Wellness und Abgeschiedenheit: Das Waldhaus im Artland

von 28.Dez.20214 Kommentare

Ein Ferienhaus in Alleinlage, etwas abgeschieden und mitten in der Natur – so etwas gefällt uns einfach richtig gut. Und weil wir mal wieder so ein Juwel gefunden haben, widmen wir dem Waldhaus einen eigenen Beitrag.

Fast 20 Monate sind seit unserer letzten Reise vergangen und die Pandemie hat dazu beigetragen, dass wir statt der großen Fernreisen im Sommer 2021 zunächst unseren Radius verkleinern und in der Nähe bleiben. Dass das Gute tatsächlich auch ziemlich nah liegen kann, zeigt sich an unserer allerersten Unterkunft seit der coronabedingten Reisepause. Auf dem Weg an die Nordsee liegt unser erster Zwischenstopp mitten im Wald zwischen Bramsche und Ankum im Artland.

Das Waldhaus

Das Waldhaus ist ein altes Fachwerkhaus mitten im Wald, das von der Eigentümerfamilie restauriert und zu einem Ferienhaus ausgebaut wurde. Dabei wurde viel von der alten Substanz erhalten und so ist auch von innen das schöne Fachwerk zu sehen. Das Haus ist umgeben von einer großen Rasenfläche und mit Hot Tub und Fasssauna im Garten ausgestattet. Zu einer Seite liegt hinter einer Reihe Büsche und Bäume das Grün eines Golfplatzes, aber wenn man nicht hin und wieder von Ferne die Aufschläge der Golfer oder vielleicht mal den Rasenmäher hören würde, könnte man denken, man wäre wirklich weitab der Zivilisation. Dazu trägt auch die Anfahrt bei – die Sträßchen werden immer schmaler und die letzten paar hundert Meter führt ein Schotterweg zum Haus, den man ohne vorige Instruktionen oder geeignetes Kartenmaterial nur für einen Wander- und Radweg halten würde, nicht als Zufahrt zum Haus.

Das Waldhaus im Artland von außen

Das Waldhaus im Artland von außen

Einrichtung und Ambiente

Wir werden von Gastgeberin Viola und ihren Kindern begrüßt, die uns das Haus und das Grundstück zeigen. Das Waldhaus erstreckt sich über zwei Etagen. Im großen Eingangsbereich heißt es erstmal „Schuhe aus“, denn sowohl oben als auch unten liegen schöne weiche weiße Teppiche.

Eingangsbereich, Flur und Treppe, Waldhaus im Artland

Eingangsbereich, Flur und Treppe

Der Eingangsbereich führt zum Bad, einer zusätzlichen Toilette, einem Schlafzimmer sowie in den großen Wohn- und Essbereich mit Kamin. Von dort gelangt man in ein weiteres Schlafzimmer sowie auf die große Terrasse. Die schöne alte Holztreppe führt nach oben zur gemütlichen Spielecke, die es Lundi gleich angetan hat. Außerdem gibt es hier zwei weitere Schlafzimmer und noch ein voll ausgestattetes Bad. Für eine kleine Familie wie uns ist das Haus fast ein bisschen zu groß, aber das macht nichts, wir fühlen uns hier auf Anhieb wohl. Die Einrichtung ist sehr gemütlich und gleichzeitig stilvoll. Außerdem stehen zur Begrüßung in mehreren Räumen frisch gepflückte Blumensträuße. Die Küche ist sehr gut ausgestattet, es gibt sehr apartes Geschirr mit Tiermotiven, das so gar nicht dem eher einfachen Ferienwohnung-Chique entspricht.

Wohnzimmer, Waldhaus im Artland

Wohnzimmer mit Kamin

Mich durchzuckt der Gedanke, dass ich hier gern einziehen möchte –, zumindest länger bleiben, als nur ein paar Tage.
Familie Lingens, die das Waldhaus betreibt, hat außerdem Schweine-, Rindfleisch aus artgerechter Haltung sowie Wild und Eier im Angebot, die sie ihren Gästen auf Bestellung und gegen faire Preise gern vorbeibringen. Davon machen wir sehr gern Gebrauch und so grillen wir bereits am zweiten Abend Würstchen auf der Terrasse.

