Welche Inseln für eine Hawaii-Rundreise?

von | 20.11.2015 | 7 Kommentare

Die Schönheit und Vielseitigkeit der Inseln macht Hawaii aus, erschwert gleichzeitig aber auch die Urlaubsplanung. Welche Inseln sollen in die Auswahl kommen? Und wie teilt man die Inseln zeitlich auf?

Ich will versuchen, bei der Entscheidung und Planung zu helfen, v.a. natürlich, wenn es um einen ersten Hawaii-Besuch geht!

Inselhopping (auch) für Flashpacker

Wer sich mit Hawaii beschäftigt (und z.B. unsere Reiseberichte hier liest) wird schnell feststellen, dass man auf einiges verzichten müsste, wenn man sich auf nur eine der Inseln als Urlaubsziel festlegen würde. Um sich einen Überblick zu verschaffen und verschiedene Eindrücke zu sammeln würde ich – insbesondere für einen Erstbesuch – unbedingt empfehlen, mehrere Inseln zu besuchen. Für uns als „Flashpacker mit Rundreise-Vorliebe“ stand schnell fest, dass wir uns mehrere Inseln anschauen – aber welche?

Die vier größten Inseln, also Hawaii (Big Island), Maui, Oahu und Kauai, eignen sich für eine erste Rundreise mit Inselhopping am besten. Du solltest die zeitliche Aufteilung aber nicht einfach mit 25 % für jede der vier Inseln ansetzen, weil die unterschiedliche Größe und die individuellen Interessen verschieden lange Aufenthaltsphasen pro Insel erforderlich machen.

Bitte unbedingt vorher informieren und erst danach die Inselflüge und Unterkünfte buchen!

Deshalb kurz zum Charakter der Inseln:

Die vier größten Inseln

Oahu – mit Honolulu:

Diamond Head, Honolulu, Oahu, Hawaii

Diamond Head, Honolulu, Oahu

Die meisten werden mit Hawaii auch Honolulu verbinden, den Namen „Oahu“ aber kaum kennen. Honolulu ist die Hauptstadt von Hawaii und befindet sich auf der Insel Oahu, die aber nicht die größte der Inseln ist.

Oahu hat bei Weitem die meisten Einwohner der vier großen Inseln und auch die meisten Urlauber. Im Vergleich zu den anderen Inseln, v.a. gegenüber Big Island und Kauai, haben wir Oahu als ziemlich „voll“ erlebt, was teilweise natürlich auch an der Großstadt Honolulu liegt.

Apropos, wer Großstädte mag, wird sich in Honolulu mit dem berühmten Waikiki Beach bestimmt wohlfühlen. Viele Touristen wollen auch Pearl Harbor besuchen. Der Norden von Oahu ist etwas weniger „wuselig“.

Wer die Natur liebt und es etwas ruhiger, teilweise auch ursprünglicher mag, für den sind die anderen Inseln besser geeignet. Man könnte auch sagen: Oahu ist schön und hat auch landschaftlich einiges zu bieten, aber nichts, das man hier findet, würde man auf einer der anderen Insel nicht genauso – oder sogar noch schöner – finden können.

Maui:

Makena Beach (Big Beach), Maui, Hawaii

Makena Beach (Big Beach), Maui

Der Südwesten von Maui ist ebenfalls ziemlich touristisch, jedoch nicht mit Waikiki oder gar dem „Ballermann“ auf Mallorca zu vergleichen.

Es gibt sowohl sehr schöne Strände als auch die berühmte Road to Hana und den 3000 m hohen Haleakala Vulkan, der sich als Ziel für tolle Sonnenaufgänge eignet.

Wir würden Maui zwar nicht als unsere Lieblingsinsel bezeichnen, hätten bei einem ersten Besuch aber auch nicht auf Maui verzichten wollen!

Hawaii Big Island:

Halemaumau Krater mit Regenbogen, Hawaii

Kilauea Krater, Big Island

Hawaii ist die mit Abstand größte Insel des Archipels und wird oft „Big Island“ genannt, damit es nicht zu Verwechslungen mit der Bezeichnung „Hawaii“ im weiteren Sinne (auf die ganze Inselgruppe bzw. den Bundesstaat Hawaii bezogen) kommt. Tatsächlich ist Big Island sogar größer, als alle anderen Inseln zusammengenommen!

Im Westen der Insel ist es trocken, es gibt viele schöne Strände und teils auch touristische Infrastruktur, z.B. mit dem Städtchen Kona oder den Hotel-Resorts im Nordwesten.

Der Osten ist feuchter und bietet viel grünen Regenwald und weniger Touristen. Die Inselmitte wird durch die hohen Vulkane Mauna Kea (dem höchsten Berg Hawaiis) und Mauna Loa bestimmt. Und im Südosten befindet sich mit dem Kilauea der Vulkan mit seit Jahrzehnten anhaltender Aktivität, was man im Hawaii Volcanoes National Park bestaunen kann.

