50 Tage Roadtrip durch den Westen der USA – unsere Route, Teil 2

von | 26.Jul.2018 | 4 Kommentare

Kartendarstellung unserer Route, Teil 2:

Ins Tal der Kobolde – Goblin Valley

Nach der Besichtigung von indianischen Petroglyphen im Capitol Reef fahren wir über Hanksville in den Goblin Valley State Park, den wir nicht nur als Abstecher, sondern auch zum Übernachten nutzen (vorab reserviert). Eigentlich wollten wir abends, wenn es kühler wird, auch noch wandern, aber ein aufziehendes Gewitter hält uns davon ab.

Morgens ist das Wetter besser und wir fahren zum Trailhead, der nicht weit vom Campground ist und wandern nun doch noch hinein ins Kobolde-Tal. Es ist eigentlich eher ein kurzer Spaziergang und kein Trail, man sucht sich die Route mehr oder weniger selbst. Dass hier so viele dieser Goblins entstanden sind, ist schon ein sonderbares Phänomen, die Natur hat eine weitere Variante an Gesteinsformationen erschaffen, wie man sie woanders kaum finden kann.

Die Three Sisters im Goblin Valley State Park
Die Three Sisters im Goblin Valley State Park

Hoch hinauf ins Colorado National Monument

Nach den vielen Parks in Utah geht nun so langsam die Reise Richtung Norden los, denn wir haben noch viele Meilen zurückzulegen, ehe wir im Yellowstone ankommen werden. Zunächst fahren wir jedoch auch weiter nach Osten in den Bundesstaat Colorado, meist über die Interstate, um zügig voranzukommen. Bei Grand Junction fahren wir eine gewundene Straße hoch ins Colorado National Monument.

Der Umweg lohnt sich, denn auch wenn dieser Park nicht ganz so spektakuläre Landschaft zu bieten hat wie größere Nationalparks, schön ist es allemal und dazu ziemlich ruhig und wenig besucht.

Am nächsten Morgen benutzen wir den Scenic Drive, um noch etwas vom Monument zu sehen, bevor wir über den wenig befahrenen Highway 139 nach Norden fahren.

Auf der Scenic Road im Colorado National Monument
Auf der Scenic Road im Colorado National Monument

Viele Tiere im Dinosaur National Monument

Im westlichen Areal (nun wieder in Utah) des weitgehend unerschlossenen und wilden Dinosaur National Monument finden wir eine schöne Site am Green River Campground. Es ist schön warm, aber bewölkt, so dass Lundi und Kerstin auf der Wiese auf einer Decke liegen können. Das beste am Campground sind die vielen Tiere, die es hier gibt, v.a. zutrauliche Hörnchen und Kaninchen, außerdem jede Menge verschiedener und teilweise exotisch aussehender Vögel. Ich versuche sie zu fotografieren und mache später Campfire und Steak.

Ein Sandbad tut gut! (Green River Campground im Dinosaur National Monument)
Ein Sandbad tut gut!

Einsamkeit am Flaming Gorge

Eine kürzere Etappe wartet auf uns, die Route führt weiter nördlich zur Flaming Gorge National Recreation Area, wo wir auch schon in 2014 vorbeigekommen waren. Wir halten am Red Canyon und unter uns liegt der riesige Stausee des Green River.

Neu für uns ist die Strecke über den Scenic Backway durch den Sheep Creek Canyon (zu 95 % asphaltiert), der recht unbekannt, aber beeindruckend ist. Steil ragen die Felswände direkt neben dem Sträßchen empor und nur selten begegnen wir einem anderen Fahrzeug.

Da Lundi nicht mehr schläft, machen wir am Carmel Campground halt. Der hat noch gar keine Saison, ist aber offen und so stehen wir hier ganz alleine und kostenlos direkt an einem rauschenden Bächlein.

