Über den Reiz der Rückkehr – Reiseblogger:innen erzählen

von | 28.03.2022 | 8 Kommentare

Es gibt ja Menschen, die fahren Jahr um Jahr an den gleichen Urlaubsort, ins gleiche Hotel oder die gleiche Pension, kennen die Kellner schon persönlich, kennen jeden Winkel, haben ihre Lieblingsorte und ihre Rituale. Auch wenn wir in den letzten Jahren schon so manches Ziel hatten, bei dem wir gesagt haben, da wollen wir unbedingt mal wieder hin, setzen wir dies nur selten in die Tat um. Zu viele neue Ziele stehen auf unserer Bucket-List und zu interessiert sind wir daran, neue Entdeckungen zu machen. Aber manchmal kommt es dann doch vor, dass es uns an Orte verschlägt, die wir schon mal bereist haben. Und dabei stellt sich schon eine seltsame Faszination ein: Es hat etwas zurückzukehren. Aber was? Was ist so toll daran? Während ich in den ersten Tagen des neuen Jahres auf genau so einer Wiederholungsreise im Waldhaus im Artland sitze, kreisen meine Gedanken um diese Frage.

Mammutbaum, Sierra Nevada, USA

Auch zu den majestätischen Mammutbäumen kommen wir immer wieder gerne zurück

Weil wir die Frage nach dem Reiz so spannend finden, haben wir uns entschlossen, im Rahmen eines Roundups andere Reiseblogger zu fragen, was für sie den Reiz der Rückkehr ausmacht. Die riesige Resonanz hat uns erfreut und überrascht. Ein großes Dankeschön an alle, die mitgemacht haben!

Um den Roundup ein wenig zu strukturieren, der durch die vielen Beiträge zu einem der längsten in der Geschichte von Willkommen Fernweh geworden ist, haben wir versucht, die Beiträge groben Kategorien zuzuordnen. Steht der Titel in Anführungsstrichen, handelt es sich um ein Zitat aus einem Beitrag.

„Eine Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit“

Das Gefühl der Zeitreise spielt für uns sowie manche unserer Kollegen eine große Rolle. Bei der Rückkehr kommen die Gefühle von damals hoch oder Erinnerungen an geliebte Menschen. Besonders reizvoll ist es auch, die Orte von damals den eigenen Kindern oder Lebensgefährten zu zeigen.

Zeitreisen und Sinneseindrücke: Willkommen Fernweh zurück im Waldhaus

Es sind vor allem die Sinneseindrücke, die mich berühren, ganz speziell Gerüche und Geräusche. Es packt mich gleich, als wir das Waldhaus wieder betreten: jedes Haus hat ja so seinen ganz eigenen Geruch. Das Waldhaus zum Beispiel riecht nach einer Mischung aus Holz, Kaminduft, Blumen, getrocknetem Lavendel, frischer Wäsche, Rituals-Duftstäbchen und Saunaaufguss und eben diese Mischung weckt bei mir sofort Erinnerungen an den letzten Sommer. Den Sommer 2021, dem vorausgesagt wurde, gut zu werden. Und tatsächlich stellt sich mitten im zweiten Pandemiewinter gleich ein bisschen von dieser Sommerleichtigkeit ein. Hey, wir haben es wieder hierher geschafft, sind gut durch ein Halbjahr Schule und Kindergarten gekommen und dürfen uns nun wieder fallenlassen und ein paar Tage entspannen. Alles ist schon etwas vertraut: das Knarzen der Treppe, das Geräusch der Türklinken. Das Kaminfeuer ist schneller entfacht und man weiß wo alles ist. Und so eine Rückkehr ist voller „Weißt-du-nochs“ („schau,… hier haben wir bei der Fahrradtour im Sommer gepicknickt“, „in dieser Kaffeerösterei gab es den tollen Kaffee“ usw.) und Wiedersehen mit Orten und Menschen. Aber es ist auch eine kleine Zeitreise. Gerade wenn man mit kleinem Kind unterwegs ist, merkt man doch, dass selbst ein halbes Jahr eine ganz schön lange Zeit ist.

Und so wird mir bewusst, wie ich das Jetzt und Damals abgleiche – im Kleinen wie im Großen: Beim letzten Mal konnte Lundi noch nicht allein den Kühlschrank aufmachen (das hatte durchaus auch Vorteile), wenn sie im Hot Tub stand, ging ihr damals das Wasser bis zur Nasenspitze, jetzt kann sie schon viel besser stehen, meistert die große Holztreppe souveräner, hat so viel Neues dazugelernt. Und auch wir Großen vergleichen uns und unsere Situation. Was hat uns vor einem halben Jahr beschäftigt? Wie haben sich die Dinge seitdem entwickelt? Welche Hürden haben wir gemeistert? Was steht bevor? Diese kleine persönliche Inventur oder Standortbestimmung tut irgendwie gut und während ich so vorm Kamin sitze, packt mich eine Zuversicht, dass doch irgendwie alles immer gut geht. Von dort aus träume ich mich doch nochmal ein Stück weiter in die Ferne und beschließe den Moment zu feiern, wenn wir endlich wieder morgens zum Frühstücken in einem Denny’s-Restaurant irgendwo in den USA sitzen, auf die reisearmen 2-3 Jahre zurückblicken und ganz zuversichtlich in die Zukunft.

Das Waldhaus im Artland im Schneetreiben

Das Waldhaus im Artland im Schneetreiben

Rückkehr zur Masai Mara

Es ist noch stockfinster und viel zu früh. In der Ferne heult eine Hyäne, während eine Affenbade offenbar zu den Frühaufstehern gehört und über das Dach meines großen Zeltes wuselt und ziemlichen Lärm veranstaltet. Die Luft ist klar, vom Himmel leuchten Millionen Sterne. Es ist ein neuer Tag in der Masai Mara in Kenia.

