Auf ruhigen Pfaden zum Giant Sequoia National Monument

von | 14.01.2016 | 0 Kommentare

Wir fahren durch einen schönen Bergwald auf 2000 Metern Höhe, nur selten kommt ein Auto entgegen und Ortschaften gibt es praktisch keine. Wer hätte gedacht, dass man – selbst in der Hauptsaison – so eine ruhige Strecke in Kalifornien findet. Die majestätischen Mammutbäume und wunderbare Luft gibt es obendrauf, alles in allem lassen sich hier perfekte Urlaubstage erleben.

Unsere Route in die Sierra Nevada

Unsere Route führt uns von Springville auf dem Highway 190 hinauf in die Berge des Sequoia National Forest und in den südlichen Teil des Giant Sequoia National Monument (der nördliche Teil liegt um den Grant Grove des Kings Canyon National Park). Im weiteren Verlauf geht es über Johnsondale nach Kernville am Kern River entlang.

Icon_Road_256Insbesondere, wenn du zuvor bereits im Sequoia National Park warst und – wie wir – die Landschaft und die Bäume zwar toll, die vielen Menschen während der Hauptsaison im Sommer aber weniger gut fandest, wirst du dich hier im südlichen Sequoia National Forest wohl fühlen. Durch die abgeschiedene Lage mit kaum Ortschaften und einer Routenführung, die für die meisten typischen „Ersttäter-Rundreisen“ im Südwesten der USA unpassend erscheint, ist es hier entsprechend ruhiger.

Ich halte diesen Bereich sozusagen für einen „Geheimtipp“ für alle Naturliebhaber und Flashpacker, die mal abseits der ausgetretenen Pfade sein wollen.

Trail of 100 Giants

Trail of 100 Giants

Mountain Top B&B

Mountain Top B&B

Kern River Route

Kern River Route

Sorgenvolle Blicke zur Tankanzeige…

Von Springville aus schlängelt sich der Highway durch anfangs noch ziemlich trockene Landschaft, es geht langsam immer weiter bergauf. Meiner Einschätzung nach hätte unser Sprit problemlos für die Strecke ausreichen sollen, aber ich hatte erstens nicht die vielen Steigungen bedacht, die unseren SUV sehr durstig werden ließen, und zweitens nicht die Abgeschiedenheit ohne Tankstellen… Das war meine erste Lektion dieser Art!

Die Tanknadel sinkt also bedrohlich schnell, während wir immer weiter in die Berglandschaft fahren. Noch gelingt es mir, Kerstin (und mich) zu beruhigen, da unser Navi eine Tankstelle im Ort Camp Nelson anzeigt. Doch dort angekommen finden wir die Tankstelle gar nicht und beschließen mit einem mulmigen Gefühl, weiter bis zu unserer Unterkunft zu fahren.

Die Tanknadel sinkt bedrohlich schnell, während wir immer weiter in die Berglandschaft fahren…

Icon_Farm-House_256Wirklich wunderschön ist es hier oben, am Mountain Top Bed & Breakfast, wo wir von Alvie und John herzlich begrüßt werden. Sie sind wahrscheinlich die besten Gastgeber, die wir uns vorstellen können! Allerdings sorgen Johns Informationen nicht zur Entspannung unserer „Benzinsituation“: Er bringt in Erfahrung, dass die Tankstelle in Camp Nelson „out of gas“ ist und eröffnet mir, dass es bis zum im Tal gelegenen und mindestens eineinhalb Fahrstunden entfernten Kernville keine weitere Tankstelle gibt! Nun ja, wer sich über Ruhe und Abgeschiedenheit freut, darf sich natürlich auch nicht über mangelnde Infrastruktur wundern…

Letztlich kommen wir aber mit dem Schrecken davon, denn John hat immer einen Reservekanister Benzin parat und bietet es uns als Überbrückung an. Wir bezahlen und sind total erleichtert, können uns jetzt umso mehr auf die tolle Landschaft hier oben freuen – und werden so schnell nicht mehr den Fehler machen, zu spät ans Nachtanken zu denken…

Der Trail of 100 Giants

Nach einem fantastischen, von Alvie selbst zubereiteten Frühstück, fahren wir weiter durch das Giant Sequoia National Monument zum Trail of 100 Giants, der in der Nähe des Redwood Meadow Campgrounds liegt.