Der Red Canyon in der Flaming Gorge National Recreation Area
Der Red Canyon in der Flaming Gorge National Recreation Area

Über den Sinks Canyon nach Cody

Am nächsten Tag wollen wir wieder Meilen machen und lassen den Flaming Gorge bald hinter uns. Die Landschaft verändert sich, wir fahren durch die weite, aber auch recht eintönige Prärie – wir haben Wyoming erreicht. Im Gegensatz zu 2014 sehen wir relativ häufig Pronghorn-Antilopen (Gabelböcke), dann tauchen höher werdende Berge auf.

Wir kommen gut voran und erreichen den Popo Agie Campground vom Sinks Canyon State Park. Die Landschaft erinnert uns etwas an Süddeutschland, was uns nach den vielen Steinen und Felsen der ersten Wochen aber auch richtig gut gefällt – wir mögen einfach auch Grün und Wald. Die Besonderheit des Parks ist, dass ein ganzer Fluss verschwindet und an anderer Stelle auf mysteriöse Weise wieder aus dem Canyon austritt. Dazwischen fließt das Wasser 300 bis 400 Meter lang unterirdisch durch Spalten und Hohlräume, die noch nicht komplett erforscht sind.

Durch den schönen Wind River Canyon fahren wir weiter nach Norden, machen in Thermopolis nur einen Zwischenstopp. Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf den Yellowstone, denn hier gibt es heiße Quellen. Dann heißt es weiter Meilen machen, um Cody zu erreichen, wo wir seit Längerem mal wieder für eine Nacht auf einem privaten Campground unterkommen und Wäsche waschen können.

Roadtrip durch den Wind River Canyon Richtung Thermopolis, Wyoming
Roadtrip durch den Wind River Canyon Richtung Thermopolis, Wyoming

Urlaub im Urlaub: 8 Tage magischer Yellowstone!

Am nächsten Tag, dem 25. Mai, ist es so weit und wir freuen uns wie verrückt, wieder im Yellowstone zu sein, schließlich ist dieser erste Nationalpark der Welt unser Liebling und ziert auch die Startseite von Willkommen Fernweh. Es kam uns schon 2014 so vor wie ein Urlaub im Urlaub und so ist es auch dieses Mal wieder. Wir haben vor, acht Tage hier zu verbringen und der Yellowstone ist eine ganz eigene Welt.

West Thumb, Mud Volcano und Hayden Valley

Unser erster Halt ist der Sylvan Lake, der ziemlich bald nach dem östlichen Parkeingang kommt. Er hat noch Schnee- und Eisreste, denn es war ein schneereicher Winter. Was für ein Kontrast zum Beginn unserer Reise!

Vom Sylvan Pass in den Yellowstone mit noch vielen Schneeresten
Vom Sylvan Pass in den Yellowstone mit noch vielen Schneeresten
Die ersten beiden Nächte verbringen wir auf dem Bridge Bay Campground, von wo aus wir nicht nur nah am Lake sind, sondern auch gut ins Hayden Valley fahren können, um Tiere zu beobachten. In 2014 haben wir dort zwei Wölfe gesehen (und zwar relativ nah), bislang beobachten wir aber nur Bisonbullen. Bisonkälbchen, über die wir uns bei einem Besuch Ende Mai natürlich freuen würden, und deren Mamas können wir noch nicht entdecken.
Ende Mai gibt es im Hayden Valley neben Bisons auch viel Wasser
Ende Mai gibt es im Hayden Valley neben Bisons auch viel Wasser
Von Bridge Bay aus fahren wir auch zum West Thumb, einem kleineren, aber sehr variationsreichen hydrothermalen Gebiet voller heißer Quellen, Schlammtöpfe und kleinen Geysiren.
Interessante Formen und Geblubber: Die West Thumb Paint Pots, Yellowstone
Interessante Formen und Geblubber: Die West Thumb Paint Pots
Wir nehmen uns diesmal auch mehr Zeit für den Mud Volcano. Vormittags ist hier eine Ranger geführte Wanderung, an der wir mit Junior Ranger Lundi in der Trage teilnehmen – sehr informativ und empfehlenswert!