Es gibt diese Orte, die eine ganz besondere Magie ausstrahlen, die einen immer wieder anziehen. Die Masai Mara in Kenia ist mein magischer Ort, an den ich immer wieder zurückkehren will. Die Masai Mara ist ein Ort, der mich fühlen lässt, als sei ich ganz klein und unwichtig, doch gleichsam auch Teil etwas ganz Großem. Wer bin ich neben einem Elefant? Und wer bin ich, als eines der Millionen von Lebewesen, die sich hier gerade versammeln, in einem Kreislauf?

Die Schönheit, sagt man, liege im Auge des Betrachters. Bei der Masai Mara gibt es kaum eine zweite Meinung. Für mich ist es der schönste Nationalpark Afrikas und einer der schönsten Orte der Welt. Wenn ich Löwen in freier Wildbahn sehen möchte, muss ich eigentlich nur hierher kommen, denn es gibt quasi eine Löwengarantie.

Die Masai Mara schafft bei jedem Besuch neue Erinnerungen, viele einzigartig, alle wundervoll. Aber die Masai Mara erinnert mich auch an vergangene Reisen, an beeindruckende Sichtungen, ungewöhnliche Momente, an Emotionen, die ich dabei hatte. Da ist die Ecke, in der sich üblicherweise eines der wenigen Nashörner, die es in der Masai Mara noch gibt, aufhält. Da ist der prägnante Baum, von dem mich einmal ein Leopard begrüßte. Da ist der Airstrip, auf dessen Landebahn einmal drei Büffel nicht wegwollten, als mein Flugzeug landen wollte. Und so schlägt die Masai Mara für mich nicht nur eine Brücke des Glücks in die Natur und zu wilden Tieren, sondern auch von meiner Gegenwart in meine Vergangenheit.

Die Masai Mara, Kenia © www.nordkap-nach-suedkap.de

Die Masai Mara, Kenia © www.nordkap-nach-suedkap.de

Miriam bloggt unter Nordkap nach Südkap – wie der Name schon verrät hauptsächlich aus Norwegen und dem hohen Norden sowie aus Kenia und Subsahara-Afrika.

St. Peter-Ording: zweite Heimat

Es gibt einen Ort, an den es mich immer wieder zieht, der im Laufe meines Lebens zu einer Art zweiter Heimat geworden ist: St. Peter-Ording an der Nordsee. Der Grund meiner Rückkehr ist weniger, dass es in St. Peter-Ording wirklich schön ist, ich den weiten Blick auf das Meer, die salzige Luft und die Ruhe dort liebe. Ja, das auch. Aber eigentlich haben meine Großeltern vor Jahrzehnten den Ort ausgewählt. Sie sind dort immer in den Urlaub hingefahren. Und wir Enkelkinder durften manchmal mit. Vermutlich war das nicht nur für uns das Highlight, sondern auch für unsere Eltern, weil sie endlich mal etwas Zeit für sich hatten. Ich liebte es, am Strand nach Bernstein zu suchen, mit meinen Gummistiefeln im Wattenmeer rumzustapfen und Sandburgen zu bauen. Irgendwann kauften meine Großeltern dann eine kleine Ferienwohnung in einem winzigen Dorf in der Nähe – mitten im Nirgendwo.

Die Nächte dort sind so dunkel und still, dass ich nirgendwo sonst so tief schlafe. So kam ich wieder, zu meinen Großeltern oder mit meinen Eltern und als ich meinen Führerschein hatte mit Freund:innen. Ich cruiste mit meinem alten Peugeot 205 auf dem Strandparkplatz rum und ließ Freundinnen fahren, die noch keinen Führerschein hatten. Ich musste nichts in St. Peter-Ording, denn ich kannte schon alles. Nicht wie an anderen Orten, wo ich immer zu wenig Zeit habe, und es immer zu viel anzusehen und zu tun gibt. In St. Peter-Ording kann ich sofort runterfahren und einfach das machen, worauf ich Lust habe: den Sonnenuntergang über der Nordsee bewundern, über das platte Land radeln oder Pannfisch in meinem Lieblingsrestaurant essen. Der Ort ist für mich die pure Entspannung, und mit zahllosen Erinnerungen verbunden. Eine kleine Heimat fern der Heimat. Meine Großeltern leben längst nicht mehr, und auch ein paar Freundschaften sind zerbrochen. Aber St. Peter-Ording trotzt den Kapriolen der Zeit, und manchmal, wenn ich die Augen schließe, sehe ich noch meine Großeltern am Strand sitzen, die Gesichter in der Sonne, zufrieden lächelnd.

Am Strand von St. Peter Ording © weltreize.com

Am Strand von St. Peter Ording © weltreize.com

Claudia hat ihren großen Traum wahr gemacht und ist ein Jahr lang um die Welt gereist. Seitdem bloggt sie auf Weltreize über das Reisen.

Rückkehr nach Bolmsö im schwedischen Småland

Mein Nils und ich gehen seit 15 Jahren gemeinsam durchs Leben und teilen gute wie schwere Momente. Zu den guten Momenten zählt das Reisen, und der Reiz der Rückkehr besteht für mich darin, ihm Orte zu zeigen, zu denen ich vor unserer Zeit allein gereist bin. Mich interessiert, den Ort wiederzufinden – denn vor mehr als 15 Jahren benutzte ich keine digitalen Navigationsmöglichkeiten. Außerdem campte ich oft abseits von touristischen Hotspots. Daneben finde ich es spannend, wie sich ein Ort entwickelt hat. Ist alles noch so wie damals? Wurde etwas neu gebaut? Zu guter Letzt kann man sich vergangene Phasen des eigenen Lebens wieder vor Augen führen und ein Stück weit auch Gefühle von damals durchleben – nur diesmal gemeinsam.

