Ohia Lehua – Eine Liebe, die dem Feuer trotzt

von | 23.10.2015 | 2 Kommentare

Beim Wandern über teilweise öde und karge Lavafelder auf Big Island (Hawaii) ist uns schnell eine kleine Pflanze aufgefallen, die sich als erstes Lebenszeichen aus der erkalteten Lava erhebt: Ōhiʻa Lehua. Es handelt sich dabei um eine Pionierpflanze aus der Familie der Myrtengewächse mit dem botanischen Namen Metrosideros polymorpha, die auf Hawaii endemisch wächst (d.h. es gibt sie nur auf den Hawaiianischen Inseln und nirgendwo sonst auf der Welt).

Ohia Lehua in Lavaspalte
Ohia Lehua in Lavaspalte

Wikipedia-Artikel zur Ohi’a Lehua.

Der Anblick der kleinen standhaften grünblättrigen Pflanze mit den schönen roten pompom-artigen Blüten, die sich tapfer aus Rissen in der Lava entwickelt und zu einem stattlichen Baum werden kann, hat uns ohnehin schon fasziniert. Als wir später auf einer Tafel im Volcanoes Nationalpark über die Legende lasen, die die Hawaiianer mit dieser Pflanze verbinden, mochten wir sie noch ein bisschen lieber.

Ohia Lehua Pflanze

Ohia Lehua Pflanze

Und weil es so schön ist, kommt hier ist die Legende von Ōhiʻa und Lehua:

Vorgeschichte: Die Vulkangöttin Pele

Pele, HawaiiDie wichtigste Figur in der Hawaiinischen Mythologie ist Pele, die Göttin des Feuers und der Vulkane. Sie stammt ursprünglich aus Tahiti, wurde aber wegen der dauerhaften Streitereien mit ihrer Schwester Na-maka-o-Kahaʻi, der Göttin der Meere, von ihrer Familie nach Hawaii verbannt, wo sie mit ihrem magischen Stab die Vulkane erschuf.

Ihre Schwester, nicht weniger streitsüchtig, folgte Pele jedoch und bekämpfte sie mit ihren Wasserfluten. Es kam zu einem großen Kampf am Haleakala, den Pele scheinbar verlor. Erst als sie ihre Schwester für tot hielt, kehrte Na-maka-o-Kahaʻi nach Tahiti zurück. Als sie sich jedoch noch einmal in Richtung Hawaii umblickte, sah sie aus dem Halema’uma’u-Krater auf Big Island Rauch aufsteigen. Pele war also noch am Leben und hatte den Kilauea-Krater als neue Heimat gewählt.

Die Legende von Ohia und Lehua

Eines Tages traf Pele den schönen Krieger Ōhiʻa und war sofort hingerissen von ihm und bat ihn, sie zu heiraten. Ōhiʻa liebte jedoch das Mädchen Lehua und hatte dieser bereits seine Liebe versprochen. Als Ōhiʻa Peles Heiratsantrag ablehnte, war diese rasend vor Wut. In ihrem Zorn verwandelte sie Ōhiʻa in einen Baum.

Darüber war Lehua natürlich unendlich traurig und bat die Götter um Hilfe. Diese hatten Mitleid mit dem Mädchen, konnten aber der großen Macht Peles nicht viel entgegensetzen. Es gelang ihnen zwar nicht, Ōhiʻa wieder eine menschliche Gestalt zu geben, aber sie verwandelten Lehua in eine schöne Blüte am Ōhiʻa-Baum, damit sie fortan und für immer mit ihrem Liebsten vereint war.

Sollte man nun aber die schöne rote Lehua-Blüte pflücken, weinen die Götter darüber, dass zwei Liebende voneinander getrennt werden und es gibt Regen auf Hawaii.

Also haben wir sie natürlich stehen gelassen und lieber nur ein paar Fotos von dieser tapferen Pflanze mit der berührenden Geschichte gemacht.

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