Unterwegs im Mount Robson Park – höchster Berg der kanadischen Rockies

von | 05.07.2017 | 11 Kommentare

Der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains (fast 4000 Meter) liegt nicht in einem Nationalpark, aber auch nicht weit von einem solchen entfernt. Die meisten Urlauber, die den Jasper als Ziel oder Teil der Route haben, kommen auch am Mount Robson vorbei – aber viele legen nur einen Fotostopp ein und fahren weiter. Dabei hat der Provincial Park um den Berg viel zu bieten, v.a. für Naturbegeisterte, Wanderer und Camper, und muss sich nicht vor den Hochgebirgsarealen des benachbarten Nationalparks verstecken. Als Teil unseres Kanada-Roadtrips mit dem Wohnmobil haben wir den Mount Robson Provincial Park im Anschluss an den Aufenthalt im Jasper besucht.
Einfahrt in den Mount Robson Provincial Park

Anfahrt von Osten zum Visitor Center

Wir verbringen noch einige Zeit im Jasper National Park und brechen erst nachmittags Richtung Westen auf. Der Highway ist recht stark befahren, führt aber auch durch schöne Berglandschaft. Eine gute Sache ist, dass wir durch die Zeitumstellung sozusagen eine Stunde extra Zeit geschenkt bekommen.

Der Mount Robson Park liegt in der Pacific Time Zone, der Jasper aber bereits in der Mountain Zone. Wenn du vom Jasper zum Mount Robson fährst, hat der Tag also eine Stunde mehr (die Uhr wird eine Stunde zurückgestellt), wenn du vom Mount Robson nach Jasper fährst ist es umgekehrt und du verlierst eine Stunde (die Uhr wird eine Stunde vorgestellt)!
Nachmittags im Wolkenschleier – der Mount Robson
Nachmittags im Wolkenschleier – der Mount Robson
Den ersten Zwischenstopp machen wir am Visitor Center des Mount Robson Provincial Parks, in dem man neben Souvenirs v.a. hilfreiche Informationen zum Park und den Wandermöglichkeiten inkl. Zustand der Trails bekommen kann. Von hier aus hat man auch einen schönen Blick auf den Berg – leider zeigt er sich nicht richtig, verhüllt seine Spitze ganz verschämt in Wolken. Ich hatte schon vorher gelesen (und entsprechende Fotos in Reiseberichten gesehen), dass der Mount Robson ganz oft von Wolken umgeben ist und man wirklich Glück haben muss, ihn wolkenlos und in seiner ganzen Pracht zu sehen. Für diesen Abend ist es also noch nicht so weit…
Blick vom Campground über den Fraser River zum Mount Robson Massiv
Blick vom Campground über den Fraser River zum Mount Robson Massiv

Ein wunderbares Fleckchen, der Robson Shadows Campground

Wir machen uns auf den Weg zu unserem Campingplatz, der diesmal kein staatlicher ist und nicht direkt im Park liegt, sondern einige Kilometer südwestlich. Wir haben den Robson Shadows Campground ausgewählt, weil man laut Reiseführer (Kanada Westen) von einigen Sites aus einen direkten Blick zum Mount Robson genießen kann. Ich hatte bereits ein paar Monate im Voraus reserviert und bin gespannt, wo wir landen.

Unsere Site im Robson Shadows Campground direkt am Fluss
Unsere Site im Robson Shadows Campground direkt am Fluss

Kerstin ist ganz entzückt und hält unseren Stellplatz für einen der schönsten der ganzen Reise und ich kann dem nicht widersprechen: Unser Tisch steht direkt an einem wilden Fluss (dem Fraser River, hier kann man auch Rafting machen) und wenn wir uns ein bisschen strecken, haben wir tatsächlich den Berg im Blick! Das Wetter ist richtig schön und so setzen wir uns erstmal in unsere Stühle, fangen an zu grillen, legen die Füße hoch und genießen den Ausblick und die Sonne.

Die Wanderung zum Kinney Lake

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht mit guter Bergluft im Camper stehen wir am nächsten Morgen auf und sind natürlich gleich neugierig, wie der Berg uns nun begrüßt. Und tatsächlich, eine seltene Ansicht: die Spitze des Mount Robson ist sichtbar, kein Wölkchen trübt das Bild! Ein imposanter Anblick. Wir haben tolles Wetter und frühstücken ausgiebig auf dem Campingplatz, der übrigens sehr schön dekoriert ist. Überall stehen alte verrostete Oldtimer, die mit Blumen geschmückt sind.

En neuer Tag und der Berg zeigt sich unverschleiert!
En neuer Tag und der Berg zeigt sich unverschleiert!
Unser Truck Camper vor der Kulisse des Mount Robson
Icon HikingDann fahren wir zum Trailhead des Berg Lake und Kinney Lake Trail. Im Sommer sollte man hier nicht zu spät eintreffen, denn der Parkplatz füllt sich bis mittags komplett. Viele Wanderer – wie wir – wollen nur bis zum Kinney Lake wandern, denn das ist keine schwierige Tour, hin und zurück knappe 10 Kilometer mit nur moderaten Steigungen. Nach dem Zeltplatz am Kinney Lake führt der Weg aber auch als Berg Lake Trail weiter, der dann deutlich anspruchsvoller und bergiger wird.
Auf dem Highway zum Mount Robson
Der Kinney Lake Trail ist wirklich sehr schön, gehört sogar zu den schönsten Wanderungen, die wir auf unserer Kanada-Reise gemacht haben. Allein dafür lohnt ein längerer Zwischenstopp im Mount Robson Provincial Park! Auf insgesamt 10 km müssen wir nur gut 100 Höhenmeter bewältigen, man bewegt sich praktisch immer entlang des Robson River auf den Berg zu. Als wir loslaufen, sehen wir, dass sich gerade kleine Wölkchen an der Spitze des Mount Robson bilden. Das liegt am Schnee, der bei Sonneneinstrahlung verdunstet und die Wölkchen bildet. Der Berg ist auch deshalb so beeindruckend, weil er so massig ist und die umgebenden Berge deutlich niedriger.
Die schneebedeckte Spitze des Mount Robson