Kauai – die Garteninsel:

Kauai vom Helikopter, Hawaii

Kauai vom Helikopter aus

Kauai gehört zu den älteren Inseln und hat keinen aktiven Vulkanismus oder große Lavafelder zu bieten, dafür aber viel Grün – sie wird auch als „Garden Island“ bezeichnet.

Kauai hat sowohl tolle Strände, als auch wunderschöne Landschaft – nicht umsonst wurden hier schon viele Filme gedreht. Der Waimea Canyon ist beeindruckend und im Kokee State Park kann man wunderbar wandern. Die Infrastruktur ist weniger touristisch und wir hatten das Gefühl, dass auf Kauai am meisten das „Aloha-Gefühl“ und die „Hang Loose Mentalität“ rüberkommt.

Unsere persönliche Inselauswahl

Du hast aus der Übersicht der Inseln vielleicht schon herauslesen können, dass Kauai und Big Island unsere Lieblingsinseln waren, weil sie nach unserem Empfinden am meisten ursprüngliches „Hawaii-Feeling“ rüberbringen und natürlich auch, weil es dort so unglaublich viel zu entdecken gibt.

Oahu haben wir nur kurz besucht, wurden aber auch in unserer Meinung bestätigt, dass es uns dort einfach zu „voll“ und in gewisser Weise auch zu wenig hawaiianisch war. Wir sind aber auch nicht unbedingt die Großstadt-Fans, von Ausnahmen abgesehen.

Insofern verpasst du unserer Meinung nach auch nichts unglaublich Wichtiges, wenn du Oahu gar nicht besuchst – ein Kurzbesuch wäre aber wohl das beste. Außerdem darf man nicht vergessen, dass viele Flüge über Honolulu gehen und man u.U. gezwungen ist, Oahu mit in die Planung aufzunehmen, weil man dort landet oder von dort wieder nach Hause fliegt.

Die zeitliche Inselaufteilung

Aufgrund ihrer Größe benötigt Big Island auch am meisten Zeit, wenn man sowohl den Westen als auch Osten der Insel und den Vulkan erkunden will.

Bei Oahu würden wir dagegen einen eher kurzen Besuch empfehlen, damit genug Zeit für die anderen (und unserer Meinung nach schöneren) Inseln bleibt.

Der Zeitbedarf auf Kauai richtet sich sehr stark auch danach, ob du gerne wanderst (und dafür genug Zeit haben willst) oder nicht.

Für Maui brauchst du weniger Zeit, v.a. wenn es hauptsächlich um die Road to Hana, einen Besuch auf dem Haleakala und von ein paar Stränden geht.

Grundsätzlich sollte jedoch klar sein, dass jede Insel genug zu bieten hat, um einen kompletten Urlaub nur auf dieser einen Insel zu verbringen! Das heißt es ist wichtig, Prioritäten zu setzen und sich zu überlegen, was einem besonders gut gefällt.

Dementsprechend sind die folgenden Vorschläge auch nur als Anhaltspunkte zu verstehen, die je nach deinen persönlichen Vorlieben noch angepasst werden können und sollten!

3 Wochen Hawaii:

Bei 3 oder gar 3,5 Wochen solltest du alle vier Inseln besuchen, z.B. in dieser Weise:

  • 3 Tage Oahu
  • 5 Tage Maui
  • 7-8 Tage Big Island
  • 6-7 Tage Kauai

2 Wochen Hawaii:

Stehen nur 2 oder 2,5 Wochen zur Verfügung, so könnte es etwas stressig werden, wenn du alle vier Inseln mit ins Programm nimmst. Mein Vorschlag: Entscheide dich für 2-3 der Inseln!

  • 4 Tage Maui
  • 7 Tage Big Island
  • 5 Tage Kauai

oder:

  • 2 Tage Oahu
  • 5 Tage Maui
  • 7 Tage Kauai

1 Woche Hawaii:

Ich glaube nicht, dass jemand von Europa aus für nur eine Woche ausschließlich nach Hawaii fliegen wird und ich bin gegen Pläne, Hawaii als „Abstecher“ zusätzlich zu einem USA-Urlaub einzubinden, siehe unten. Wer jedoch wirklich nur so wenig Zeit hat, der sollte sich auf 1-2 Inseln beschränken.

Hawaii als „Abstecher“ zum USA- (Weststaaten) Urlaub?

Man liest immer wieder, dass Leute z.B. in die US-Weststaaten reisen und dann die Idee haben, Hawaii als „Abstecher“ zusätzlich mit in die Planung zu nehmen. Also z.B. 2 Wochen USA Festland und dann 1 Woche Hawaii.

Ich halte nicht sehr viel davon.