Die dritte Nacht stehen wir auf dem Canyon Campground, der erst wenige Tage zuvor geöffnet hat. Die verschneite Campsite weckt Klaus Ehrgeiz. Hier muss man doch grillen können. Er braucht verhältnismäßig lange für zwei Würstchen, aber es gelingt und sie schmecken sogar. Abends machen wir noch einen kleinen Wildlife-Cruise und haben tatsächlich Glück und sehen einen zimtfarbenen Schwarzbären mit flauschig wirkendem Fell vom Auto aus. Und das, obwohl wir bislang mit Bären im Yellowstone Pech hatten!

Ein flauschiger zimtfarbener Schwarzbär im Yellowstone Nationalpark
Ein flauschiger zimtfarbener Schwarzbär

Grand Canyon und die ersten Kälbchen

Da es am nächsten Morgen trüb ist, fahren wir zuerst nochmal ins Hayden Valley und siehe da: Endlich Bison-Kälbchen! Und auch noch nahe der Straße, optimal für Fotos.

Endlich Bison-Kälbchen im Hayden Valley! (Yellowstone National Park)
Endlich Bison-Kälbchen im Hayden Valley!
Danach klart es auf und wir nehmen uns noch etwas Zeit für Aussichtspunkte und eine kleinere Wanderung am Canyon, bevor wir in den Südwesten des Parks fahren.
Wieder schöne Farben im Grand Canyon of the Yellowstone
Wieder schöne Farben im Grand Canyon of the Yellowstone
Es ist Memorial Day und die folgenden drei Nächte haben wir auf dem großen, aber trotzdem nett angelegten Madison Campground reserviert. Auf dem Weg dorthin sehen wir tatsächlich einen Elch. Der ist aber so schnell im Wald verschwunden, dass es davon kein Foto gibt. Schön ist es trotzdem.

Madison und die Geyser Basins

Am nächsten Tag wollen wir das gute Sonnenwetter nutzen und fahren zum Midway Geyser Basin. Unser Bild der Grand Prismatic Spring wird nochmal entscheidend ergänzt, weil wir sie jetzt auch so beeindruckend von unten sehen (unser schönstes Bild gibt es hier im Beitrag zur Fotoparade!). Und abends erleben wir ein kulturell-kulinarisches Highlight, als wir bei einer Führung im wundervollen Old Faithful Inn dabei sind und im Anschluss dort zu Abend essen.

Kurze Schrecksekunde beim morgendlichen Aussteigen aus dem Wohnmobil: Ein Bisonbulle nur wenige Meter entfernt.
Kurze Schrecksekunde beim morgendlichen Aussteigen aus dem Wohnmobil: Ein Bisonbulle nur wenige Meter entfernt.
Morgens am Campground steige ich aus dem Wohnmobil und werde von einem dicken Bisonbullen überrascht, der es sich nur wenige Meter neben uns gemütlich gemacht hat. Jetzt bin ich richtig wach, also schnell wieder rein und ab zum Upper Geyser Basin! Dieses weitläufige Areal erkunden wir zu Fuß und es gibt jede Menge zu sehen. Wir haben u.a. das Glück, den Ausbruch des Grand Geyser miterleben zu können.
Highlights bei Sonnenschein im Upper Geyser Basin – hier die Heart Spring (Yellowstone Nationalpark)
Highlights bei Sonnenschein im Upper Geyser Basin – hier die Heart Spring
Am Ende des Upper Geyser Basins liegt der Morning Glory Pool. Ein bisschen unerwartet haut er uns wirklich um. Wir fanden ihn in 2014 bei bedecktem Himmel schön, aber nicht außergewöhnlich.

