50 Tage Roadtrip durch den Südwesten der USA – unsere Route, Teil 1

von | 23.Jul.2018 | 10 Kommentare

Sieben Wochen mit dem Wohnmobil durch den Westen der USA – diesen Traum haben wir uns im Rahmen einer Elternzeitreise erfüllt. Inzwischen sind wir schon ein paar Wochen wieder zu Hause in Deutschland und in diesem Beitrag möchten wir dir einen Überblick der Reise und unsere Route vorstellen.

Weil wir in den sieben Wochen so viel erlebt haben und – wie man sich vorstellen kann – auch viele Fotos entstanden sind, habe ich mich entschlossen, Text und Bilder auf zwei Beiträge aufzuteilen. Dadurch wird ein Beitrag nicht zu lang und enthält nicht zu viele Fotos –; allerdings ist mir sogar auf diese Weise die Auswahl schwer gefallen, welche Bilder ich hier zeige und welche aussortiert werden müssen.

Von der Idee zur Reise

Den Gedanken an eine ausgedehnte Elternzeitreise hatten wir schon lange vor Kerstins Schwangerschaft – uns war schon früh klar, dass wir auch mit Baby weiter verreisen wollen. Nun hätten wir ja auch ein Ziel außerhalb Nordamerikas wählen können, aber der Gedanke, die tollen Landschaften und Nationalparks auch einmal außerhalb der Ferienzeiten besuchen und von günstigeren Preisen bei der Wohnmobilmiete profitieren zu können, war allzu verlockend. Apropos, Baby und Wohnmobil ist einfach eine super Kombination!

Unser Zuhause für 50 Tage, das Motorhome von Road Bear

Unser Zuhause für 50 Tage, das Motorhome von Road Bear

Die Planung der Route

Als Reisezeitraum hatten wir uns bald auf April/Mai/Juni festgelegt, da Lundi (so nennen wir unsere Tochter hier auf dem Blog) dann zwischen sieben und neun Monate alt wäre – noch nicht so mobil wie ein Kleinkind, aber auch schon reisefähiger als ein Neugeborenes.

Auf Nordamerika bezogen bedeutete dies, dass uns Regionen weiter im Norden noch als zu kühl erschienen, der Südwesten aber genau richtig. Und überhaupt, es gibt einige Gebiete in Südkalifornien, Arizona, Nevada und Utah, die uns in den Sommerferien zu heiß sind und die wir im Rahmen dieser Reise endlich auch ins Auge fassen konnten.

So entstand der grobe Plan, in Las Vegas zu starten, das Death Valley anzusteuern und dann über den Joshua Tree Nationalpark Richtung Page und weiter nach Utah zu fahren.

Außerdem wollten wir unbedingt die Chance nutzen, unseren Lieblingspark, den Yellowstone, außerhalb der Sommerferien sehen zu können. Dieses Vorhaben war dementsprechend ein wichtiger Eckpunkt, denn bis Mitte Mai war uns die klimatische Situation dort noch zu unsicher, der Yellowstone musste also eher am Ende des Roadtrips untergebracht werden. Von Las Vegas aus liegt er natürlich auch nicht gerade „um die Ecke“.

Eine weitere wichtige Etappe sollte der Grand Canyon werden, denn diesen kannten wir bislang tatsächlich noch überhaupt nicht!

Und so plante ich die folgende Route, wobei ungefähr ein Drittel der Campgrounds vorab reserviert waren. Dies ermöglichte es uns, innerhalb der Nationalparks übernachten zu können (wo wir spontan oft keinen Platz mehr bekommen hätten), gleichzeitig aber auch noch eine gewisse Flexibilität zu wahren.

