Steile Felswände und tosendes Wasser am Grand Canyon of Yellowstone

von | 24.02.2016 | 0 Kommentare

Neben der Magie der Geysire und heißen Quellen sowie der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt hat der Yellowstone eine ganz besondere Schlucht mit gleich zwei Wasserfällen zu bieten – komm mit auf unsere Wanderung entlang des Grand Canyon of the Yellowstone!

Entstanden ist diese Schlucht durch Erosion, begonnen am Ende der letzten Eiszeit, als die sich zurückziehenden Eismassen die weicheren Gesteinsschichten tief abgetragen haben.

Der Canyon ist zwischen 250 und 400 Meter tief und über 30 km lang, er wird durch drei große Wasserfälle des Yellowstone River geprägt ( Wikipedia).

Grand Canyon of Yellowstone

Grand Canyon of Yellowstone

Lower Falls

Lower Falls

Upper Falls

Upper Falls

South Rim Trail

South Rim Trail

Artist Point

Artist Point

Lookout Point

Lookout Point

Inspiration Point

Inspiration Point

An den Wassermassen der Upper Falls

Wir brechen früh auf, da sich unsere Unterkunft nicht am Canyon befindet und sich die Wasserfälle vormittags am besten fotografieren lassen. Unser erster Abstecher zum Canyon führt uns zu den Upper Falls, um genau zu sein, zum Brink of the Upper Falls. Vom Parkplatz aus gehen wir auf einem relativ kurzen und vergleichsweise leichten Weg zu einem Aussichtspunkt direkt oberhalb des Wasserfalls.

Die Upper Falls bilden die erste große Stufe im Verlauf des Yellowstone River zum Boden des Canyons. Das Wasser rauscht hier mit Getöse ca. 33 m hinunter und es ist schön, dieses Spektakel auch aus der Nähe sehen zu können.

Man kann zwar auch zu einer Stelle direkt oberhalb der Lower Falls gelangen (Brink of the Lower Falls), dieser Weg ist aber länger und v.a. bedeutend steiler und anstrengender zu laufen. Wir wollen nun lieber zum South Rim, von wo aus man eine tolle Sicht in die Schlucht haben soll.

Unsere Wanderung auf dem South Rim Trail

Icon HikingWir fahren zum Uncle Tom’s Parking Lot und stellen unser Auto ab. Von hier aus wollen wir den South Rim Trail bis zum Artist Point laufen, dabei handelt es sich um gut 5 km (hin und zurück). Wie der Name schon sagt, führt der Weg an der südlichen Kante der Schlucht entlang und hat den Vorteil, keine großen Höhenunterschiede überwinden zu müssen.

Am Anfang befinden wir uns noch auf dem Uncle Tom’s Trail, der im weiteren Verlauf ziemlich weit und steil in den Canyon hinunter führt, ganz in die Nähe der Lower Falls. So weit gehen wir jedoch nicht, gerade als wir den Abzweig zum South Rim Trail nehmen, entdecken wir keine 20 Meter von uns entfernt ein Reh auf dem Weg! Die wilden Tiere haben hier gegenüber Menschen spürbar weniger Scheu als in Deutschland.

Als wir das erste Mal den Canyonrand erreichen und einen Teil der Lower Falls sehen können, sind wir beeindruckt: Es geht steil in die Tiefe, der Wasserfall ist mit 94 m fast doppelt so hoch wie die Niagarafälle! Besonders schön ist die Gesteinsfärbung des Canyons, die von einem Beige- bis Gelbton ausgehend immer wieder in Richtung orange bis hin zu rosarot variiert. Und wir haben Glück, da sich heute Sonne und Wolken abwechseln!

Grand Canyon mit Lower Falls

Grand Canyon mit Lower Falls

Der South Rim Trail ist eine absolute Empfehlung Wert, da er leicht zu laufen ist, immer wieder neue und variierende Ansichten des Grand Canyon bietet und hier einfach auch viel weniger Leute unterwegs sind als an den Viewpoints! Entlang des Weges entdecken wir sogar Pfifferlinge und Steinpilze, die wir natürlich artig stehen lassen.

