Sonnenuntergang und Stargazing auf dem höchsten Berg der Erde

von | 12.03.2016 | 4 Kommentare

Nein, nein, wir sprechen hier keineswegs vom Mount Everest, sondern vom Mauna Kea auf Hawaii! Vielleicht fragst du dich jetzt, warum das der höchste Berg sein soll… Nun, wenn man nicht die Höhe über dem Meeresspiegel, sondern vom Meeresboden bis zur Spitze misst, dann ist der Mauna Kea über 10.000 m hoch!

Von oben hat man einen Wahnsinns-Blick auf den Sonnenuntergang über den Wolken und die Mondlandschaft, und wenn es dunkel ist kann man Millionen von Sternen bewundern, wie sonst kaum irgendwo auf der Erde.

Mauna Kea

Mauna Kea

Oberster Parkplatz

Oberster Parkplatz

Saddle Road

Saddle Road

Visitor Information Station

Visitor Information Station

Schotterstraße zum Gipfel

Schotterstraße zum Gipfel

Der Gipfel des Mauna Kea liegt 4200 m über dem Meeresspiegel, er ist damit der höchste Berg Hawaiis (Big Island). Da der Pazifik hier ca. 6000 m tief ist, ist der Vulkan somit über 10.000 m hoch. Die Masse des Mauna Kea krümmt sogar messbar die Pazifische Platte. Das unvorstellbare Gewicht führt dazu, dass der Berg tief in den Meeresboden eingesunken ist, dadurch ist er vom Fuß aus gemessen ca. 17.000 Meter hoch! (Quelle)

Nicht ganz so hoch, aber sogar noch massiger und voluminöser ist der benachbarte Mauna Loa (ca. 80.000 Kubik-Kilometer!).

Die Auffahrt zur Visitor Information Station

Wir fahren nachmittags von Hilo aus los (von Kona im Westen ist es nicht viel weiter) und nehmen die Saddle Road Richtung Inselmitte. Schon bald windet sich die Straße unaufhörlich ansteigend durch die (noch) grüne Landschaft. Nach einer Weile ist die Saddle Road, die hier früher noch schmal und kurvig war, zu einem breiten Highway ausgebaut, den man flott und problemlos befahren kann.

Die Vegetation ändert sich mit der Zeit, die Landschaft wirkt rauher und Nebelschwaden beginnen, die Sicht einzuschränken. Bis zum Abzweig der Mauna Kea Access Road (die Stichstraße in Richtung Gipfel) benötigen wir eine gute halbe Stunde und können mitverfolgen, wie die Temperatur fast minütlich absinkt.

Die Mauna Kea Access Road ist schmaler und kurviger, sie führt uns durch den Nebel, bei dem es sich in Wirklichkeit um Wolken handelt, in nochmals ca. 20 Minuten bis zur Visitor Information Station auf ca. 2800 m Höhe. Dort sollte man unbedingt anhalten und mindestens 30 Minuten verweilen, damit sich der Körper langsam an die Höhe gewöhnen kann. Es ist wirklich nicht ohne, vom Meereslevel bis auf über 4000 m Höhe zu fahren!

Das Visitor Center macht es einem auch leicht, eine Weile dort zu bleiben – wir schauen uns die interessante Ausstellung und den Shop an. Vor den Gebäuden kann man es sich auf Bänken mit Tischen bequem machen.

Weiterfahrt nur mit Allradfahrzeug!

Schotterpiste auf den Mauna Kea, Hawaii Big IslandAb der Visitor Information Station darf man nur mit Allradantrieb weiter nach oben fahren! Dies liegt v.a. an der Abfahrt, denn die Schotterpiste ist relativ steil und es besteht das Risiko, dass die Bremse heiß läuft. Bei einem Jeep Wrangler, der über einen zuschaltbaren, niedrig übersetzten Allradantrieb verfügt, wirkt die Motorbremse stark genug, um die normalen Bremsen zu entlasten.

Dementsprechend gibt es Urlauber, die sich nicht ganz nach oben trauen oder sich einem Touranbieter anschließen – was wir als unnötig empfinden. Man gewöhnt sich schnell an den Wrangler (Mietwagen Klasse „IJAR“ buchen!) und das Risiko, auf der geschotterten Passage ohne Versicherungsschutz zu fahren, halte ich für überschaubar. Wir haben etliche Miet-Wrangler auf dem Weg nach oben gesehen, aber letztendlich muss das natürlich jeder für sich entscheiden!

Im Winter kann die Strecke aufgrund von Schnee und Eis unpassierbar sein!

Zum Sonnenuntergang auf den Mauna Kea

Nach ungefähr einer Stunde Zwischenstopp an der Visitor Information Station brechen wir zum letzten Abschnitt auf. Für die folgenden ca. 12 Kilometer geht es auf einer Schotterpiste ziemlich steil bergauf, nur das letzte Stück vor den Observatorien ist wieder geteert. Die Aussicht ist nun phänomenal, denn inzwischen sind wir so weit oben, dass wir auf die wattige, weiße Wolkenschicht hinunterschauen.