Kartendarstellung unserer Route, Teil 1:

Von Las Vegas zum Valley of Fire

Nach einem glücklicherweise entspannten und guten Flug lassen wir es in Las Vegas erstmal ruhiger angehen, bevor es zur Wohnmobilübernahme bei Road Bear geht. Das Anbringen des zuvor gekauften Kindersitzes gestaltet sich zwar etwas schwieriger bzw. langwieriger als gedacht, aber dann kann der Roadtrip losgehen! Und es ist einfach ein megatolles Gefühl, so eine lange Zeit vor sich zu haben…

Die erste Nacht verbringen wir am Lake Mead, um am nächsten Tag weiter zum Valley of Fire zu fahren. Wir wählen die (übrigens empfehlenswerte) North Shore Road 167, auch wenn wir hier länger unterwegs sind als über die langweilige Autobahn. Immerhin gibt es sogar ein paar wilde Pferde zu sehen!

Im Valley of Fire verbringen wir die Nacht auf dem Atlatl Rock Campground, wo wir eine der letzten Sites mit Stromanschluss bekommen – da wir aber sogar Ende April über 30 Grad haben, ist das auch nötig.

Schöner Sonnenaufgang im Atlatl Rock Campground, Valley of Fire

Schöner Sonnenaufgang im Atlatl Rock Campground, Valley of Fire

Am nächsten Morgen sind wir früh auf den Beinen und werden von einem schönen Sonnenaufgang begrüßt, dann gibt es nur ein kurzes Frühstück, denn wir wollen wandern gehen und aufgrund der Temperaturen erscheint uns das nur vormittags als möglich. Schon in 2014 mussten wir hier eine geplante Wanderung ausfallen lassen, weil es einfach zu heiß war, und mit Baby müssen wir einfach auch noch mehr auf die Temperatur achten.

Wir entscheiden uns für den Trail zur berühmten Firewave (ein Foto davon gibt es im Beitrag zur Fotoparade zu sehen), danach gibt es noch ein ausgedehnteres Frühstück und dann geht es über die Interstate zurück nach Las Vegas.

Zurück nach Vegas und Richtung Kalifornien

In Vegas treffen wir Thomas und Melanie vom Reisen-Fotografie-Blog, die gerade am Ende ihres kleinen Roadtrips angelangt sind. Mit dem Wohnmobil über den Strip zu fahren, ist ein Erlebnis. Wir haben uns mit den beiden eigentlich in einer Nebenstraße verabredet, biegen aber etwas zu früh ab, fahren einmal direkt am Bellagio vorbei und haben schon etwas Angst mit unserem „Dicken“. Aber alles geht gut, wir gabeln die beiden auf und fahren zum Denny’s am Stratosphere Tower. Aus Deutschland kannten wir uns zuvor nur online, umso schöner, dass ein echtes Treffen nun in Amerika geklappt hat!

Im Anschluss beeilen wir uns mit Einkäufen und wollen dann noch etwas Meilen machen, kommen bis Pahrump, wo wir einen privaten Campground ansteuern. Eigentlich zu teuer, aber okay für eine Nacht.

Unser erster Nationalpark: Das Death Valley

Bei der Reiseplanung waren wir uns ja noch unsicher, ob wir den Death Valley National Park wirklich würden ansteuern können, aber wir haben Glück, denn bei maximal 30 Grad lässt es sich noch aushalten. Und so können wir sogar auf dem Furnace Creek Campground übernachten, was im Sommer bestimmt nie möglich gewesen wäre – zumal die Wohnmobilvermieter ab Mai/Juni die Einfahrt ins Death Valley verbieten.

Der größte Nationalpark der Lower 48 States (ja, größer als der Yellowstone!) besteht nicht nur aus öder Wüste, vor allem die Gesteinsformationen und -farben finden wir interessant. Und es lohnt sich sehr, zum Sonnenaufgang am Zabriskie Point zu sein, wobei der Jetlag hilfreich war… siehe Foto unten und das Beitragsbild oben, ganz am Anfang.

Zum Sonnenaufgang am Zabriskie Point, Death Valley Nationalpark

Zum Sonnenaufgang am Zabriskie Point

Gegen Nachmittag fahren wir weiter und nehmen den schönen Scenic Drive (Artist’s Drive), im Anschluss geht es über das Badwater Basin aus dem Park heraus und Richtung Süden, wo die Strecke wieder ziemlich eintönig wird.