Die für uns besten Fotos vom Yellowstone National Park, u.a. die Aufnahme vom Morning Glory Pool, gibt es hier in unserer Fotoparade zu sehen!

Nach Norden bis ins Lamar Valley

Es folgt eine Ausnahme für uns im Yellowstone, nämlich eine Nacht, für die wir keine Campsite reserviert haben. Unter der Woche und außerhalb der Hauptsaison gelingt es uns bei Ankunft am Vormittag problemlos, einen Stellplatz auf dem Norris Campground zu ergattern, der uns auch besser als alle anderen Campgrounds gefällt. Wir nutzen die Nähe zum Norris Geyser Basin, um dieses zu erkunden.

Am nächsten Tag fahren wir über den Dunraven Pass nach Norden und versuchen unser Glück auf dem Tower Fall Campground. Mit Ernüchterung müssen wir diesmal feststellen, dass die letzte freie Site bereits um 8:45 Uhr belegt wurde und wir nun um 9:20 Uhr überraschenderweise leer ausgehen. In den vorigen Tagen hatte er sich erst zwischen 11 und 14 Uhr gefüllt.

Es ist der 1. Juni, der Tag an dem die Roosevelt Lodge eröffnet, mit ein Grund weshalb wir hier oben sind. Auf dem Weg dorthin sehen wir einen Bären direkt neben der Straße. In der Lodge essen wir zu Mittag und schwelgen in Erinnerungen an 2014, im Anschluss nutzen wir den Tag, um sowohl Richtung Mammoth als auch im Lamar Valley nach Tieren Ausschau zu halten.

Zurück in den Süden

Für die Nacht kommen wir wieder am Canyon Campground unter. Am Folgetag werden wir den Yellowstone schweren Herzens wieder verlassen, aber nicht ohne dass dieser an diesem sonnigen Tag noch besondere Momente für uns bereit hält. Um 9:30 Uhr machen wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Lookout Point des Canyon North Rim, denn zwischen 9 und 10 Uhr soll sich an den Lower Falls ein Regenbogen zeigen. Und wie schön, der Regenbogen ist tatsächlich zu sehen!

Dann fahren wir Richtung Old Faithful, ein kleiner Umweg, denn wir wollen die Grand Prismatic Spring unbedingt noch von oben, vom Hügel aus sehen. In 2014 waren wir dort ja noch mühevoll hochgekraxelt, jetzt hat man einen schönen sanften Spazierweg und eine Aussichtsplattform gebaut. Diese ist wirklich perfekt angelegt, so dass ich mittags und mit Polfilter tolle Fotos machen kann.

Einzigartig: Die Grand Prismatic Spring vom neuen Overlook aus fotografiert
Einzigartig: Die Grand Prismatic Spring vom neuen Overlook aus fotografiert
♥ Wir empfinden die Grand Prismatic Spring wirklich als ein Highlight des Yellowstone Nationalparks und den Anblick als einen besonderen Moment. Es wäre sehr schade gewesen, wenn wir sie nicht auch von oben in voller Schönheit hätten sehen können.

Mehr als nur eine Durchfahrt wert: Der Grand Teton

Die Weiterfahrt nach Süden verläuft ruhig, wir sichern uns eine Nacht auf dem Colter Bay Campground im Grand Teton National Park und gehen in der Signal Mountain Lodge essen. Danach machen wir noch einen kleinen Wildlife-Cruise und für’s Abendessen halten wir an einem Aussichtspunkt, wo wir schon einige Leute mit Ferngläsern und Teleobjektiven gesehen haben. Hier muss es irgendetwas Interessantes geben.

Nach einiger Zeit sehen wir auch was und das wird ein weiteres Highlight des Tages: eine dicke Grizzly-Mama mit zwei Babies kann man in der sicheren Entfernung von 250-300 Metern gut mit dem Fernglas beobachten! Eine Rangerin kommt und sperrt Gebiete ab, während ich es schaffe, aus dem Fahrzeug heraus und trotz der Entfernung und der zunehmenden Dämmerung ganz brauchbare Fotos zu machen. Fast eine Stunde lang hält sich die Bärenfamilie auf der Wiese auf und wir genießen diese Zeit in vollen Zügen, immerhin ist es unser erster Grizzly, auch in Kanada waren wir auf keinen gestoßen.