Warum? Ganz einfach, ich finde man tut sich damit keinen Gefallen, sondern hat weder für das eine, noch das andere Ziel genug Zeit. Und Hawaii ist als Ziel für einen reinen Badeurlaub zu schade und zu teuer. Da eignet sich Florida noch besser.

Ich würde also vorschlagen, lieber einen ausgedehnten Weststaaten-Urlaub zu machen und Hawaii als separate Reise in Angriff zu nehmen, dann auch mit der notwendigen Zeit für die vielfältige Inselwelt.

Die Inter Island Flüge

Erste Wahl für die Flüge bei der Hawaii Rundreise ist Hawaiian Airlines. Doch bevor die Flüge gebucht werden, sollte die Inselaufteilung feststehen und die Quartiere gebucht sein.

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Kahoolawe vom Flugzeug, HawaiiDie Flüge von Insel zu Insel sind mit 30-45 Minuten zwar kurz und die Flughäfen (bis auf Honolulu) meist schnucklig-klein, da man aber ca. 1,5 Stunden vor Abflug am Flughafen sein sollte, kann so ein Flug den Tag trotzdem „zerschneiden“.
Deshalb mein Rat: Die Inselflüge möglichst morgens oder abends wählen, damit man noch etwas vom Tag hat!

Wir sind morgens geflogen, das hat den Vorteil, dass man sich tagsüber – nach dem Verlassen der Unterkunft – keine Gedanken machen muss, wo man sein Gepäck unterbringt. Es im Auto zu lassen und sich davon zu entfernen, kann durchaus riskant sein.

Die Buchung der Inter-Island-Flüge kannst du ruhig selbst auf der Homepage von Hawaiian Airlines vornehmen, das spart meist Geld gegenüber einem Reisebüro. Mehrere Inselhopping-Flüge lassen sich in einem Vorgang buchen.

Tipp zum Sparen bei den Gepäckgebühren:

Icon_suitcase_256Normalerweise kostet das erste aufgegebene Gepäckstück jedes Reisenden von Inter-Island-Flügen 25 $ Gebühr. Es gibt aber eine Möglichkeit, hier richtig zu sparen, nämlich indem man sich als Hawaiian Miles Member registriert! Die Registrierung ist kostenlos und nicht mit weiteren Anforderungen verknüpft. Als Hawaiian Miles Member kostet das aufgegebene Gepäck nur 15 $ statt der sonst fälligen 25 $ Gebühr.

Ich kann jedem nur dringend empfehlen, sich zu registrieren! Hier geht es zur Anmeldung bei Hawaiian Airlines:
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Fazit

Mach dich unbedingt rechtzeitig schlau, welche Ziele dich am meisten interessieren und gestalte danach die zeitliche Aufteilung der Inseln!

Bei einem Erstbesuch empfehle ich ausreichend Zeit und dann auch die Reise zu allen vier größeren Inseln.

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

Unterkünfte

Für Hawaii Big Island empfehle ich die Buchung von zwei Unterkünften, einer im Westen (z.B. im Bereich von Kona) und einer im Osten (Hilo und südlich angrenzende Umgebung). Grund dafür ist die Größe der Insel und die nicht zu unterschätzenden Fahrtzeiten, um z.B. von Kona in den Osten oder zum Nationalpark zu kommen. Hier ist man von Hilo aus viel schneller hingefahren.

Für die anderen Inseln dürfte jeweils eine Unterkunft ausreichend sein. Auf Maui passt der Südwesten (Gegend um Kihei) gut als Standquartier, auf Kauai der Osten (Kapaa), damit man es weder zu den Stränden im Norden noch in den Süden und zum Waimea Canyon zu weit hat.

Mietwagen

Für Big Island und Kauai empfehle ich die Buchung eines  Jeep Wrangler (Klasse IJAR), der allradgetrieben ist und die nötige Bodenfreiheit mitbringt, um auf den Mauna Kea, zum Polihale SP und auf „rappeligen“ Schotterstrecken (z.B. im Kokee SP) fahren zu können.

Für Oahu und v.a. Maui ist ein Allradfahrzeug meist nicht nötig. Meine Empfehlung ist ein Convertible (Cabrio) – du wirst fast immer einen Chevrolet Camaro oder Ford Mustang erhalten. Das Fahren der Road to Hana inkl. kompletter Umrundung ist auch mit einem Cabrio möglich und das offene Fahren im Regenwald unvergleichlich (mehr dazu in unserem Road to Hana Artikel und der Rückfahrt von Hana).

Buchempfehlung

Die besten Reiseführer für Hawaii sind definitiv die der „Revealed“-Reihe. Es gibt für jede Insel ein eigenes Buch mit vielen Tipps auch zu Aktivitäten, Unterkünften, Stränden und Restaurants. Nur im englischen Original erhältlich.

Wie sind deine eigenen Erfahrungen? Wir sind gespannt auf deine Anmerkungen und Gedanken, bitte teile sie mit uns, indem du einen Kommentar hinterlässt. Danke!

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