Kerstin: Ich muss ja sagen, dass ich mir eigentlich gar keine Gedanken gemacht habe, was mich im Death Valley erwartet. Ich hab mir allerhöchstens eine ebene lange Wüstenlandschaft vorgestellt. So ein bisschen wie in der Verfilmung von der unendlichen Geschichte. Und irgendwo liegt dann ein Gerippe in Ritterrüstung.

Das Death Valley hat aber weit mehr zu bieten und die Landschaft ist wirklich sehr schön.

Artist’s Palette im Death Valley Nationalpark

Artist’s Palette im Death Valley Nationalpark

Ganz neue Eindrücke im Joshua Tree

Weiter geht es zum Indian Cove Campground im Joshua Tree National Park, wo wir reserviert haben. Dort treffen wir Tanja, Christian und Baby Milana vom Reiseblog Takly on Tour (wo es bereits etliche „Reisen-mit-Baby-Artikel“ gibt, sehr zu empfehlen!). Wir hatten uns im Vorfeld in Deutschland verabredet und sie konnten sogar kurzfristig noch die Site direkt neben uns reservieren. Wir tauschen uns über verschiedene Themen aus, insbesondere das Reisen mit Baby bzw. Kleinkind, besichtigen jeweils das andere Wohnmobil und haben so einen sehr schönen Abend.

Reiseblogger-Treffen im Joshua Tree Nationalpark (Indian Cove Campground)

Reiseblogger-Treffen im Joshua Tree Nationalpark (Indian Cove Campground)

Für die nächsten beiden Nächte fahren wir dann in den Park hinein und finden eine der letzten für unseren „Dicken“ kompatiblen Sites auf dem Hidden Valley Campground, schön von den für den Park typischen Felsen eingerahmt. Jetzt kommt so richtig „Nationalpark-Feeling“ auf und wir sind voll in unserem Camping-Roadtrip angekommen!

Wir nutzen den neuen Shuttle-Service, um zum Jumbo Rocks Campground zu fahren und dort zum Skull Rock zu wandern. Mit dem eigenen Fahrzeug geht es weiter zum Cholla Cactus Garden, der etwas abseits liegt, den wir aber sehr empfehlen können: Hier wachsen ganz viele dieser schönen, aber gefährlichen Kakteen. Sie sehen so schön flauschig aus, wie sie da von der Sonne beschienen werden, haben aber gefährliche Widerhaken.

Blühender Cholla Cactus im Joshua Tree Nationalpark

Blühender Cholla Cactus

Von unserem Campground aus haben wir es auch ganz nah zum Hidden Valley, wirklich ein kleines Juwel, das versteckt hinter lauter hohen Steinen liegt und daher sein ganz eigenes Mikroklima hat. Als wir es betreten, geht gerade die Sonne unter. Es sieht aus wie eine kleine Oase. Für die kleine Loop-Wanderung (1 Meile) ist es uns schon zu spät und so wandern wir erst am nächsten Morgen.

Tolle Felsformationen sind ein Markenzeichen des Joshua Tree Parks.

Tolle Felsformationen sind ein Markenzeichen des Joshua Tree Parks.

Drei weitere Lieblingsbilder vom Joshua Tree National Park gibt es in unserer Fotoparade zu sehen!

Über die Route 66 nach Williams

Nach einem letzten Picknick im Joshua Tree fahren wir Richtung Osten weiter. Die Strecke ist eher langweilig, das einzig interessante sind Steine, die die Leute, denen ebenfalls sehr langweilig gewesen sein muss, entlang der Bahnstrecke gelegt haben, so dass sie Namen und Figuren bilden. Abwechslungsreicher wird es, als wir den Colorado River und damit die Grenze zwischen Kalifornien und Arizona erreichen, wo wir weiter nach Lake Havasu City fahren und dort einkaufen. Die Nacht verbringen wir kostenlos auf einem Schotterplatz des BLM.