Sequoia-Paar am Trail of 100 Giants

Icon HikingDer Rundweg führt durch den „Long Meadow Grove“ und ist nur ca. 2 km lang, aber wunderschön angelegt und mit Info-Blättern versehen. Da wir uns Zeit lassen, benötigen wir über 1 Stunde für die Strecke, denn es gibt viel zu sehen und zu bestaunen: Riesige Sequoia-Mammutbäume, die teilweise sogar innen hohl sind und früher als Gatter für Kleinvieh benutzt wurden. Oder ein umgestürzter Riese, auf dessen Stamm wir herumlaufen können und dadurch noch besser einschätzen, wie dick und lang der Stamm ist. Sequoias werden besonders dick mit mehreren Metern Stammdurchmesser an der Basis (mehr Infos zu den Bäumen in unserem Reisebericht zum Sequoia National Park).

Gefallener Zwillings-Riese

Wir sind hier zwar nicht alleine, neben einigen putzigen Chipmunks (Streifenhörnchen) und Eichhörnchen sind auch ein paar Menschen auf dem Trail unterwegs, aber es bleibt vergleichsweise ruhig und sehr angenehm. Manche der Baumriesen sind besonders ungewöhnlich gewachsen, Kerstin nimmt z.B. auf einem bankartigen Sockel am Fuße eines Sequoias Platz, siehe Foto. Allerdings geben wir uns Mühe, die Borke der Bäume nicht unnötig viel anzufassen oder gar etwas hineinzuritzen (im Gegensatz zu manch anderem Besucher), denn die majestätischen Bäume leben schon so lange hier und sollen es auch noch lange tun können, ohne Verletzungen davon zu tragen.

Wir bleiben oft stehen oder setzen uns und genießen die wundervolle Atmosphäre.

„Ruhebank“ am Mammutbaum

Durch das Kern River Valley zu unserer ersten Bärensichtung!

Etwas widerwillig brechen wir auf und setzen unsere Reise fort, fast ein bisschen verzaubert von unseren Eindrücken. Die Route führt uns nun vorbei am Örtchen Johnsondale zum Kern River, dessen Verlauf wir weiter ins Tal und bis nach Kernville folgen.

Die Landschaft verändert sich wieder, es wird trockener und immer wärmer, je tiefer wir kommen. An einigen Stellen lädt der Kern River sogar zu einem erfrischenden Bad ein – die Außentemperatur liegt inzwischen wieder bei über 30 Grad Celsius.

Icon_camera_128Klima und Bäume haben uns in den Bergen zwar besser gefallen, aber dafür wartet hier, nicht weit vor Kernville und direkt neben der Straße, noch eine Überraschung auf uns: Ein junger Schwarzbär! Wir sehen ihn rechtzeitig und können bremsen, müssen kurz realisieren, dass es sich tatsächlich um einen Bären handelt – und schnell die Kamera zücken! Da es immer wieder solche Tierbeobachtungen „fast aus dem Nichts“ geben kann, habe ich für alle Hobby-Fotografen den dringenden Tipp, die Kamera immer griffbereit zu halten, möglichst schon mit den richtigen Einstellungen versehen!

Guter Stimmung setzen wir unsere Reise fort und gelangen schließlich nach Kernville und zum Lake Isabella, der auf uns allerdings einen weniger idyllischen Eindruck gemacht hat, als es der Name vermuten ließe.

Weiterführende Informationen zum Giant Sequoia National Monument.

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Fazit

Wer Naturliebhaber ist, Wald und große Bäume mag und auch mal auf weniger ausgetretenen Pfaden unterwegs sein möchte, dem können wir die Route durch das südliche Giant Sequoia National Monument wärmstens empfehlen!

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

Buchempfehlung

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, kann ich den Reiseführer „USA – der ganze Westen“ von Hans-R. Grundmann oder andere Bücher aus dem Reise-Know-How-Verlag sehr empfehlen, z.B. „USA Südwesten“.

In einem kleinen Abschnitt wird auch die Kern River Route und der Trail of 100 Giants beschrieben.

Route

Selbstverständlich kann die Route auch in umgekehrter Richtung gefahren werden, wie bereits erwähnt ist sie jedoch nicht leicht in eine Rundreise einzubauen. Am ehesten bietet sie sich als Etappe vom Yosemite oder Sequoia NP auf der einen und Las Vegas oder LA auf der anderen Seite an, die Fahrzeiten dürfen jedoch nicht unterschätzt werden!

Unterkunft

Ganz hervorragend übernachtet und gefrühstückt haben wir im kleinen, aber feinen Mountain Top B&B, das im Mini-Ort Ponderosa quasi mitten in der Natur liegt. Alvie und John sind sehr sympathische Gastgeber und das Frühstück war spitze! Das Zimmer selbst war recht klein, was uns aber nicht gestört hat, denn es gibt ein großes Gemeinschafts-Wohnzimmer. (Update: Anscheinend gab es einen Besitzerwechsel)

Wie sind deine eigenen Erfahrungen? Wir sind gespannt auf deine Anmerkungen und Gedanken, bitte teile sie mit uns, indem du einen Kommentar hinterlässt. Danke!