Ein kleines Juwel: Das Hidden Valley im Joshua Tree National Park

von | 26.Sep.2019 | 2 Kommentare

Ein „verstecktes Tal“ im Joshua Tree National Park, das klingt doch richtig reizvoll! Wir nutzten die Gelegenheit, während der drei Tage unseres Besuchs im Park auch das Hidden Valley zu erkunden sowie auf dem nahe gelegenen Campground zu übernachten und wollen dir von unseren Eindrücken berichten.

Info zur Reisezeit: Wir haben den Joshua Tree National Park Anfang Mai besucht.

Intersection Rock beim Hidden Valley Campground, Joshua Tree National Park

Intersection Rock beim Hidden Valley Campground

Worum handelt es sich beim Hidden Valley?

Das Hidden Valley darfst du dir zwar nicht wie im klassischen Sinne als von Bergen umringtes Tal mit Fluss hindurch vorstellen, aber es ist trotzdem ein besonderer Ort innerhalb des Joshua Tree Parks.

Es handelt sich um eine sogenannte Miniatur-Welt von nur ein paar Hundert Metern Durchmesser, nach außen fast komplett durch Felsen und Geröll von der umgebenden Landschaft abgetrennt. Durch diese Besonderheit ist ein eigenes Mikroklima entstanden, denn die Felsen schwächen den Wind ab und sammeln Feuchtigkeit, was wiederum viele Pflanzen und Tiere nutzen, die es teilweise nicht oder nicht in dieser Häufung oder Ausprägung in anderen Teilen des Parks gibt.

Vom Park- und Picknickplatz aus führt ein Nature Trail mit vielen Infotafeln durch das Hidden Valley.

Ein eigenes Kleinklima durch die felsige Umrandung, Joshua Tree National Park

Ein eigenes Kleinklima durch die felsige Umrandung

Unser Übernachtungsplatz: Der Hidden Valley Campground

Nachdem wir für die erste Nacht unseres Aufenthalts im Joshua Tree Nationalpark eine Site auf dem schönen, wenn auch etwas abgelegenen Indian Cove Campground reserviert haben, wollen wir nun für die kommenden beiden Übernachtungen auf einem der schön und zentraler gelegeneren Campgrounds bleiben. Schon die ersten Kilometer nach der Parkeinfahrt machen Lust auf mehr, wir kommen an vielen Joshua Trees (botanisch eigentlich keine Bäume, sondern große Yuccas) und den für den Park so charakteristischen Felsformationen vorbei und da wir Anfang Mai unterwegs sind, ist es auch noch nicht so heiß wie im Hochsommer.

Erstes Ziel ist der vielfach gelobte Hidden Valley Campground, für den Reservierungen nicht möglich sind (first come first served). Wir treffen am späten Vormittag ein und zunächst sieht es so aus, als würden wir dort nichts für unser dickes Wohnmobil (26 Fuß) finden. Aber Site Nr. 22 ist wunderschön gelegen und mit ein wenig Rangieren und Leveln klappt es. Hier bleiben wir gerne und fühlen uns gleich wohl!

Der Hidden Valley Campground im Joshua Tree National Park

Der Hidden Valley Campground im Joshua Tree National Park

Der Hidden Valley Campground ist relativ klein und zumindest der zentrale Loop ist für große Wohnmobile weniger geeignet und relativ eng, aber dafür gefällt er uns besser als der größere und bekanntere Jumbo Rocks, den wir uns auch noch anschauen. Außerdem ist das namensgebende Hidden Valley fußläufig nur ca. zehn Minuten entfernt, weitere Trailheads befinden sich in der Nähe und der Shuttle Bus hält auch direkt vor dem Campingplatz. 

Das Hidden Valley am Abend

Nach dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Hidden Valley. Wir laufen von unserer Campsite aus in ca. 10 Minuten zum Trailhead und entdecken schon hier mehrere schön blühende Kakteen.

Blühender Kaktus im Joshua Tree National Park

Blühender Kaktus nahe des Hidden Valley

Vom Trailhead am Parkplatz geht es nur ein kurzes Stück bergauf und über ein paar Felsen, dann können wir in das versteckte Tal blicken. Das Hidden Valley ist wirklich ein kleines Juwel, es liegt hinter lauter hohen Steinen und hat daher sein ganz eigenes Mikroklima. Als wir es betreten, geht gerade die Sonne unter, das Licht ist insbesondere auch zum Fotografieren toll. Es sieht aus wie eine kleine Oase. Für die relativ kurze Loop-Wanderung (1 Meile) ist es uns schon zu spät und so beschließen wir, dort morgen früh nochmal zu wandern.