Ein Ort, den ich Nils unbedingt zeigen wollte, war Bolmsö. Die Insel befindet sich im schwedischen Småland. Sie ist von der Kleinstadt Llungby aus über eine Brücke erreichbar. Ich war 2002 dort, um mich von der Trauer um einen viel zu jung verstorbenen Freund zu erholen. Damals saß ich stundenlang am Steg und blickte über den See Bolmen. Der Steg existierte 2014 immer noch, als ich zurückkehrte. Die Ferienhäuser waren jedoch einem Eigentumshaus gewichen. Das Gelände war immer noch zugänglich.

Schweden © juliasjourneyz.com

Bolmsö in Schweden © juliasjourneyz.com

Julia Beatrice war früher Journalistin und schreibt heute auf ihrem Blog Julias Journeyz übers Reisen und ein minimalistisches Lebenskonzept. Ihre Reisen nach Småland hat sie im Artikel „25 Orte, die du in Skandinavien gesehen haben musst“, beschrieben.

Rückkehr nach Schröcken in Vorarlberg

„Wer einmal in Schröcken war, der findet es wunderbar. Der will nie wieder fort und möcht‘ für immer bleiben“ – so lautet der aus dem Aachener Karneval abgewandelte Hit, der meine Schwester und mich von Kindesbeinen an in unserer Skiheimat in Vorarlberg/Österreich begleitet hat. 1986 habe ich dort das Skifahren gelernt und kehre bis heute immer wieder dahin zurück, meistens auch mit meiner Schwester. Es ist jedes Mal wie ein Nach-Hause-Kommen. Wir wissen genau, worauf wir uns freuen können, welche Piste wir als erstes fahren werden, wo wir am leckersten essen und den besten Einkehrschwung erleben können. Wir nennen Schröcken auch unsere Herzensheimat.

Seit ein paar Jahren gibt es aber noch einen zusätzlichen Grund, immer wieder in das kleine Dorf im hintersten Bregenzerwald zurückzukehren: Unseren Outdoorjungen, der ebenfalls dort das Skifahren gelernt hat. Ich wünsche mir für ihn, dass er die gleichen tollen Dinge erleben darf, wie es meiner Schwester und mir vergönnt war. Und natürlich hoffe ich, dass er irgendwann auch die gleiche Verbundenheit zu Schröcken haben wird.

Meinem Sohn die Orte zu zeigen, die mich selbst als Kind begeistert und einen Platz in meinem Herzen hinterlassen haben, beschränkt sich aber nicht nur auf den Skiurlaub. Auch im Sommer besuche ich gerne Ziele in den Bergen mit ihm und meinem Mann, die mir selbst viel bedeuten und die für mich einfach unvergesslich sind. Dazu zählen auch der Wanderniki in Kärnten, bei dem wir bereits zweimal zusammen waren, und natürlich die Adolf-Nossberger-Hütte, die ich 2003 für drei Monate mit bewirtschaftet habe. Ich wünsche mir, in meinem Sohn damit die Begeisterung für Urlaub in den Bergen und das Wandern generell zu entfachen, die auch ich in mir trage.

Schröcken, Widderstein © www.outdoorfamilienglueck.com

Schröcken, Widderstein © www.outdoorfamilienglueck.com

Natalie bloggt auf www.outdoorfamilienglueck.com über Outdoor- und Naturerlebnisse mit der Familie und Freunden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Wandern mit Kindern.

Zweite Heimat

Es klingt in vielen Beiträgen immer wieder an: Es gibt Orte in der Ferne, die zu einer zweiten Heimat oder gar zu einem Zufluchtsort geworden sind. Dies scheint bereits in einigen der vorstehenden Beiträge durch und die folgenden Beispiele gehören ganz deutlich dazu.

Samnaun – ein Ort der Ruhe und Unbeschwertheit

Einen ganz besonderen Reiz der Wiederkehr, ja sogar ein wohliges, heimatliches Gefühl an einem Urlaubsort, das gibt es. Bei mir versprüht diesen Reiz Samnaun. Samnaun, der kleine Schweizer Ort auf der anderen Seite von Ischgl.

Anfangs, da war es eben Samnaun. Praktisch vor allem zum Skifahren: tolle Pisten, riesiges Wintersportvergnügen. Danach wurde der Sommer interessant. Einmalige Bergwelt, etliche einsame Wanderwege.

Und dann wurde es immer mehr. Samnaun entwickelte sich nach meiner schweren Tumor-Operation zu einer Art Zufluchtsort. Samnaun war plötzlich nicht mehr nur ein Reiseziel. Es entwickelte sich zu einem Ort der Ruhe und der Unbeschwertheit. Einem Ort an dem ich neue Kraft tanken kann. Einer Umgebung, die mir hilft, meine Grenzen zu testen. Einem Platz in den Bergen, wo ich komplett abschalten kann und mich rundum wohlfühle. Es ist zu einer Art Heimat für mich geworden. Ich muss hier nichts machen. Ich muss einfach nur da sein und die Welt ist gut. Ich fühle mich hier aufgehoben und freu mich über jeden Tag, den ich hier in der Bergwelt verbringen darf.

Samnaun, meine zweite Heimat, ich freue mich schon auf die nächste Rückkehr!

Samnaun, Schweiz © www.kindimgepaeck.de

Samnaun, Schweiz © www.kindimgepaeck.de

Mel von Kind im Gepäck reist mit ihrer Familie vor allem gerne und oft in die USA. Camping, Housesitting und Roadtrips quer durch die unendlichen Weiten haben es ihnen angetan. Doch auch die Schweiz begeistert die Drei.

Zweite Heimat Istrien

Die Region Istrien in Kroatien ist einer der Orte, der wahrlich mein Herz berührt, und zu dem ich immer und immer wieder zurückkehre. Warum das so ist, dass lässt sich kaum beschreiben. Sind es die romantischen Küstenorte, die verschlafenen Mittelalterstädtchen im Landesinneren, die sanften grünen Hügellandschaften, die leckere Küche oder die romantischen Strände. Wohl ein Mix aus allem, gepaart mit der Gastfreundschaft der Kroaten, die eine Reise dorthin zu einer echten Herzenssache machen.

