Warum Kauai unsere Lieblingsinsel ist

von | 04.02.2016 | 6 Kommentare

Kauai hat viele Gesichter, aber hast du gewusst, dass man dort den sogenannten Grand Canyon des Pazifiks findet? Diese beeindruckende Schlucht trägt dazu bei, dass Kauai zusammen mit Big Island (Hawaii) zu unseren Lieblingsinseln gehört! Warum das so ist, das erfährst du in diesem Artikel.

Kauai – Garteninsel, Hühnerparadies und Regenloch!?

Kauai ist eine der im Nordwesten Hawaiis liegenden Inseln, das heißt sie ist schon relativ alt und es gibt keinen aktiven Vulkanismus mehr. Dafür ist die Insel üppig bewachsen. Sie gehört zu den kleineren der acht großen Inseln.

Waimea Canyon

Waimea Canyon

Kokee State Park

Kokee State Park

Waimea Canyon Lookout

Waimea Canyon Lookout

Kalalau Valley

Kalalau Valley

Na Pali Coast

Na Pali Coast

Kapaa

Kapaa

Gaylord's Restaurant

Gaylord’s Restaurant

Mohihi Road

Mohihi Road

Polihale State Park

Polihale State Park

Strände der North Shore

Strände der North Shore

Spouting Horn

Spouting Horn

Garden Island

Icon_Light_House_256Schon ziemlich schnell nach der Landung fühlen wir uns auf Kauai sehr wohl. Die Insel ist sehr grün (deshalb „Garden Island“) und bietet mit bewachsenen Hügeln und Bergketten eine schöne Landschaft, an manchen Orten fühlt es sich an wie im Paradies. Herausragend ist die Na Pali Coast im Nordwesten.

Na Pali Coast

Grüne Bergketten gibt es zwar auch auf Oahu, auf Kauai ist die Touristen- und Bevölkerungsdichte aber viel geringer. Allerdings ist die Infrastruktur auch schlechter, im Bereich von Lihue und Kapaa sind Staus an der Tagesordnung und so manches Speed Limit hat uns stark an der Straßenverkehrsverwaltung zweifeln lassen…

Die Menschen haben wir hier meist als besonders freundlich und entspannt („Hang Loose“!) kennengelernt, den sprichwörtlichen Aloha-Spirit verbinden wir besonders mit Kauai!

Zentrale Unterkunft – Kapaa

Unsere Unterkunft liegt in Kapaa, was den Vorteil hat, dass die interessanten Ziele im Norden (North Shore) und Westen ungefähr gleich weit entfernt sind. Außerdem ist Kapaa ein recht reizvolles Städtchen, was man gewiss nur von wenigen Orten Hawaiis sagen kann. Icon_Eat_128Entlang der Hauptstraße gibt es viele attraktive Geschäfte und Boutiquen sowie Essgelegenheiten für jede Tageszeit. Zum Frühstücken gehen wir gerne ins Kountry Kitchen und noch lieber ins Art Cafe Hemingway gleich daneben.

Und: Als hawaiianische Besonderheit hat auch Kauai ein paar sehr schöne Fruit Stands zu bieten.

Hühner gibt es – nahezu ÜBERALL!

Verwilderte Hühner gibt es schon lange auf fast allen Inseln Hawaiis, aber nirgends fallen sie uns so schnell und zahlreich auf wie auf Kauai. Dies ist u.a. dem Umstand zu verdanken, dass der Hurricane „Iniki“ 1992 zu schweren Verwüstungen führte und viele Hühnerställe zerstörte, die Hühner sozusagen befreite.

Die Hühner gehören irgendwie zum Reiz von Kauai, insbesondere wenn sie Küken haben und einen stolzen und bunt gefiederten Hahn. Letzterer kann einem aber auch auf die Nerven gehen, wenn er früh morgens (wie auch eigentlich den ganzen Tag lang) unaufhörlich zu krähen beginnt… Deshalb sollte die Unterkunft zumindest nicht in der Nähe einer Hühnerfarm sein! Frei lebende Hühner kann man sowieso nicht vermeiden.

Hühner, Kauai

Wie ist das Wetter auf Kauai?

Kauai hat atemberaubende Landschaft zu bieten, schöne Wandermöglichkeiten, irrsinnig viele Wasserfälle, tolle Strände – wo ist der Haken? Macht es „Klick“?