Am nächsten Tag steuern wir ein Teilstück der legendären Route 66 an und fahren Richtung Oatman. Was wild-romantisch nach Roadtrips klingt, stellt sich für uns aber eher als nervig heraus. Der Straßenbelag ist nämlich ebenfalls historisch. Lundi ist zwar einiges gewohnt, das Geklapper ist aber selbst ihr ein bisschen viel und sie wird wach – ein negativer Nebeneffekt beim Wohnmobil, an den man sich gewöhnen muss.

Oatman ist eigentlich eine Ghost-Town, die aber dank Route-66-Tourismus noch lebendig ist; typisch sind die vielen Souvenirläden und die freilaufenden Esel. Es ist ziemlich heiß und so laufen wir die Straße im Schatten der Läden einmal hoch und wieder runter. Dann reicht es uns auch, ist eben doch ziemlich touristisch.

Danach geht es über Kingman bis Williams, wo wir den Kaibab Lake Campground im National Forest ansteuern. Der ist richtig schön in einem Kiefernwald gelegen, angenehm temperiert und genau so, wie wir die Campingplätze hier lieben.

Canyons und Buttes rund um Sedona

Am nächsten Tag steuern wir das landschaftlich schöne Gebiet rund um Sedona an, das uns der Reiseführer „Photographing the Southwest“ schmackhaft gemacht hat. Wir sind früh genug am Pine Forest Campground im schönen Oak Creek Canyon, um eine gute Site für die nächsten zwei Nächte zu finden.

Sedona selbst ist am Wochenende ziemlich voll, aber die Stadt hat was, das sieht man schon vom Auto aus. Wohin man blickt, sieht man rote Felsen, außerdem soll es hier eine besondere Energie geben, weswegen man viel Esoterik- und Späthippie-Kram sieht.

Icon HikingUnsere schönste Wanderung führt uns in den West Fork des Oak Creek Canyon, 5,5 km in die immer enger werdende Schlucht hinein. Ab und zu muss man kleine Furten durchqueren, das geht aber prima. Wir werden öfter mal angesprochen auf unseren „Little Hiker“ in der Rückentrage, Lundi versprüht mal wieder eine Menge Charme.

Schöne Landschaft rund um Sedona, hier: Cathedral Rock

Schöne Landschaft rund um Sedona, hier: Cathedral Rock

Zwischenstopp am Sunset Crater

Wir frühstücken noch an unserem schönen Campground und fahren dann weiter zum Sunset Crater Volcano National Monument. Dort wandern wir für eine Meile einen Loop durch die Vulkanlandschaft. Der Vulkan ist vor 1000 Jahren das letzte Mal ausgebrochen und nun erloschen, die Vulkanlandschaft ist aber erdgeschichtlich eher jung und noch ganz schwarz. Wieder eine ganz andere Landschaft und obendrein wenige Besucher machen den Sunset Crater unserer Meinung nach zu einem echten Tipp, mindestens einen Abstecher ist er auf jeden Fall wert!

Lava und Asche am Sunset Crater National Monument

Lava und Asche am Sunset Crater National Monument

Der „Wow-Effekt“ beim ersten Anblick des Grand Canyons

Nachmittags fahren wir nun endlich und zum ersten Mal zum Grand Canyon. Da es bei unserer Ankunft am Mather Campground allerdings schon spät ist, verschieben wir den Weg zum South Rim auf den nächsten Tag.

Wapiti-Hirsche ohne Scheu, hier an der Laundry des Mather Campground, Grand Canyon

Wapiti-Hirsche ohne Scheu, hier an der Laundry des Mather Campground

Gleich morgens nehmen wir also den Shuttle-Bus zum Visitor Center und laufen von dort das kurze Stück zum Rim und zum Mather Point, wo sich schon eine Menge Leute versammelt haben. Schon aus einiger Entfernung sehen wir die Schlucht und als wir tatsächlich am Mather Point stehen, wo sich der ganze Canyon entfaltet, ist das ganz schön beeindruckend und wir bekommen eine Gänsehaut. Schon oft haben wir Bilder vom Grand Canyon gesehen und Berichte gelesen, aber wirklich dort zu sein, ist einfach unbeschreiblich. Kein Foto kann diese Tiefe und Weite zeigen. Und ganz unten schlängelt sich ganz unscheinbar und winzig der Colorado River, der diesen gigantischen Canyon in Millionen von Jahren erschaffen hat.