Grizzly mit zwei Jungen im Grand Teton National Park
Grizzly mit zwei Jungen im Grand Teton National Park
Bevor wir am nächsten Tag aus dem Nationalpark herausfahren, halten wir noch bei Schwabacher Landing. Hier machen wir eine kurze, aber sehr, sehr schöne Wanderung.
Die Teton Range im Grand Teton Nationalpark
Die Teton Range

Über Salt Lake City zurück nach Nevada

Nun liegen ein paar Fahrtage vor uns, die zum Teil langweilig sind, aber auch durch schöne Natur führen. Auf dem Weg nach Salt Lake City ist dies v.a. der Logan Canyon, der nicht nur landschaftliche Reize bietet, wir sehen auch ganz viele große Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz und auch Admiral. Keine Ahnung, wann wir zuletzt mal so viele Schmetterlinge gesehen haben wie hier!

Schöne Strecke durch den Logan Canyon, auf dem Weg vom Grand Teton nach Salt Lake City
Schöne Strecke durch den Logan Canyon, auf dem Weg vom Grand Teton nach Salt Lake City
Die Fahrt am Großen Salzsee und an Salt Lake City vorbei versuchen wir ohne großen Zeitverlust über die Autobahn zu machen, sind allerdings auch froh, diese bei Payson endlich verlassen zu können. Wir fahren einen kleinen Umweg über den Scenic Byway Mount Nebo, um dort ganz idyllisch im National Forest zu campen (Payson Lakes Campground).

Der Umweg lohnt sich, denn wir werden auch am nächsten Tag mit einer wunderschönen Strecke belohnt: Berge, gute Aussicht und so gut wie keine anderen Fahrzeuge auf der Straße! Im Tal ab Nephi wird es dann wieder öde, denn wir fahren weiter durch nun wüstenähnliches Gebiet in Richtung Nevada.

Kaum befahrene, schöne Nebenstrecke mit Blick auf den Mount Nebo
Kaum befahrene, schöne Nebenstrecke mit Blick auf den Mount Nebo

Zu den ältesten Bäumen der Erde im Great Basin Nationalpark

Kurz nachdem wir die Grenze zu Nevada passiert haben, beginnt mit dem Great Basin National Park ein eher unbekannter, aber sehr schöner Park. Schon von weitem ist der fast 4000 Meter hohe Wheeler Peak zu sehen, um den herum das Schutzgebiet angelegt ist. Eine Campingempfehlung ist der Upper Lehman Creek Campground, auf dem es etliche sehr schöne Sites gibt und wo wir für zwei Nächte unterkommen.

Blick zum fast 4000 m hohen Wheeler Peak vom Mather Overlook aus, Great Basin Nationalpark
Blick zum fast 4000 m hohen Wheeler Peak vom Mather Overlook aus
Am nächsten Morgen fahren zum Lehman Cave Visitor Center. Bei der Höhlentour sind nur ein weiteres Ehepaar und wir dabei und sie ist sehr beeindruckend, die Tropfsteingebilde werden auf bis zu 2,2 Millionen Jahre Alter geschätzt.

Anschließend fahren wir den Scenic Drive bis auf 3000 Meter hinauf, wo Trails Richtung Wheeler Peak beginnen. Wir wollen die uralten Bristlecone Pines (Grannenkiefern) sehen, für die der Park ebenfalls berühmt ist. Es sind die ältesten Lebewesen der Erde, sie können bis zu 5000 Jahre alt werden! Sie bleiben zwar relativ klein, neben so einem Baum zu stehen und sich vorzustellen, dass er schon 1500 Jahre vor Christus angefangen hat zu wachsen, ist dennoch eine beeindruckende Sache.