Klar, es muss seinen Grund haben, dass es so grün ist und viele Wasserfälle gibt – es gibt entsprechend viel Regen! Tatsächlich ist es sogar so, dass der Wai’ale’ale Krater in der Inselmitte zu den regenreichsten Orten der Erde gehört, er ist praktisch immer mit Wolken verhangen!!! (Quelle)

Und nun die gute Nachricht: Je weiter nach Südwesten man kommt, desto trockener wird es. Außerdem sind Regenwolken oft lokal begrenzt. So ist es häufig möglich, einer Schlechtwetterlage auszuweichen (einfach ein paar Kilometer weiter oder zur anderen Inselseite fahren). Aber selbst im regenreicheren Norden, wo die schönsten Strände liegen, haben wir selbst erlebt, wie schnell das Wetter von wolkenverhangen zu sonnig umschlagen kann!

Kauai vom Helikopter aus

Kauai vom Helikopter aus

Die Fahrt am Waimea Canyon entlang

Ich möchte nun noch besonders auf das anfangs erwähnte Highlight, den Waimea Canyon eingehen, der auch „Grand Canyon des Pazifiks“ genannt wird. Er ist wirklich beeindruckend und sollte zu jedem Besuch von Kauai dazugehören!

Icon_Road_256Wir machen uns also auf den Weg zum Waimea Canyon und haben dafür den ganzen Tag Zeit eingeplant. Ich empfehle für die Auffahrt die Waimea Canyon Road (Nummer 550) zu benutzen, die im Ort Waimea abzweigt und schöne Ausblicke bietet. Aber aufgepasst, dort ist der Canyon nicht ausgeschildert, denn man will die Touristen über die Koke’e Road leiten (von Kekaha ausgehend), welche ich eher für die Rückfahrt empfehle!

Von einer Schlucht ist noch nicht viel zu sehen, aber es geht permanent bergauf. Noch vor den eigentlichen Aussichtspunkten gibt es eine schöne Gelegenheit, die Herkunft des Namens „Waimea“ (= rotes Wasser) zu verstehen: Wir kommen zu einem Bach mit kleinem Wasserfall auf der linken Seite (zwischen Mile Marker 4 und 5), der durch extrem rot gefärbte Erde fließt!

Ein paar Meilen weiter befindet sich der Waimea Canyon Lookout, wo es einen Moment dauert, bis wir einen Parkplatz gefunden haben. Nach ein paar Schritten zu Fuß stehen wir am Rand des Canyons und sind begeistert: Eine tiefe und weit reichende Schlucht liegt vor uns und die Farbigkeit des Canyons ist beeindruckend! Die Braun- und Rottöne der Gesteinsschichten zusammen mit dem Grün der bewachsenen Oberflächen ergeben eine ganz bestimmte Kombination, wie sie wohl nur auf Hawaii zu finden ist! Wer den Grand Canyon in Arizona und andere Canyons in Utah mag, der wird sich gewiss auch hier am Waimea Canyon wohlfühlen!

Waimea Canyon

Im Verlauf des Canyon Drives gibt es noch weitere Aussichtspunkte, so z.B. den Pu’u Hinahina Lookout, der zur einen Seite den Blick in den Canyon und zur anderen Seite – klare Sicht vorausgesetzt – die Sichtung der abgelegenen Nachbarinsel Niihau ermöglicht. Man sollte genug Zeit mitbringen und Geduld, wenn am Straßenrand nicht sofort ein Parkplatz frei ist.

Der Kokee State Park mit dem Kalalau Lookout

Nun geht es in den Koke’e State Park, der den nördlichen Bereich des Canyons umfasst und sich auf einem Hochplateau befindet – wir sind hier immerhin ca. 1000 m über dem Meer und das Klima ist angenehm kühler und weniger schwül als weiter unten. Es bietet sich an, an der Koke’e Lodge Halt zu machen und das schöne Museum zu besuchen. Das Essen in der Lodge empfinden wir leider als unterer Durchschnitt (wir hatten uns dort auf ein schönes Frühstück gefreut) und sind etwas enttäuscht.

Wir fahren weiter zum Kalalau Lookout, wo uns leider schon die Nebelschwaden entgegen kommen. Man muss etwas Glück haben, um hier die tolle Aussicht ins früher mal bewohnte, einsam liegende Kalalau Tal und hinunter zum Meer genießen zu können. Oft führt die vom Meer aufsteigende, feuchtwarme Luft hier zu Nebel- und Wolkenbildung.