Hot Tub und Sauna

Ein besonderes Highlight und mit ein Grund für uns, das Waldhaus zu buchen, sind der Hot Tub und die Fasssauna im Garten. Keine Sorge, dir schauen beim Saunen oder Baden höchstens Rehe oder Hasen zu, denn das Haus befindet sich tatsächlich mitten im Wald. Sauna und Hot Tub werden mit Brennholz geheizt (so wie auch der Kamin im Haus), das zur Genüge im Schuppen parat steht. Wasser in den Hot Tub laufen zu lassen, dauert etwas länger als gedacht, aber Lundi hat Spaß dabei. Wenn der Hot Tub einmal angeheizt ist, hält er dank seiner schweren und isolierenden Abdeckung lange die Wärme und es braucht nicht viel, um ihn wieder auf angenehme Temperaturen zu bringen. Da die Fasssauna eher klein ist, ist sie auch super schnell aufgeheizt. Schöne Aufgussmittel stehen auch bereit. Nur einen Bademantel musst du selbst mitbringen. Dass man statt eines Schlüssels einen Code für die Haustür bekommt, erweist sich hier als gut durchdachtes Detail, so muss man nicht, wenn man abends Sauna und Hot Tub benutzt, im Dunklen nach dem Schlüssel suchen. Das Babyphon-Signal reicht zum Glück bis zum Hot Tub, so dass wir abends entspannt Wellness machen können. Im dunklen Wald kann man prima die Sterne sehen und spätestens als die erste Sternschnuppe vorüberfliegt, lassen wir den Alltag allmählich hinter uns.

Fass-Sauna und Hot Tub, Waldhaus im Artland

Fass-Sauna und Hot Tub im Garten

Digital-Detox

Eines muss man noch erwähnen. Man hat hier eigentlich so gut wie gar keinen Mobilfunkempfang. Der eine Balken, der an einem ganz bestimmten Punkt in der Nähe des Hot Tubs erscheint, bricht auch schon wieder ab, als ich versuche zu telefonieren. Zumindest im von uns genutzten Telekom-Netz ist das so, in anderen Netzen soll es aber ähnlich oder nicht viel besser sein. Zur Sicherheit solltest du dich darauf einstellen, hier kein Mobilfunk zu haben. WLAN ist vorhanden, reicht für FaceTime Audio oder ein paar Urlaubsbilder an die Liebsten zu Hause zu verschicken, aber nicht zum Streamen oder für größere Vorhaben. Für uns war dies kein Nachteil, ein bisschen Digital-Detox kann ja nicht schaden. Wenn du allerdings von dort im Home Office arbeiten willst, könnte es schwierig werden. Aber das wäre ja eigentlich auch viel zu schade.

Ein heißes Bad mit Aussicht, Waldhaus im Artland

Ein heißes Bad mit Aussicht

Ausflugstipps in der Umgebung

Mit den Fahrrädern (und natürlich mit dem Auto) ist das Waldcafe von Hannelore Wilmering in der Nähe von Merzen gut zu erreichen. Weil es uns dort so gut gefallen hat, sind wir ingesamt dreimal eingekehrt. Das Café ist umgeben von Wald und Mais-Feldern und wirklich idyllisch gelegen. Am Eingang hängt ein Schild zu „Hannis 30. Jubiläum“, das aber aussieht, als sei es schon etwas älter. Hanni ist schätzungsweise 70 Jahre alt und lebt für ihr Café. Geöffnet hat sie normalerweise täglich, man kann auch bei ihr frühstücken, hier sollte man aber vorher unbedingt reservieren. Um die Mittagszeit macht sie für zwei Stunden zu, um dann wieder hausgemachte Kuchen und Torten anzubieten.