Die Wanderung führt durch einen Wald mit dicken und hohen Rotzedern, der Boden ist dicht mit Moosen und Farnen bedeckt. Am Kinney Lake angekommen sollte, man nicht sofort umdrehen, sondern über die Brücke und im weiteren Verlauf etwas den Hang hinauf, denn dort befindet sich eine Rastmöglichkeit mit Bank direkt oberhalb des Sees. Von hier hat man wieder eine tolle Aussicht und ein weiterer Berg spiegelt sich herrlich im klaren, stillen und türkisfarbenen Wasser.

Aussicht auf den Bergsee Kinney Lake
Nachdem wir die mitgebrachten Sandwiches verspeist und die Aussicht ausreichend genossen haben, kehren wir um und gehen denselben Weg zurück zum Trailhead. Inzwischen versteckt sich der Mount Robson – wie so oft – hinter einem Wolkenschleier und wir sind dankbar, ihn in seiner ganzen Pracht gesehen zu haben!
Kinney Lake Trail mit Blick auf den Mount Robson
Kinney Lake Trail mit Blick auf den Mount Robson

Robson Shadows Campground

Robson Shadows Campground

Mount Robson Visitor Center

Mount Robson Visitor Center

Kinney Lake / Berg Lake Trailhead

Kinney Lake / Berg Lake Trailhead

Gefällt dir Willkommen Fernweh?

Dann melde dich bei unserem Newsletter an und du verpasst keinen neuen Beitrag mehr! Weitere Infos

Wir lehnen Spam ab und versenden deshalb auch keinen!

Wer schreibt hier?

Wir sind Kerstin und Klaus. Wir lieben es die Welt zu erkunden und dir Anregungen und Tipps für deine eigene Reise zu geben!

Mehr über uns

Beliebt:

Der Truck Camper für einen Camping-Roadtrip in Kanada oder USA

Ein Roadtrip mit dem Wohnmobil, das haben wir bei unserer Tour durch den Südwesten Kanadas kennen- und lieben gelernt. Unser Truck Camper war einfach super! Spielst du vielleicht auch mit dem Gedanken oder hast du sogar schon ganz konkret einen Truck Camper im Sinn? Dann ist dieser Artikel genau richtig, in dem ich dir unseren TC genau vorstellen möchte.

Fotoparade 1. Halbjahr 2017 – die schönsten Bilder

Es ist wieder Zeit für eine neue Fotoparade, bereits die dritte, an der wir teilnehmen und auf die wir uns schon im Vorfeld gefreut haben! Unsere Fotos sind während unserer Reisen in die Vogesen und nach Island entstanden – es erwarten dich also traumhafte Bilder mit winterlicher Stimmung.

eTA und alle Infos zur Einreise nach Kanada

Seit Oktober 2016 benötigst du zwingend eine eTA-Genehmigung für die Einreise nach Kanada. Was es dabei und darüberhinaus alles zu beachten gilt (Reisepass, Zoll) und wie die Immigration abläuft, erklären wir dir in unserem Ratgeber-Beitrag!

Welche Reiseziele sind für einen Roadtrip besonders geeignet?

„Welches Reiseziel außerhalb von Nordamerika (USA, Kanada) ist deiner Erfahrung nach ebenfalls sehr gut für einen Roadtrip geeignet und was macht den besonderen Reiz dieses Reiseziels aus?“ Lies die Antworten anderer Reiseblogger auf diese Frage im Rahmen unseres Roundup-Posts.

Fazit

Der Mount Robson Provincial Park lohnt nicht nur einen Zwischenstopp, sondern auch eine Übernachtung, selbst wenn man nicht den anspruchsvollen Berg Lake Trail wandern will! Es gibt mehrere leichtere Wanderungen durch tolle Natur, der Berg ist wirklich beeindruckend und an den Campground denken wir ebenfalls gerne zurück, da er zu den schönsten unserer Reise gehörte.

fernweh-logo-gruen-150Tipps

 

Camping

Der Robson Shadows Campground befindet sich nicht im Park, sondern wird privat betrieben, er gehört zur Lodge. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und empfehlen ihn uneingeschränkt weiter. Sites können auch reserviert werden, auf der Homepage gibt es ein entsprechendes Formular.

Lodge

Neben dem Campground gibt es auch die Mount Robson Lodge und mehrere Cabins, die für alle Nicht-Camper interessant sein könnten, da man sich wirklich relativ nahe am Park befindet und eine tolle Sicht auf den Berg hat. Eigene Erfahrungen zu den Zimmern/Cabins haben wir aber natürlich nicht.

Zeiteinteilung

Die meisten Touristen machen nur tagsüber einen Zwischenstopp, um den Mount Robson fotografieren zu können und sich im Visitor Center zu versorgen. Die Wanderung auf dem Kinney Lake Trail benötigt auch nicht mehr als 3-4 Stunden. Da sich der Parkplatz am Trailhead aber schnell füllt und die Chance, den massigen Mount Robson ganz ohne Wolkenschleier zu sehen, morgens am größten ist, empfehle ich eine Übernachtung einzubauen.

Wenn dir der Artikel gefällt, dann teile ihn doch über unten stehende Share-Buttons. Wir freuen uns außerdem über jeden Kommentar! 🙂