Nachmittags machen wir uns erneut auf den Weg, um zum Sonnenuntergang am Rim zu sein. Wir laufen vom Trailview Overlook aus ungefähr 2 km überwiegend am Rim entlang und treffen unterwegs nur wenige Leute, was super angenehm ist. Es gibt mehrere Viewpoints, unser Ziel ist letztlich der Hopi Point, von wo aus der Sonnenuntergang besonders schön sein soll. Es sieht erst ziemlich diesig aus, aber dann gibt es doch noch Wolkenlücken, die uns einen fantastischen Sonnenuntergang bescheren. Hier sind zwar auch recht viele Leute, aber die Stimmung ist ganz ruhig und andächtig, kein Gerempel und Selfie-Posing.

Das tolle Foto vom Sonnenuntergang am Hopi-Point findest du hier in unserer Fotoparade!

Stillen mit Aussicht! Hier am Trailview Overlook des Grand Canyon South Rim

Stillen mit Aussicht! Hier am Trailview Overlook des Grand Canyon South Rim

Nach zwei Nächten im Canyon Village fahren wir weiter zum Desert View Campground, bleiben also noch im Nationalpark. Unterwegs wandern wir zum Shoshone Point, was sich erneut als wunderbarer Tipp aus dem Photographing the Southwest Reiseführer herausstellt. Wir sind fast alleine, es ist unbeschreiblich schön, bei bestem Wetter und schönstem Fotolicht und wir sind ganz andächtig.

Sonnenuntergang am Desert View Watchtower

Sonnenuntergang am Desert View Watchtower

Highlights rund um Page

Nach dem Grand Canyon South Rim bleiben wir für zwei Nächte auf dem Wahweap Campground am Lake Powell, wo wir froh um unseren Stromanschluss sind, um die Klimaanlage einschalten zu können.

Nach der ersten Nacht steht ein Besuch im Lower Antelope Canyon an, über den wir uns im Vorfeld schon viele Gedanken gemacht haben. Kann man das mit Baby machen? Letztendlich war es goldrichtig, uns dafür entschieden zu haben und wir werden mit einer kleinen Gruppe und wundervollen Eindrücken (und Fotos) belohnt. Einen Vorgeschmack gibt es schon in wenigen Tagen bei der Fotoparade, mehr dann in einem gesonderten Beitrag, an dem Kerstin bereits schreibt den Kerstin geschrieben hat.

Reiseblogger-Treffen mit Safe Travels in Page 2018Anschließend sind wir mit Silke und Markus vom Reiseblog Safe Travels verabredet, die wir nach dem Schwedenurlaub schon mal in ihrer Heimatstadt Hamburg getroffen haben. Schon das dritte Bloggertreffen während unserer Reise, kaum zu glauben wie gut das geklappt hat!

Die Region um Page hat noch weitere Highlights zu bieten, eines davon ist unbestritten der Horseshoe Bend. An dessen Parkplatz sind wir nun schon mehrmals vorbei gefahren, immer war es entweder zu voll, zu warm oder zu stürmisch. Aber am Morgen nach der zweiten Nacht laufen wir nun endlich etwa einen Kilometer hin und zurück, um die Flussschleife sehen zu können. Wir sind um halb neun dort und es ist schon grenzwertig voll, aber machbar.

Momentan werden dort ein Zaun und einige Unterstände für schattige Pausen gebaut. Wir finden es zwar meist doof, wenn alles so sehr zugebaut wird, aber hier haben wir Verständnis: Im Gedränge kann es sonst wirklich gefährlich werden. Das Wasser hat eine tolle Farbe und zusammen mit den roten Steinen und dem blauen Himmel sieht es klasse aus.