Cholla Cactus im abendlichen Hidden Valley, Joshua Tree National Park

Cholla Cactus im abendlichen Hidden Valley

Sonnenuntergang im Hidden Valley, Joshua Tree National Park

Sonnenuntergang im Hidden Valley

Wir gehen mit den letzten Sonnenstrahlen zurück zum Campground und können weitere Eindrücke der vom warmen Licht der untergehenden Sonne beschienenen Landschaft und Felsformationen sammeln.

Abendstimmung und blühender Kaktus im Joshua Tree National Park

Abendstimmung auf dem Rückweg zum Campground

Das letzte Bild des Tages entsteht wieder am Campground:

Joshua Tree Abendsilhouette (Joshua Tree Nationalpark)

Joshua Tree Abendsilhouette

Der Hidden Valley Nature Trail

Icon HikingEine für uns wunderbare Wanderung im Joshua Tree Nationalpark ist der Hidden Valley Nature Trail.

Länge: knapp 2 km
Schwierigkeit: leicht (meist eben mit ein paar kleineren Steigungen).
Belag: nicht asphaltierter/unbefestigter Trail, nicht für Kinderwagen/Rollstühle geeignet.
Zeitbedarf: 30-60 Minuten, wenn man bei schöner Morgen- oder Abendstimmung viele Fotos machen will auch länger.

Wir werden um sechs Uhr morgens wach und machen uns ziemlich schnell startklar, denn wir wollen ja noch den kompletten Trail durchs Hidden Valley gehen. Um 7 Uhr starten wir und Kerstin hat zunächst noch ihren Tragepullover über Lundi (unserer zum Besuchszeitpunkt 7 Monate alten Tochter) und ihr. Das erweist sich aber nach wenigen Metern als unnötig: Es wird zunehmend wärmer.

Lundi schaut erst noch eine Weile durch die Gegend, wird aber quengelig, sobald Kerstin stehen bleibt, um ein Foto zu machen. Dabei ist es hier so schön! Zum Glück schläft sie nach einer Stillpause ein und wir können die weitere Wanderung ganz genießen.

Pittoreskes Baumskelett im Hidden Valley, Joshua Tree National Park

Pittoreskes Baumskelett im Hidden Valley

Der Trail führt uns an spürbar mehr Pflanzen, die teilweise auch noch blühen, vorbei als außerhalb des Tals und wir genießen die Ruhe, denn um diese Zeit sehen wir anfangs keine und später nur wenige weitere Menschen im Hidden Valley. Immer wieder huschen Eidechsen vor uns in Deckung oder tanken Wärme in der Morgensonne, während wir Fotos machen. Schließlich führt uns der Rundweg wieder zum Eingang des Tals und wir steigen zum Trailhead hinunter.

Übrigens war es morgens schön, am Abend davor fanden wir das Licht allerdings noch stimmungsvoller – im Mai geht die Sonne schon so früh auf, dass wir noch zeitiger hätten starten müssen, um ideale Bedingungen vorzufinden.

Schönes Picknick vor dem Hidden Valley

Am Parkplatz angekommen, suchen wir uns ein schönes Plätzchen fürs Frühstück. Ganz in der Nähe des Trailheads ins Hidden Valley gibt es auch einen sehr schön zwischen den Felsen angelegten Picknickplatz, neben Tischen und Bänken sind sogar Feuerstellen bzw. Grills vorhanden. Wir genießen den Vorzug, ein leckeres Frühstück im Wohnmobil vorbereiten zu können und dann mitten in der Natur zu essen. Unsere kleine Prinzessin thront in ihrem Mini-Campingstuhl, den wir einfach auf den großen Tisch stellen und wir werden gleich zweimal auf unser süßes Baby angesprochen. 

Toller Picknickplatz neben dem Hidden Valley Trailhead, Joshua Tree National Park

Toller Picknickplatz neben dem Hidden Valley Trailhead

Weitere tolle Ziele im Joshua Tree National Park

Natürlich gibt es viele weitere Sehenswürdigkeiten im Park, von denen wir auch mit drei Übernachtungen bei weitem nicht alle anschauen konnten. Die folgenden drei Möglichkeiten wollen wir noch kurz vorstellen:

Skull Rock Trail

Vom Hidden Valley Campground kann man ganz leicht und gemütlich mit den kostenlosen Shuttle-Bussen des Nationalparks zum Jumbo Rock fahren, wo der Skull Rock Trail startet. Der Trail lässt sich ganz gut gehen, es gibt nur eine Stelle, wo es mit Baby in der Trage ein wenig eng wird, aber es klappt. Außerdem sind – wie so oft – auf dem Trail wenige Menschen unterwegs, die meisten halten nur kurz ganz in der Nähe des Skull Rock, einem Felsen, der wie ein großer Totenkopfschädel geformt ist. Da diese beliebte Sehenswürdigkeit auch mit dem Auto erreichbar ist, ist es schwer, ein Bild ganz ohne Menschen zu machen.