Alle paar Jahre verschlägt es mich doch wieder in diese Region, die schon fast zu einer zweiten Heimat geworden ist. Angekommen, fühlt man sich gleich wie zuhause, vielleicht sogar besser, was sich all die Jahre eigentlich nie geändert hat. Ich reise gerne, bin vor allem durch meinen Beruf viel unterwegs, aber dennoch ist Istrien einer der speziellen Orte auf der Welt, an den ich auch in Zukunft immer wieder zurückkommen möchte.

Rovinj, Istrien © www.placesofjuma.com

Rovinj, Istrien © www.placesofjuma.com

Auf PlacesofJuma schreiben Martina & Jürgen über ihre schönsten Reisen rund um den Globus. Die beiden lieben Fotografie und sind daher stets auf der Suche nach den schönsten Plätzen und Orten.

Sehnsuchtsinsel Texel

Es gibt Sehnsuchtsorte, an die man immer wieder zurückkehrt. Ein solcher Ort ist für mich Texel, die größte Nordseeinsel der Niederlande. Kennengelernt habe ich das westfriesische Eiland 2015 im Rahmen einer (Hunde-)Pressereise – es war Liebe auf den ersten Blick. Seitdem „muss“ ich immer und immer wieder nach Texel fahren, wobei das unabhängig von der Jahreszeit ist: Der Frühling ist auf diesem wunderschönen Eiland genauso schön, wie Sommer oder Herbst.

Den Reiz des Wiederkommens kann ich gar nicht konkret in Worte fassen. Es ist ein Gefühl, das aus meinem Inneren kommt, und irgendwie mit Ruhe, Zufriedenheit und Glück verbunden ist. Ich fühle mich einfach wohl auf Texel. Und ein bisschen Zuhause. Abgesehen davon, dass Texel zu den hundefreundlichsten Destinationen zählt, die ich kenne, gibt es hier für mich ganz viele Lieblingsorte. So ist mein erster Weg nach der Ankunft immer in das Naturschutzgebiet De Hors ganz im Süden der Insel – ein fast unendlich weiter Sandstrand, eine steife Brise zu jeder Jahreszeit und ein herrlicher Spaziergang durch die Dünenlandschaft machen diesen Ort so besonders für mich. Ähnliches gilt für das Naturschutzgebiet von De Slufter (der einzige Ort in den Niederlanden, ab den die Nordsee ungehindert eindringen kann) und viele andere Orte auf Texel.

Texel © Martina Züngel-Hein, www.hunde-reisen-mehr.com

Texel © Martina Züngel-Hein, www.hunde-reisen-mehr.com

Auf dem Blog HundeReisenMehr von Martina Züngel-Hein dreht sich alles rund um das Reisen mit Hunden. Sie ist mit Ihren beiden Rhodesian Ridgebacks Raban und Charly unterwegs.

„Wie ein guter Freund“

Gleich zweimal haben Blogger die Orte, an die sie immer wieder zurückkehren mit einem guten Freund verglichen, zu dem sich die Freundschaft von Besuch zu Besuch weiter vertieft. Wir finden, das ist ein schöner Vergleich.

Immer wieder Helsinki

Bei meinem ersten Finnlandbesuch machte ich um die Hauptstadt des Landes zunächst einen großen Bogen. Ich mag es lieber ländlich. Aber da war es, dieses Gefühl und diese Stimme, die immer lauter wurde: Du musst da hin. Ich folgte diesem Ruf und kam zurück. An einem kalten und dunklen, nass-grauen Novembertag vor sieben Jahren. Helsinki gab sich größte Mühe, sich von seiner schlechtesten Seite zu zeigen, und dennoch verliebte ich mich Hals über Kopf in die Stadt am Meer und kam immer und immer wieder. Mittlerweile über zwanzigmal. Warum? Ich glaube, es gibt sie, diese Orte fern der Heimat, die einfach für uns gedacht sind. Die uns umhauen, uns einfach den Kopf verdrehen und im Sturm unser Herz erobern. Das gleiche Phänomen, wie wenn man einen fremden Menschen trifft, spontan die Nacht durchquatscht und am Ende sagt: „Es ist, als würden wir uns schon ewig kennen.“ Hat man einen solchen Menschen gefunden, wird man ihn nicht mehr missen wollen.

Helsinki © nordlandfieber.de

Helsinki © nordlandfieber.de

Sina hat Nordlandfieber. Der Norden Europas zieht sie magisch an. Auf ihrem Blog erzählt sie von ihren Reisen, Land und Leuten, teilt Rezepte und Geschichten und nimmt den Leser immer wieder mit in ihre Herzensstadt Helsinki.

New York als „guter Freund“

Auch wenn ich schon unzählige Male in New York war, werde ich immer wieder an dieses Reiseziel zurückkehren. Reizvoll an der Rückkehr an einen Ort ist für mich, dass man diesen bei einem zweiten, dritten oder gar vierten Besuch ganz ohne Stress erkunden kann.

Während man bei der ersten Reise die wichtigsten Sehenswürdigkeiten „abgehakt“ hat und mit Erinnerungen an die Top-Highlights nach Hause gereist ist, ist der zweite Besuch so viel entspannter. Jetzt hast du Zeit, um nach Lust und Laune durch die Straßen zu schlendern und dich treiben zu lassen.

Eine Stadt wie New York lernt man so auch eigentlich erst richtig kennen. Ich vergleiche die Rückkehr an ein Reiseziel gerne mit der Art und Weise, wie Freundschaften entstehen. Eine Bekanntschaft würdest du ja auch nicht direkt als „guten Freund“ bezeichnen, nachdem ihr euch ein einziges Mal gesehen habt. Die tiefe Verbundenheit einer Freundschaft wächst über Tage, Monate und Jahre durch gemeinsame Momente, Erlebnisse und die kleinen Dinge im Leben. Genauso ist es mit der Verbindung eines Reisenden zu seinem Reiseziel, an das er immer wieder zurückkehrt.