Traumhafte Aussicht am Artist Point

Am Artist Point wird es wieder voller, man gelangt nämlich auch von einem nahe gelegenen Parkplatz hierhin. Die Besonderheit dieses Aussichtspunktes ist, dass der Canyon hier eine kleine Biegung macht und wir somit einen fantastischen Blick mehr von der Canyonmitte aus in Richtung der Lower Falls in der Ferne haben. Ich halte den Artist Point für den schönsten Overlook des ganzen Canyons und mache entsprechend viele Fotos!

Grand Canyon mit Artist Point

Grand Canyon mit Artist Point

Icon_camera_128Du solltest dir hier unbedingt etwas Zeit nehmen, um einen guten Platz in der ersten Reihe zu bekommen und nachfolgend zu beobachten, wie sich die Farben und der Wasserfall je nach Lichteinfall, Sonnenstand und Bewölkung leicht verändern. Von hier aus sieht der Fluss am Boden der Schlucht außerdem besonders schön aus, die ganze Szenerie wirkt auf manchen Fotos fast wie ein Gemälde.

Nach dieser Pause machen wir uns auf den Rückweg und können wieder die Blicke in den Canyon und zu den Lower Falls genießen.

Blick vom Artist Point

Lookout und Inspiration Point am Nordrand

Icon_Road_256Nun fahren wir mit dem Auto zum North Rim des Grand Canyon of the Yellowstone. Hier ist nochmal deutlich mehr los, wahrscheinlich weil es gleich mehrere Aussichtspunkte gibt, die direkt neben der Straße liegen. Wir merken es immer wieder, die meisten Menschen sind so bequem, dass sie solche Lookouts bevorzugen, die mit nur wenigen leichten Schritten vom Auto aus erreichbar sind…

Und so ein leicht zugänglicher Punkt ist v.a. der Lookout Point. Auch bei viel Betrieb lohnt sich meiner Meinung nach jedoch der Besuch, weil man von hier aus einfach wieder einen anderen Blick zum Wasserfall und in den Canyon hinein hat. Mir gefällt außerdem, dass man hier den Horst von Fischadlern beobachten kann, ein gutes Fernglas oder Objektiv mit langer Brennweite vorausgesetzt.

Weiter geht es bis zum Inspiration Point, welcher das östliche Ende der mit dem Fahrzeug erreichbaren Aussichtspunkte markiert. Hier ist wieder etwas weniger los (vermutlich, weil man keine Wasserfälle sehen kann), was wir für eine kleine Pause nutzen. Kerstin macht es sich gleich gemütlich und beginnt zu lesen, während ich neue Fotos schieße. Der Inspiration Point gefällt mir sehr gut, weil man von hier aus auch weiter flussabwärts schauen kann, wo ich die Gesteinsverfärbungen als besonders facettenreich empfinde.

Farbenspiel, Grand Canyon of the Yellowstone

Farbenspiel des Canyon

Nach einer kleinen Stärkung mit mitgebrachten Snacks nehmen wir Abschied vom Grand Canyon und machen uns voller Eindrücke auf den Weg zum und durch das Hayden Valley, von dem ich ein anderes Mal erzählen will.

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Fazit

Der Grand Canyon of the Yellowstone ist zwar weniger bekannt als die gleichnamige Schlucht in Arizona, gehört für mich aber genauso zu den beeindruckendsten Naturschauspielen der Erde, für das du dir bei einem Besuch genug Zeit nehmen solltest!

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

Reiseführer

Neben unserem „Standardwerk“ für die Weststaaten, dem Grundmann (USA – der ganze Westen), empfehle ich noch explizit:

Photographing Yellowstone“. Das Buch gibt es nur auf englisch, es leistet jedoch sowohl bei der Tagesplanung als auch vor Ort wertvolle Dienste – auch, aber nicht nur für Fotografen!

Bestes Licht

Insbesondere für Hobby-Fotografen wird interessant sein, dass die Lower Falls ab dem frühen Vormittag in der Sonne liegen und sich dann vom South Rim bzw. Artist Point aus am besten fotografieren lassen. Bist du zwischen 9:45 und 10 Uhr am Artist Point, bildet die Gischt der Lower Falls mit etwas Glück sogar einen Regenbogen!

Nachmittags liegen die Lower Falls dann komplett im Schatten – wichtig für die Tagesplanung!

Hast du Fragen oder Anmerkungen, wie sind deine eigenen Erfahrungen? Wir sind gespannt auf deine Gedanken, bitte teile sie mit uns, indem du einen Kommentar hinterlässt. Danke!