Skull Rock im Joshua Tree National Park

Skull Rock

Key’s View

Ein weiterer schöner Ausflug, von dem wir uns letztendlich aber noch etwas mehr versprochen hatten, führt zum Key’s View auf einem Hügel, von wo man auf das Tal von Palm Desert blickt. Um dorthin zu gelangen, muss man eine kleine, aber asphaltierte Stichstraße nehmen, die nach 5,5 Meilen zum Parkplatz führt. Danach sind es nur ein paar Schritte zu den Aussichtspunkten, wobei man auch eine kleine Wanderung zum benachbarten, noch etwas höher gelegenen Hügel machen kann.

Ein besonders schöner und großer Joshua Tree im gleichnamigen National Park

Ein besonders schöner und großer Joshua Tree im gleichnamigen National Park

Cholla Cactus Garden

Eine etwas weitere Fahrt von ca. 22 Meilen (one way), die sich für uns aber sehr gelohnt hat, führt zum einsam und in karger Landschaft gelegenen Cholla Cactus Garden. Hier wachsen auf relativ kleiner Fläche ganz viele dieser schönen, aber gefährlichen (mit Widerhaken versehenen) Kakteen. Man kann sie an vielen Orten im Park finden, so z.B. auch auf unserem Foto vom Hidden Valley am Abend, aber nirgends sind sie so zahlreich und schön groß wie hier. Außerdem haben wir das Glück, dass einige Chollas bei unserem Besuch Anfang Mai blühen. Sie sehen so schön flauschig aus, wenn sie von der Sonne beschienen werden (die Mittagssonne sollte man jedoch meiden).

Ein Snack im Wohnmobil mit Blick in den Cholla Cactus Garden, Joshua Tree National Park

Ein Snack im Wohnmobil mit Blick in den Cholla Cactus Garden

Interessante Echsen im Joshua Tree National Park

Interessante Echsen beim Cholla Cactus Garden

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Fazit

Der Joshua Tree National Park hat uns insgesamt sehr gut gefallen, er bietet insbesondere außerhalb der Sommerhitze sehr schöne Camping- und Wandermöglichkeiten. Mit der Miniaturwelt des Hidden Valley haben wir für uns als Naturliebhaber ein besonderes Juwel entdeckt, an das wir uns gerne erinnern und zu dem wir bestimmt irgendwann zurückkehren werden. Insofern sind wir auch froh, einen Platz auf dem gut gelegenen Hidden Valley Campground ergattert zu haben.

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Reise-/Besuchszeit

Schon ab Mai, aber spätestens ab Juni und bis September wird es tagsüber sehr heiß im Joshua Tree, weshalb wir diese Jahreszeit eher meiden würden. Die meisten Amerikaner kommen zwischen Februar und April, was auch der Hauptblütezeit vieler Pflanzen entspricht. Wir hatten Anfang Mai zuerst kühleres, am letzten Tag sommerlich warmes Wetter.

Zeitbedarf

Ich sehe sehr oft Routenplanungen, die nur einen Zwischenstopp tagsüber oder maximal eine Übernachtung im oder beim Joshua Tree vorsehen. Natürlich ist das für einen ersten Eindruck okay, wird den Möglichkeiten des Parks aber kaum gerecht. Für schöne Fotos sollte man abends und morgens im Park sein können, wenn man ein bisschen wandern will, sind 2-3 Tage zu empfehlen.

Verlinkung

Einen weiteren lesenswerten Artikel zum Joshua Tree findest du bei unseren Bloggerfreunden von Takly on tour, die wir auf dem Indian Cove Campground sogar treffen konnten und die ebenfalls mit Baby/Kleinkind und Wohnmobil unterwegs waren.

Hast du weitere Fragen zum Joshua Tree Park oder speziell zum Hidden Valley oder warst du vielleicht schon selbst dort und hast eigene Erfahrungen? Schreibe uns unten, wir freuen uns über jeden Kommentar und dieser kann auch anderen Lesern eine Hilfe sein!