Der Colorado River nach dem Glen Canyon Dam des Lake Powell

Der Colorado River nach dem Glen Canyon Dam des Lake Powell

Über unsere Erfahrungen im Lower Antelope Canyon mit Baby haben wir einen eigenen Beitrag mit vielen Fotos verfasst!

Am Rand des Grand Staircase entlang zu den Coral Pink Sand Dunes

Icon HikingVom Highway 89 Richtung Kanab machen wir einen Zwischenstopp, um die Toadstool Hoodoos zu sehen. Toadstool heißt übersetzt Giftpilz und die Hoodoos haben wirklich etwas von Pilzen. Es ist eine schöne, einstündige Wanderung, die Lundi wieder verschläft. Auch im hinteren Bereich dieses Paria Rimrocks genannten Gebiets gibt es interessante Eindrücke.

Kontrastreiche Paria Rimrocks, Grand Staircase Escalante

Kontrastreiche Paria Rimrocks

Nachmittags erreichen wir den Coral Pink Sand Dunes State Park, wo man – eigentlich schon außerhalb der südlicheren großen Steppen- und Wüstengebiete – relativ große Sanddünen bewundern kann. Da der Park etwas abseits der Hauptrouten durch Utah liegt und die großen Namen „Zion“ und „Bryce“ wie Magneten wirken, können wir hier die Landschaft ohne Andrang und Reisebusse erleben.

Am nächsten Morgen stehe ich schon früh auf, um die Dünen bei Sonnenaufgang zu fotografieren, was eine gute Idee ist: Durch das Sonnenlicht leuchtet der superfeine Sand tatsächlich mit einem zart-pinken Schimmer, jedenfalls sehr farbenfroh und schön.

Von der Morgensonne beleuchtete Coral Pink Sand Dunes

Von der Morgensonne beleuchtete Coral Pink Sand Dunes

Das schönste Foto vom Sonnenaufgang in den Coral Pink Sand Dunes gibt es in unserer Fotoparade zu sehen!

Rund um den Bryce: Kodachrome Basin und Red Canyon

Nun kommen wir durch für uns schon bekanntes Gebiet, denn wir fahren die 89 weiter nach Norden und biegen dann in den wunderbaren Scenic Byway 12 ein, zunächst am Bryce Canyon vorbei und weiter bis zum Kodachrome Basin State Park, wo wir für die Nacht eine Site reserviert haben.

Der Park hat einen schönen Campground und seinen eigenen Charme, den wir zunächst auf dem kurzen Nature Trail auf uns wirken lassen. Am nächsten Morgen wandern wir dann den Angel’s Palace Trail, wo man von oben auf das Basin herunterschauen kann.

Auf dem Angel’s Palace Trail im Kodachrome Basin State Park

Auf dem Angel’s Palace Trail im Kodachrome Basin State Park

Dann fahren wir wieder aus dem Kodachrome heraus und ein Stück zurück, wieder am Bryce vorbei zum Red Canyon. Wir sichern uns eine superschöne Site auf dem Campground, von wo aus wir zu den roten Felsen hinüberschauen können. Es ist bereits später Nachmittag, als wir den Pink Ledges Trail wandern – tatsächlich sieht es teilweise aus wie orange-rosa-farbende Zinnen.

Auf dem Pink Ledges Trail durch den Red Canyon

Auf dem Pink Ledges Trail durch den Red Canyon

Es gefällt uns sehr gut am Red Canyon, er hat landschaftlich auch viel zu bieten, aber es ist viel weniger los als in den bekannteren Nationalparks. Die meisten Touristen fahren hier auf dem Weg zum Bryce nur vorbei oder halten allenfalls kurz neben der Straße für ein paar schnelle Fotos.

Kontrastreiche Motive zu Hauf im abendlichen Red Canyon

Kontrastreiche Motive zu Hauf im abendlichen Red Canyon

Großartiges Wandererlebnis am Bryce Canyon

Nach einer kühlen Nacht, in der wir erneut die Heizung benötigen, fahren wir dieses Mal nicht am Bryce Canyon vorbei, sondern biegen in die Straße zum Nationalpark ein und belegen zunächst eine Site auf dem Sunset Campground. Da die bekanntesten Aussichtspunkte und Parkplätze tagsüber nicht mit dem Wohnmobil angesteuert werden dürfen, nehmen wir den Shuttle-Bus, um über Mittag zunächst die Lodge mit Gift Shop, den General Store und das Visitor Center abzuklappern.