New York City © jointhesunnyside.de

New York City © jointhesunnyside.de

Immer auf der Suche nach der Sonnenseite des Lebens begibt sich Sonja von „Join The Sunny Side” am liebsten auf Abenteuerreise in sonnige Destinationen und nimmt ihre Leser mit auf ihre kleinen und großen Abenteuer rund um den Globus.

Erinnerungen an ganz besondere Ereignisse

Auch die Erinnerung an besondere Ereignisse lassen Orte zu Sehnsuchtsorten werden, zu denen man immer wieder zurückkehren möchte.

Wie der Grand Canyon zu unserem Sehnsuchtsort wurde

Rund 500 m unter uns rauscht der Colorado River in der Inner Gorge des Grand Canyon. „Da müssen wir runter!“ sagt Markus zu mir bei unserer ersten gemeinsamen USA Reise. Drei Jahre später gehen wir zu Fuß einmal quer durch die großartige Schlucht. In vier Tagen vom Nordrand zum Südrand, als Teil unserer Hochzeitsreise.

Als wir am vierten Tag der Rim to Rim Wanderung am touristisch stark erschlossenen South Rim des Grand Canyon ankommen, fühlen wir uns verändert. So ein intensives gemeinsames Erlebnis an diesem Ort macht etwas mit einem. Wir nehmen die Weite und die Tiefe des Grand Canyon anders wahr. Wir vermissen die Ruhe, die Hitze, den roten Staub der Trails in dem Moment, als wir die Wanderung beenden. Schon in dieser Minute wissen wir, dass wir zurückkehren müssen. Auf die Trails „below the rim“ und auch an den Grand Canyon.

Seitdem waren wir bei jeder Tour im Südwesten der USA mindestens einmal an unserem Sehnsuchtsort. Wir sind am Rim geradelt, über den Canyon geflogen, waren auf weiteren Trails am North Rim und am South Rim unterwegs und haben einige ganz spezielle Orte am Grand Canyon besucht. Und wir werden ganz sicher immer wieder zurückkehren.

Ausblick Grand Canyon © safetravels.de

Ausblick Grand Canyon © safetravels.de

Silke und Markus schreiben auf Safetravels.de über ihre Leidenschaften: Reisen und Wandern. Hauptziele: USA Südwesten und Europa. Bei Safetravels gibt es eine spannende Mischung aus Insidertipps und authentischen Reiseberichten sowie Hilfe bei der Planung eines individuellen Roadtrips.

Los Angeles und London

„Home is where your heart is“ – und dieses habe ich zum Teil definitiv an zwei Orte verloren. Sowohl Los Angeles, als auch London ziehen mich immer wieder magisch an, wie das Licht eine Motte. Alle, die einmal ein Semester im Ausland studiert haben, können dies wohl nachvollziehen, dass man immer irgendwie mit diesem Ort verbunden sein wird.

Die Liebe zu London und der Wunsch, dort einmal, zweimal und noch viel öfter hinzureisen, der bestand bei mir allerdings bereits seit der Kindheit. Als großer Harry Potter Fan war ich absolut verliebt in England, da ich hier der zauberhaften Welt immer nahe war. Die englische Sprache, die Architektur, das satte Grün, die bombastischen Universitätsgebäude – all das hat mich an England immer fasziniert. Spätestens seit meinem Auslandssemester und vielen tollen Erinnerungen daran habe ich eine tiefe Verbundenheit mit London und kehre alle 2-3 Jahre immer wieder zurück. In London gibt es auch gewisse Orte, die immer auf meiner Besuchsliste stehen – die Tower Bridge beispielsweise, die für mich schönste Brücke, mein sogenannter „Happy Place“. Was mir an London gestohlen bleiben könnte? Der Regen… Aber selbst das gehört irgendwie zum Paradies London dazu.

Tower Bridge, London © smilesfromabroad.at

Tower Bridge, London © smilesfromabroad.at

Sabrina schreibt über ihre Reisen und Abenteuer auf der ganzen Welt und in Österreich auf ihrem Blog smilesfromabroad. Am Strand entlang laufen, einen Berg erklimmen, die Natur genießen oder eine Stadt erkunden – das Entdecken der Welt bringt sie zum Lächeln.

Faszinierende Orte und Begegnungen mit Menschen

Häufig ist es auch einfach das Ziel an sich, das eine derartige Faszination oder „magnetische Anziehungskraft“ ausübt, dass man immer wieder dahin will. Für uns wäre so ein magischer Ort ganz klar der Yellowstone, aber auch die Mammutbäume haben es uns angetan und ziehen uns immer wieder magisch an. Begegnungen mit Menschen tragen ebenfalls auf besondere Weise zum Reiz der Rückkehr bei.

Venedig ist für mich wie ein Magnet

Als ich vor Jahrzehnten zum allerersten Mal meinen Fuß in die Serenissima gesetzt habe, war es um mich geschehen. Seither besuche ich Venedig 1-2x/Jahr. Mindestens!

Mittlerweile reise ich meist mit der Bahn an und noch bevor ich in Venezia S. Lucia aussteige, bekomme ich Herzklopfen. Der erste Blick vom Bahnhof auf den Canal Grande zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Immer noch – auch nach so vielen Besuchen.

Da ich natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt bereits kenne, mache ich mir vor jedem Besuch einen groben Plan, was diesmal im Fokus steht. So habe ich immer wieder einen anderen Blick auf die Stadt und kann meine Fotosammlung jedes Mal um unzählige neue Ansichten bereichern.