Über den Wolken

Die Szenerie ganz oben wirkt wie eine Mondlandschaft, mit dunkelbrauner bis rötlicher Erde und Kratern. Im Zusammenspiel mit den Observatorien kommt es uns wie Science Fiction vor. Und es ist kalt! Das Auto zeigt umgerechnet ca. 4 Grad Celsius an, wir haben uns nach dem Zwiebelprinzip immer dicker angezogen, am Schluss inkl. Mützen und Handschuhe.

Mondlandschaft am Mauna Kea

Wir parken das Auto und entscheiden uns, den kurzen Trail bis zum eigentlichen Gipfel zu marschieren (ich habe erfahren, dass man dies offiziell gar nicht mehr darf, da der Berg als heilig gilt, aber wir sahen kein Verbotsschild…). Und wir merken schnell, dass uns die Höhe durchaus zu schaffen macht: Schwere Beine, dünne Luft und ein komisches Gefühl im Bauch. Für den kurzen Anstieg benötigen wir vermutlich doppelt so lang, als wenn wir auf 1000 oder 2000 m wären… Am Ende stehen wir oben und haben in unserem Leben noch nie höhere Luft geschnuppert als hier!

Icon_camera_128Wieder zurück bereiten wir uns auf den Sonnenuntergang vor, ich baue mein Stativ auf, um ein paar schöne Aufnahmen zu machen. Lass einfach die Bilder auf dich wirken – wir vergessen die Kälte und genießen den Anblick!

Sternenschau mit den Rangern

Nun wird es schnell dunkel und wir machen uns zusammen mit den anderen Besuchern auf den Rückweg (es sind aber zum Glück viel weniger Menschen als wir es zum Sonnenaufgang auf dem Haleakala erlebten).

Es dauert eine Weile, bis alle Fahrzeuge einen Parkplatz gefunden haben, inzwischen hat sich eine größere Menschengruppe an der Visitor Information Station versammelt. Dort soll gleich eine Stargazing-Veranstaltung beginnen, sobald es völlig dunkel geworden ist!

Die Ranger haben Laserpointer dabei und zeigen den Besuchern verschiedene Sternensysteme, Tierkreiszeichen und Galaxien. Wow, hier oben sind derart viele Sterne zu sehen, wie wir es nicht für möglich gehalten hätten! Es gibt einfach so gut wie keinen Lichtsmog, Hawaii liegt weit im Pazifik, es sind keine Großstädte in der Nähe und wir befinden uns auf 2800 Metern Höhe. Über den Himmel zieht sich unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, wie ein „Nebel“ aus winzigen bis größeren Lichtpunkten. Es sieht einfach nur schön aus!

Wir müssen auch ausdrücklich die interessanten Erklärungen der Rangerin loben und fahren beeindruckt zurück zu unserer Unterkunft. Je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es wieder und irgendwann können wir auch wieder das Quaken der vielen Frösche hören, die auf der Ostseite von Big Island leben und nachts ein lautes Konzert geben.

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Fazit

Der Sonnenuntergang ist absolut sehenswert, aber so richtig gelohnt hat sich unser Ausflug auf den Mauna Kea vor allem durch die Kombination von Mondlandschaft, Sunset, der Erfahrung mit der Höhe auf 4200 Metern und dem sehr empfehlenswerten Stargazing-Programm der Ranger!

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

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Vorkehrungen

Unterschätze nicht die Höhe des Mauna Kea, immerhin 4200 m! Nimm unbedingt genug warme Kleidung mit! Außerdem solltest du vorher nichts Blähendes essen und keine verschlossenen Getränkeflaschen, Chipstüten o.ä. mitbringen, da sie aufgrund des Drucks oben platzen könnten.

Genug trinken solltest du aber trotzdem. Und unbedingt einen Zwischenstopp am Visitor Center zum „Akklimatisieren“ machen!

Reiseführer

Die besten Reiseführer für Hawaii sind definitiv die der „Revealed“-Reihe. Es gibt für jede Insel ein eigenes Buch mit vielen Tipps auch zu Aktivitäten, Unterkünften, Stränden und Restaurants. Nur im englischen Original erhältlich.

Für die Insel Hawaii (Big Island): Hawaii the Big Island Revealed

Unterkunft

Man kann sowohl von Osten als auch von Westen auf den Mauna Kea fahren. Unser Tipp für eine tolle Unterkunft in Kona:

Ein Condo direkt am Meer

Die Ferienwohnung liegt traumhaft direkt am Ozean (Oceanfront) im 4. (obersten) Stock des Kona Bali Kai Komplexes. Die sympathischen Vermieter haben das Condo mit allem ausgestattet, um bei Meeresrauschen einzuschlafen, mit Blick auf’s Meer zu frühstücken und sich einfach wohlzufühlen. Fotos am Ende unseres Strand-Artikels.