Uralte Bristlecone Pine (Grannenkiefer) im Great Basin Nationalpark
Uralte Bristlecone Pine (Grannenkiefer) im Great Basin Nationalpark

Klein aber fein: Der Cathedral Gorge

Bei der Route zurück nach Utah liegt es nahe, eine Zwischenübernachtung im Cathedral Gorge State Park einzulegen. Die Fahrt dorthin ist ziemlich einsam und öde, der Park selbst zeichnet sich aber durch Felsformationen mit ganz eigenem Charakter aus. Außerdem gibt es dort mehrere kleine Höhlen zu erkunden, die durch die Erosion entstanden sind.

Der Campgingplatz im Park erinnert ein wenig an Goblin Valley oder Valley of Fire und man hat für 15 Dollar pro Nacht sogar Strom dabei.

Felsformationen im Cathedral Gorge State Park, Nevada
Felsformationen im Cathedral Gorge State Park

Wunderbare Natur und wenige Menschen im Cedar Breaks

Es geht zurück nach Utah! Wir fahren hoch in die Berge bis ins Cedar Breaks National Monument – wieder einer der kleineren Parks, die aufgrund der Nähe zu Zion und Bryce von spürbar weniger Menschen besucht werden und wofür wir uns im Rahmen unserer 50-Tage-Tour Zeit nehmen wollen.

Auch hier haben wir eine wunderbare Site auf dem Point Supreme Campground. Es ist unser höchstgelegener Platz überhaupt, auf über 3000 Meter mit wunderbar guter Luft!

Panorama im Cedar Breaks National Monument
Panorama im Cedar Breaks National Monument
Cedar Breaks ist wie Bryce Canyon nur in kleiner, mit weniger Zäunen und viel weniger Leuten. Wir laufen gegen Abend zum Amphitheater (Point Supreme), wandern ein bisschen am Rim entlang und genießen die durch die tief stehende Sonne entstandenen fantastisch intensiven Farben.

Cedar Breaks gehört auch zu den besonders guten Stargazing-Orten, der Nachthimmel ist atemberaubend.

Kerstin mit Lundi in der Trage im Cedar Breaks National Monument
Kerstin mit Lundi in der Trage

Grand Canyon North Rim, unser Höhepunkt am Ende der Reise

Bei der Reiseplanung war klar, dass wir den Grand Canyon besuchen wollen und den South Rim haben wir ja auch im ersten Teil gesehen. Im weiteren Verlauf entstand die Idee, am Ende der Reise auch noch zum Grand Canyon North Rim zu fahren und so unser Bild von der großen Schlucht zu vervollständigen. Was soll ich sagen, das war eine super Idee!

Der North Rim ist aufgrund seiner Lage etwas schwerer zugänglich als der South Rim und daher weit weniger überlaufen. Hier fühlen wir uns wohl! Der Grand Canyon ist trotzdem atemberaubend. Was am South Rim so beeindruckend ist, ist diese Weite. Man steht mehr oder weniger direkt an der Abbruchkante und dann geht es steil runter und es öffnet sich dieser weite Canyon. Im höher gelegenen Norden hat der Colorado viel mehr Landschaft erodiert (11 km; im Süden nur 5 km). Dafür sind hier so genannte Tempel entstanden. Das ist landschaftlich auch total reizvoll, aber man hat nicht dieses krasse Weite-Gefühl.

Außerdem hat der North Rim ein weiteres Highlight zu bieten, nämlich die Lodge direkt an der Abbruchkante! Wir lassen es uns nicht nehmen, dort sowohl zum Dinner einzukehren als auch zu frühstücken. Übernachten tun wir allerdings auf dem lange im Voraus reservierten Campground, der ebenfalls eine tolle Lage hat und zu den schönsten Plätzen im Südwesten gehört.

