? Wir sind gespannt auf deine Gedanken, bitte schreibe uns einen Kommentar!

Und wenn dir der Beitrag gefällt, freuen wir uns natürlich auch darüber, wenn du ihn in den sozialen Medien teilst und weitergibst. 🙂