Sollte es bei deinem Besuch nicht neblig sein, dann empfehle ich dir jedoch unbedingt die Weiterfahrt zum Pu’u o Kilo Lookout! Von dort hat man einen noch besseren Blick ins Kalalau Valley und hinunter zur Küste.

Wandern und Allradabenteuer

Die Gegend im Koke’e State Park ist ein kleines Wanderparadies und lockt neben der tollen Landschaft auch mit angenehmerem Klima und auf einigen Trails sogar mit Abgeschiedenheit!

Icon HikingEs gibt so viele unterschiedlich anspruchsvolle Trails, dass eine ausführliche Beschreibung hier zu weit führen würde. Sehr beliebt ist der Pihea Trail, der im weiteren Verlauf zum Alakai Swamp führt (einem hochgelegenen Sumpfgebiet). Leider mussten wir auf halber Strecke umkehren, da es so matschig und rutschig war.

Wer ein kleines Abenteuer sucht und einen allradgetriebenen Jeep Wrangler gemietet hat, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Die meisten Trails, v.a. die, auf denen man oft allein unterwegs ist, lassen sich nämlich nur über eine teils mit Schlaglöchern gespickte Piste, die Mohihi Road, erreichen. Es lohnt sich!

Für einen ersten Eindruck eignet sich der kurze Po’omau Canyon Vista Trail, der im Revealed Reiseführer und auf Angies Trailseite beschrieben ist.

Wir machen außerdem eine wunderschöne Wanderung auf dem Ditch Trail bis zum Po’omau Canyon Lookout und wieder zurück. Der Aussichtspunkt befindet sich am Ende eines Bergrückens, links und rechts geht es steil bergab. Man muss nicht schwindelfrei sein, aber ein mulmiges Gefühl kann sich einstellen. Dieses zu überwinden wird mit der Aussicht belohnt! Und wir sind nur zu zweit hier… Einfach ein toller Moment!
Zur Trailbeschreibung hier.

Beachte bitte, dass wir den hier beschriebenen Ausflug zum Waimea Canyon und die Wanderungen im Koke’e SP nicht an einem Tag machten, du solltest mind. 2-3 Tage einplanen! Andere Sehenswürdigkeiten und Strände von Kauai kommen dann noch extra.

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Fazit

Waimea Canyon, Na Pali Coast, wunderschöne Strände inkl. Schnorcheln und Honus an der North Shore und im Polihale State Park, Wandern im Koke’e State Park, geringe Bevölkerungsdichte und „true Aloha spirit“: Kauai ist – wohl noch knapp vor Big Island – unsere Lieblingsinsel von Hawaii!

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

Reiseführer

Zwar nur im englischen Original erhältlich, aber uneingeschränkt empfehlenswert ist The ultimate Kauai Guidebook. Ich glaube es gibt keine besseren Hawaii-Reiseführer als die der Revealed-Reihe und wäre froh, wenn zu anderen Reisezielen Ähnliches erhältlich wäre!

Auch die entsprechende App inkl. Offline-Karten mit GPS-Ortung ist empfehlenswert.

Restaurant

Kilohana ist nicht nur aufgrund der Läden mit Kunsthandwerk und der Rumbrennerei einen Stopp Wert, sondern auch wegen des dort befindlichen Gaylord’s Restaurant!

Abends etwas teuer, waren wir zwei Mal zum Lunch dort und haben das superleckere Essen sehr genossen. Man sitzt schön im Außenbereich bzw. auf der Terrasse (im Schatten).

Helikopter-Flug

Wir können jedem Besucher von Kauai einen Flug mit dem Helikopter nur unbedingt empfehlen! Es ist ein teurer Spaß, aber hat sich absolut gelohnt. Die Na Pali Coast kann man nur vom Meer aus und mit dem Helikopter bewundern und auch andere Highlights der Insel sind mit dem Auto nicht zu erreichen.

Tipp: Doors Off! Ein unvergleichliches Erlebnis und auch zum Fotografieren von Vorteil ist der Flug mit einem Helikopter ohne Türen. Unser Anbieter, den wir gerne weiterempfehlen: Mauna Loa Helicopters.

Wie sind deine eigenen Erfahrungen? Oder hast du Fragen? Wir sind gespannt auf deine Anmerkungen und Gedanken, bitte teile sie mit uns, indem du einen Kommentar hinterlässt. Danke!