Auch wenn die meisten der Gebäude schon bessere Tage gesehen haben und ich die wirklich exklusiven Palazzi wahrscheinlich nie von innen sehen werde, meine Liebe zu Venedig wird mit jedem Besuch größer.

Selbst jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, spüre ich das Gefühl der Vorfreude. Mein nächster Besuch steht bald wieder an. Ich bin mir sicher, dass ich auch diesmal Details entdecke, die mir bisher einfach nicht aufgefallen sind.

Venedig, Dogenpalast © www.verliebt-in-italien.at

Venedig, Dogenpalast © www.verliebt-in-italien.at

Auf verliebt-in-italien.at könnt ihr Elena auf ihren Road-Trips durch Nordost-Italien begleiten. Burgen, Schlösser und Villen, aber auch kleinere Städte und Dörfer werden vorgestellt. Es gibt Tipps zu gutem Essen, schönen Unterkünften, Büchern und Veranstaltungen.

London – 100 Trips sind nicht genug

London ist seit über 25 Jahren meine liebste Reiselocation und ich habe immer noch nicht alle Gegenden erkundet, alle Museen besucht oder alle Restaurants probiert. Und genau das macht den Reiz dieser Stadt für mich aus. Als jemand, der sich schnell langweilt, habe ich auch nach über 100 Trips in die britische Hauptstadt immer noch das Gefühl, dass mir noch was fehlt. Dass ich noch nicht alles kenne, dass es immer noch was zu entdecken gibt. Das liegt auch daran, dass sich London ständig wandelt. Neue Gebäude werden gebaut, neue Museen eröffnet, die jahrtausendealte Geschichte immer wieder modern interpretiert, neue Theater vergrößern das kulturelle Angebot und selbst Orte, die jahrelang nicht zugänglich waren, werden wieder für die Öffentlichkeit eröffnet. Das geschieht gerade aktuell z.B. mit der Crystal Palace Subway Station. Die war seit 1954 komplett geschlossen, wird aber derzeit aufwändig restauriert und ich freue mich schon jetzt, dieses neue-alte Stück London erleben zu können. Wer also denkt, dass er mit Big Ben, der Tower Bridge und dem Buckingham Palace schon alles gesehen hat, was London zu bieten hat, den möchte ich einladen noch mal wiederzukommen, denn es warten einfach so viele unbekannte Hidden Gems darauf erkundet zu werden.

Blick auf London © totally-london.net

Blick auf London © totally-london.net

Auf Totally-London.net schreibt Simone seit 2016 aus und über ihre Lieblingsstadt London. Sie legt dabei einen Fokus auf die Museen, die Street Art, alles Skurrile und vegetarisches Essen.

Canyonlands Nationalpark – ein magischer Ort

Vor zehn Jahren – im Sommer 2012 – standen wir das erste Mal im Canyonlands Nationalpark im US-Bundesstaat Utah. Der Südwesten der USA ist ohnehin ein landschaftliches Highlight – der Canyonlands Nationalpark hat uns aber ganz besonders fasziniert. So sehr, das uns schon damals klar war: wir kommen wieder. Im Laufe der Jahre haben wir den Nationalpark tatsächlich noch viele Male besucht.

Einer das faszinierendsten Orte ist die False Kiva, ein alter, vermutlich ritueller (und heute leider nicht mehr zugänglicher) Ort der Ureinwohner. Du stehst hier, weitab der Zivilisation, in einer Art Höhle in einer riesigen Felswand. Weit und breit kein Mensch. Nur du, die Natur und der Blick über die einmalige Landschaft des Nationalparks.

Mit einer Fläche von 1366 km² hat der Nationalpark noch viele andere Highlights zu bieten. Eine der bekanntesten Attraktionen ist die Mesa Arch. Wer an diesem imposanten Steinbogen einmal am Morgen den Sonnenaufgang miterlebt hat, will trotz des unglaublichen Menschentrubels immer wieder herkommen. Ruhiger geht es zu am Druid Arch, den man nur nach einer stundenlangen Wanderung durch die unendliche Weite und faszinierende Landschaft des Nationalparks erreicht. Und auch nach unserem X-ten Besuch im Canyonlands Nationalpark haben wir noch lange nicht alles gesehen. Und genau deshalb wollen wir auch noch oft an diesen magischen Ort zurückkehren.

Canyonlands National Park © phototravellers.de

Canyonlands National Park © phototravellers.de

Biggi und Flo sind die Köpfe hinter Phototravellers.de. Auf ihrem Online-Reisemagazin berichten die zwei über ihre Reisen und Abenteuer auf der ganzen Welt.

Lieblingsstadt Peking

Bereits während meines ersten Aufenthaltes hat mich die chinesische Hauptstadt Peking in ihren Bann gezogen. Mich fasziniert die Mischung aus beeindruckenden chinesischen Tempeln, den alten, ursprünglichen Stadtvierteln und den modernen Wolkenkratzern des Stadtteils Chaoyang. Auch finde ich die Nähe zur chinesischen Mauer mit ihren gut erhaltenen Abschnitten wie Mutianyu und den nicht-restaurierten Teilstücken wie Gubeikou unglaublich reizvoll. Zudem liebe ich die authentische chinesische Küche, die man in Deutschland nur in ausgewählten Restaurants bekommt.

Bereits bei meinem ersten Aufenthalt in der chinesischen Hauptstadt habe ich die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten wie den Himmelstempel bzw. Himmelsaltar, den Platz des Himmlischen Friedens und die Verbotene Stadt, den neuen Sommerpalast, den tibetischen Lama-Tempel, die Wangfujing Road und die Hutongs, wie die alten Stadtviertel genannt werden, erkundet. Doch ich hatte noch lange noch nicht genug und so war ich bislang sieben Mal in Peking. Hinzu kommt, dass ich während meiner ersten beiden Aufenthalte in China einheimische und ausländische Freunde gefunden habe, die in der chinesischen Hauptstadt leben. Von August 2017 bis Januar 2018 habe ich sogar selbst in Peking gelebt und hatte eine unvergessliche Zeit.