Icon HikingNachmittags schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns auf den Weg in den Canyon. Vor vier Jahren hatte uns der Blick ins Amphitheater schon schwer beeindruckt, aber nun wollen wir auch hinein bzw. hinunter wandern. Ich hatte mich schon im Vorfeld für die Kombination aus Navajo und Queen’s Garden Loop entschieden und das hat sich auch mehr als gelohnt: Die Eindrücke, die wir unterwegs bekommen, sind nochmal intensiver und wieder anders, als wenn man nur am Rim bleiben würde. Und es bieten sich natürlich auch derart viele Fotomotive, dass eine Auswahl mehr als schwer fällt. Schon der Abstieg ist ein Highlight und dann auch das Leuchten der Hoodoos im Queen’s Garden. Wir hätten es in dieser Intensität kaum für möglich gehalten, aber durch die Wanderung hat sich unser Bild vom Bryce Canyon noch um so viele Facetten erweitert!

Der Navajo Loop Trail im Bryce Canyon mit Blick auf Thor’s Hammer

Der Navajo Loop Trail im Bryce Canyon mit Blick auf Thor’s Hammer

Und was uns erneut auffällt: Während die Haupt-Viewpoints wie der Sunset Point sehr stark besucht sind, ändert sich die Situation deutlich, sobald man zu Fuß unterwegs ist. Eine weitere Möglichkeit ist das Abfahren der Stichstraße weit in den Süden des Parks hinein, bis zum Rainbow Point und Yovimpa Point, wofür wir uns am Vormittag nach der Wanderung noch Zeit nehmen.

Silent City im Bryce Canyon

Blick auf Silent City

Roadtrip pur auf dem SB-12 und entspannte Tage im Capitol Reef

Dann geht es aus dem Nationalpark heraus und weiter über den Scenic Byway 12, über einen der schönsten Highways im Westen. Man nennt ihn auch die All American Road. Wie in 2014 kehren wir im Kiva Koffeehouse ein. Das hat Kerstin schon damals geliebt und sich nun die ganze Zeit darauf gefreut. Wir erinnern uns außerdem gern an die Boulder Mountains, fahren aber noch ein Stückchen weiter zum Capitol Reef Nationalpark, wo wir für die nächsten beiden Nächte eine Site reserviert haben.

Wunderbare Streckenführung des Scenic Byway 12 durch Utah

Wunderbare Streckenführung des Scenic Byway 12

Der Capitol Reef ist der am wenigsten bekannte Nationalpark der „Mighty Five“ Utahs, hier lassen wir es eher ruhig angehen, auch wenn man den Park erst so richtig kennenlernt, wenn man wandern geht oder Schotterstraßen in abgelegenere Gebiete benutzt. Auch wenn unser Fruita Campground eher offen gehalten ist, gefällt es uns sehr gut, es herrscht einfach eine sehr freundliche Atmosphäre und das nahegelegene Gifford House hat die besten Obst-Pies der gesamten Reise zu bieten!

Blick vom Panorama Point im Capitol Reef Nationalpark nach einem Gewitter

Blick vom Panorama Point im Capitol Reef Nationalpark nach einem Gewitter

Der Roadtrip geht weiter – Richtung Yellowstone!

Im zweiten Teil der Zusammenfassung unseres 50-Tage-Trips berichten wir noch von der Route und unseren Erlebnissen im Yellowstone, außerdem erreichen wir den wenig besuchten Great Basin National Park und zum Schluss wieder den Grand Canyon, also bleib dran!

Roadtrip at its best durch Utah

Roadtrip at its best durch Utah

Unsere Fortsetzung des Berichts mit Stationen im Yellowstone und der Rückfahrt nach Las Vegas findest du hier:

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