Sie erzählt mir, dass sie so froh ist, endlich wieder geöffnet zu haben, die neun Monate, in denen sie corona-bedingt geschlossen hatte, waren hart für sie. Für Frühstück und Kuchen verwendet Hanni ausschließlich Eier und Milchprodukte in Bioqualität. Wir bestellen einfach von jedem ihrer drei Kuchen, die sie im Angebot hat ein Stück und alle sind super. Dazu gibt es kräftigen Filterkaffee. Für alles zusammen bezahlen wir gerade mal 8 Euro. Der Garten ist toll angelegt, mit einem kleinen Teich, über den eine kleine Brücke führt, überall grünt und blüht es und alles ist wirklich liebevoll dekoriert. Der absolute Knaller für unsere dreijährige Lundi ist aber der kleine Spielplatz im Garten mit Rutsche, Sandkasten, Klettergerüst, Schaukel und Hüpftieren. Hanni ist auch dann noch tiefenentspannt, als Lundi einen vollen Eimer Sandkuchen am Tisch serviert. Interessant ist auch die Vogelvoliere direkt vor dem Café.

Im Garten von Hannelores Waldcafe

Im Garten von Hannelores Waldcafe

Ebenfalls eine Empfehlung wert ist Rohde’s Heuerhaus in Rieste, das auch von einer netten alten Dame geführt wird. Auch schon vor der Pandemie war Rohde’s Heuerhaus bekannt für seinen schönen und weit reichenden Garten, der sich in mehrere Bereiche aufteilt. Es erinnert uns ein wenig an die schwedischen Hofcafes. Drinnen ist es sehr gemütlich und urig, es gibt sogar ein Klavier mit Kerzenhaltern, einen alten Ofen, wie ihn meine Oma früher hatte und allerhand Sofas und Kram. Drinnen sitzen aber nur zwei Leute, draußen bestimmt 40 Personen. Wir bestellen Torte, Kaffee und Buchweizenpfannkuchen mit Preiselbeeren. Gerade im Sommer sollte man unbedingt reservieren, sonst bekommt man vermutlich keinen Tisch mehr.

Garten-Cafe Rohdes Heuerhaus

Garten-Cafe Rohdes Heuerhaus

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Fazit

Das Artland hat uns gut gefallen und insbesondere im Waldhaus haben wir uns rundum wohl gefühlt! Es sollte klar sein, dass man für so ein schönes Objekt in Alleinlage etwas tiefer in die Tasche greifen muss, wir empfinden das Preis-Leistungs-Verhältnis aber immer noch als in Ordnung und kommen gerne wieder!

Zur Waldhaus-Website

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Fahrradfahren

Unsere Gastgeberin Viola gibt uns den Tipp, E-Bikes beim E-Bike-Verleih Ankum zu leihen. Sie werden sogar bis zum Waldhaus gebracht. Allerdings hat dieser Verleiher keine Kindersitze oder Anhänger im Angebot. Er vermittelt uns jedoch den Kontakt zum Räderverleih Jürgen Behrens aus Quakenbrück, wo man zu den E-Bikes gute Anhänger für Kinder bekommt. Gegen einen Aufpreis bringt auch er die Räder bis zum Waldhaus. Mit beiden Verleihern kann man über WhatsApp kommunizieren, Telefonieren geht ja nicht wegen des Funklochs über dem Waldhaus.

Icon Hiking

Monolith-Steingräber

Direkt vor der Haustür startet der Hünengräberwanderweg, der sich über 330 km erstreckt. Neben unseren Radtouren haben wir auch eine kleine Wanderung durch den ans Waldhaus angrenzenden Wald gemacht.

Wanderpfad im Wald

Hast du weitere Fragen zum Waldhaus oder warst du vielleicht sogar schon selbst einmal im Artland? Wir freuen uns über jeden Kommentar!