Mein absoluter Lieblingstempel ist der tibetische Lama-Tempel, auch Yonghe Gong genannt. Die Atmosphäre dort ist für mich einfach magisch. Weitere lohnenswerte Attraktionen, die Du besuchen solltest, wenn Du genug Zeit hast, sind das Künstlerviertel 798, den Konfuziustempel, den alten Sommerpalast, das Nanluguoxiang-Hutong und die Houhai-Seen, den Glocken- und den Trommelturm, den Beihai-Park, die Liulichang-Straße und den daoistischen Dongyue Miao-Tempel.

Sobald es wieder möglich ist, werde ich erneut nach Peking reisen, denn die chinesische Hauptstadt ist eine meiner Lieblingsstädte.

Peking © Vanessa Schade, The Travelling Colognian

Peking © Vanessa Schade, The Travelling Colognian

Vanessa bloggt auf Deutsch und auf Englisch auf ihrem zweisprachigen Reiseblog The Travelling Colognian über Reisen abseits der Touristenpfade, als Frau alleine reisen sowie Abenteuer- und Erlebnisreisen. Sie hat ein halbes Jahr in Peking gelebt und war insgesamt acht Mal in China.

Wo der Berber-Blues lockt: Sehnsuchtsort gefunden, ohne danach zu suchen!

„Der rhythmische Berber-Blues lockt dich ins Haus, während ein Hauch von Patschuli deine Nase streichelt. Beim Gang durch das große Tor eröffnet sich dir ein weiter Palmenhain mit Blick auf die alte Lehmstadt, und eine kleine Schildkröte kreuzt deinen Weg.“ Willkommen im Hotel Kasbah Ennakhile in Nkob. Zum ersten Mal war ich hier per Zufall – zum zweiten Mal mit voller Absicht.

Von Agadir ging’s mit dem Auto quer durchs Land in Richtung Merzouga. Das ist ein langer Weg, somit legten wir einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Nkob ein. Von hier sind es dann nur mehr 230 km zu den ersten Dünen der Sahara. Ich fühlte mich in der einfachen marokkanischen Auberge, die auf beachtlichen 1.045 m liegt, so wohl wie auf einer Almhütte in den Alpen. Mit demselben Nebeneffekt: Innere Einkehr, magische Ruhe und viele nette Gespräche mit den vor Gastfreundschaft überschäumenden Gastgebern. Alles in Summe machte den kurzen Aufenthalt einfach perfekt, sodass ich nach meiner Reise einen Reisebericht darüber verfasst habe. Der Besitzer war dermaßen erfreut darüber, dass er mich einlud, bei meiner nächsten Marokkoreise sein Gast zu sein.

Über die nächsten Jahre hielten wir lose Kontakt über Facebook, und als die nächste Reise nach Marokko anstand, informierte ich ihn darüber. Sofort erinnerte er sich an seine Worte und lud mich und meine Begleitung an den zauberhaften Ort ein, und nicht nur das: in der Zwischenzeit hatte er auch ein Hotel im Dadestal eröffnet, welches wir unbedingt als seine Gäste besuchen sollten. Gerne nahmen wir diese Einladungen an und ich freute mich besonders, Hossein endlich persönlich kennen zu lernen. Meine Reisebegleitung war zu Tränen gerührt, über die Herzlichkeit des Mannes. Ich auch.

Nkob, Marokko © marokkoguide.com

Nkob, Marokko © marokkoguide.com

Melanie reist gerne nach Marokko. Auf marokkoguide.com findest du viel Wissenswertes über Marokko, Tipps und lebendige Reiseberichte aus einem Land, das neben dem Zauber von aus 1.001 Nacht noch viel mehr zu bieten hat.

Die ganz und gar unwirkliche Insel Stromboli in Italien

Ich zähle mich zu jenen, die nur sehr ungern den gleichen Weg zurück laufen. Wanderungen bei denen das erforderlich ist, ziehe ich eigentlich gar nicht erst in Betracht. Und auch, wenn es darum geht, noch einmal an einen schönen Ort zu reisen, so bevorzuge ich fast immer ein neues, noch unbekanntes Ziel. Aber manchmal mache ich doch eine Ausnahme und kehre an einen Ort zurück. Das kann beispielsweise ein Ort sein, wo ich als Kind häufig gewesen bin, oder wo Freunde leben, oder ein Land, mit dem mich mehr verbindet, als die übliche Neugierde.

Auf der Liste solcher Länder steht bei mir ganz oben Italien und mitten in diesem außerordentlichen Land gibt es eine Insel, die ich immer wieder besuche, vor allem, weil sie so unwahrscheinlich ist. Schon bei meiner ersten Interrail-Reise kurz nach der Maueröffnung lag Stromboli auf meiner Reiseroute. Ich werde nie diesen Anblick vergessen, unten vom schwarzen Strand über das Schilf hinweg, über die weißen Häuser und blühenden Gärten, die vielen Katzen auf den Mauern, die auffallende Kuppel der Kirche von San Vincenzo Ferreri bis weit hinauf auf die kargen Vulkanhänge. War das hier noch Europa? Damals war es erlaubt oben, in kurzer Entfernung zum Krater in Erdkuhlen zu nächtigen und die gewaltigen sehr regelmäßigen Eruptionen des Vulkans zu bestaunen, die Lava, die polternd den Hang hinabrollt. Etwas unterhalb des Kraters könnt Ihr bei einer Pizza im Osservatorio dem Vulkan gemütlich beim Ausbrechen zusehen. Das Restaurant mag nicht das beste Italiens sein, aber es ist absolut einzigartig auf unserem Planeten und erinnert mich an Douglas Adams‘ Restaurant am Ende des Universums.