Am zweiten Tag fahren wir den Scenic Drive und machen an einigen schönen Punkten Halt. Gegen 18 Uhr sind wir am Cape Royal. Hier ist erfreulich wenig los, manchmal sind wir ganz alleine und genießen die Stimmung mit großartigem Blick auf Wotan’s Throne und Vishnu’s Temple. In der Ferne sieht man den Desert View Tower am South Rim und es ist eine merkwürdige Vorstellung, dass wir dort vor vier Wochen gestanden haben, um den Sonnenuntergang zu bewundern.

Blick vom Brightangel Point im Grand Canyon North Rim
Blick vom Brightangel Point

Die Rückfahrt nach Las Vegas

Nach dem Frühstück am Tag darauf brechen wir auf und fahren Richtung Las Vegas. Eigentlich war geplant, als letzte Übernachtung in den Snow Canyon State Park zu fahren, aber dort angekommen werden wir von der Hitze regelrecht erschlagen! Es herrschen Temperaturen von über 38 Grad und wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, hier zu bleiben, auch wenn wir die Klimaanlage im Wohnmobil anwerfen – diese erzeugt eben auch einen ordentlichen Geräuschpegel, der spätestens beim Schlafengehen mehr als stört.

Also beschließen wir, wieder zurück nach St. George zu fahren und im McDonalds das WLAN für eine Unterkunftssuche zu nutzen. Wir werden fündig und checken im Best Western ein, können dort sogar den Pool benutzen.

Am nächsten Tag fahren wir wie am Anfang der Reise über die North Shore Road des Lake Mead zurück nach Las Vegas, wo die Hitzewelle sogar 42 Grad erreicht – draußen kann man sich praktisch nicht aufhalten!

Für die letzte Nacht in den USA und den folgenden letzten Tag haben wir ein großes Zimmer im South Point Hotel gebucht, denn dort gibt es auch einen Parkplatz für Oversized Vehicles, wo wir unser Wohnmobil abstellen können, bevor wir es schweren Herzens wieder abgeben. Die große Reise ist nun zu Ende, ging aber auch lange genug, um nun ganz zufrieden und voller Eindrücke nach Hause zurückzukommen. Übrigens verläuft auch der Rückflug problemlos, Lundi schläft satte siebeneinhalb Stunden lang!

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Fazit

Unsere siebenwöchige Reise war ein wunderbares und eindrückliches Erlebnis und wird unvergessen bleiben. Lange genug, um in entspanntem Reisetempo ganz viel Tolles zu sehen und satt und zufrieden nach Hause zu fahren.

Auch wenn sich das Reisen mit Baby natürlich verändert, so war unsere kleine Reisegesellschaft doch schon nach kurzer Zeit gut aufeinander eingespielt und Lundi hat ihre Reisetauglichkeit unter Beweis gestellt. Dinge wie Stargazing und manchmal auch Wildlife-Viewing sind mit Baby zwar schwieriger oder kaum möglich, auch haben wir etwas weniger mit Lagerfeuer gecampt, aber ansonsten gab es wenige Einschränkungen.

Ganz leise wird unser Fernweh bereits wieder wach und wir haben Lust auf neue Abenteuer. 🙂

Zahlen und Fakten

  • Tage von Abflug bis Rückkehr: 51
  • Gefahrene Meilen (Kilometer): 5400 (8700)
  • Besuchte US-Bundesstaaten: 8
  • Besuchte National Parks: 8
  • National Monuments und NPS-Gebiete: 8
  • Übernachtet auf 35 verschiedenen Campgrounds (und in 3 Hotels)
  • Geschossene Fotos: ca. 4000 (Ausschuss schon abgezogen)
  • Temperatur: Min. -1 °C (Yellowstone nachts); Max. 42 °C (Las Vegas)
  • Alter Baby: Zwischen 7 und 9 Monate
  • Milchzähne: vorher 0; nachher 0
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