Bei meinem nächsten Besuch bin ich dann bis zum Krater hinabgeklettert, da die Warnschilder nicht mehr vorhanden waren, und habe erst verstanden, in welche Gefahr ich mich begeben hatte, als die Lavabomben direkt über mich in die Höhe schossen. Ein anderes Mal kam ich im Winter und lernte dabei, wie unschön eine stürmische Fährüberfahrt von Neapel aus sein konnte. Die Insel selbst war im Februar herrlich entspannt. Wir waren die einzigen Touristen und erforschten Stromboli mit einem kleinen schwarzweißen Hund, der sich uns freudig anschloss. Die Rückfahrt gelang schließlich nur, weil es Mario, dem rauschebärtigen Fischer und Inselkünstler, den ich schon in den Jahren zuvor oft getroffen hatte, schließlich doch noch gelang, das riesige sturmgeschüttelte Fährschiff am Hafen zu vertäuen.

Ein paar Jahre später sah ich ihn wieder, den deutlich älteren Mario und wieder schloss sich uns der auch bereits in die Jahre gekommene Hund Alfredo an, um uns die inzwischen unübersehbar verformte Vulkanlandschaft zu zeigen. Einige heftige Eruptionen hatten den Gipfelbereich stark verändert. Diesmal ließen wir uns auf einem Fischerboot um die Insel in das kleine und extrem abgeschiedene Dörfchen Ginestra bringen, dass den stetigen Ausbrüchen des Vulkans noch schutzloser ausgeliefert ist.

Was macht nun aber für mich den Reiz Strombolis aus? Das sind hier mehrere Faktoren. Zum Einen das Gefühl, dass die Insel zu meinem Leben dazu gehört, fast ein Stück Heimat ist. Ich kenne die Menschen, die dort leben. Es sind nicht sehr viele. Die Insel ist relativ klein und es gibt kaum Fahrzeuge. Fast überall kann ich zu Fuß hinwandern. Die Dörfer sind hübsch angelegt. Und der Vulkan verleiht der ganzen Insel etwas Übernatürliches. Wenn ich nachts noch wach liege, höre ich nicht nur die Zikaden, sondern in regelmäßigen Abständen auch das tiefe Grummeln im Inneren des Berges, an dessen Flanken sich die Häuser beharrlich festhalten.

Stromboli, Italien © www.portugalmitkindern.com

Stromboli, Italien © www.portugalmitkindern.com

Jens bereiste in den letzten dreißig Jahren viele Male die äolischen Inseln, am häufigsten Stromboli. In seinem Blog Portugal mit Kindern sammelt er außerordentliche Aktivitäten für umtriebige Familien, die auf der Suche nach einmaligen Abenteuern in Portugal sind.

Masai Mara und ihre magische Anziehungskraft

Es gibt einige Destinationen auf der Erde, die mich nach meiner ersten Reise gefesselt haben, so dass ich beschlossen habe, sie erneut zu besuchen. Aber kein Fleck auf der Welt hat bis jetzt diese magische Anziehungskraft auf mich ausgeübt, wie die Maasai Mara in Kenia. Sie packt mich mit allen Sinnen. Ich liebe den Geruch des staubigen Geländewagens, den heißen Chai aus der alten Thermoskanne und die freudige Anspannung, wenn sich das Talek Gate zum Sonnenaufgang öffnet.

Die weite Ebene, mit den vereinzelten Schirmakazien, breitet sich vor meinen Augen aus. Sie ist die Heimat von vielen Tieren. Vor allem die Raubkatzen fühlen sich in diesem Gebiet wohl. Ihr komplexes Sozialverhalten wird seit Jahren von bekannten Tierfilmern dokumentiert. Die Mara ist und war nicht einfach nur die Heimat von Löwen, Geparden und Leoparden, sondern der Schauplatz von Notch, Scarface und Maleika und vielen anderen.

Mit jeder Rückkehr wird mir das Gebiet vertrauter, die warmherzigen Begrüßungen der Einheimischen und das Verhalten der einzelnen Tierarten. Ich sehe, wie schnell sich die Landschaft durch die Regenzeiten verändern kann. Der Reiz der Maasai Mara ist ungebrochen, auch nach sechs Besuchen. Die nächste Rückkehr wird anders sein, meine Tochter wird mich dann begleiten und jenes Land kennenlernen, dessen Namen sie trägt.

Gepardenfamilie in der Masai Mara © www.goontravel.de

Gepardenfamilie in der Masai Mara © www.goontravel.de

Seit 2015 schreiben Anne-Katrin und Anja auf GoOnTravel.de zu Reisezielen rund um den Globus. Der Fokus liegt vor allem auf Afrika, Europa und Amerika. Auch über ihre Heimat Brandenburg sowie ihre Wahlheimat Sylt (Anne-Katrin) und Berlin (Anja) finden die Leser zahlreiche Empfehlungen.

Wir sind Kerstin und Klaus. Mit unserer Tochter (Lundi) reisen wir inzwischen zu dritt.
Wir lieben es die Welt zu erkunden und dir Anregungen und Tipps für deine eigene Reise zu geben!

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Fazit

So unterschiedlich die Ziele sind, zu denen man gern zurückkehrt, so unterschiedlich sind auch die Motive für die Rückkehr. Man kann seine zweite Heimat in der Ferne finden, sich selbst begegnen, indem man eine Brücke in die eigene Vergangenheit schlägt oder sich immer wieder an tolle Erlebnisse erinnern. Wir möchten an dieser Stelle nochmal allen Danke sagen, die diesen Roundup mit ihren Beiträgen bereichert haben.

Jetzt bist du gefragt!

Und weil diese Liste sich bestimmt noch erweitern lässt, bist du nun dran! Was macht für dich den Reiz der Rückkehr aus? Welche magischen Orte haben es dir angetan? Hinterlass uns gern einen Kommentar.